VG-Wort Pixel

Fernseh-Box AppleTV 4K im Test: Die spannendste Neuerung ist der Preis

Das neue AppleTV 4K ähnelt dem letzten Modell 
Das neue AppleTV 4K ähnelt dem letzten Modell 
© Apple / PR
Das neue AppleTV 4K ist schneller, kleiner und leichter geworden. Und unterstützt weitere Standards. Die spannendste Neuerung ist aber eine andere.

"Ich habe es endlich geknackt" – mit dieser Aussage kündigte Apple-Chef Steve Jobs vor über einem Jahrzehnt an, nach dem MP3-Player und dem Smartphone auch den TV-Markt revolutionieren zu wollen. Das neue AppleTV 4K fällt als Revolution eher kleiner aus. Ob es sich trotzdem lohnt, verrät unser Test.

Dass Apple eine neue Streaming-Box anbietet, überraschte zunächst. Vier Jahre vergingen, bevor der Konzern im letzten Frühjahr eine Neuauflage vorstellte. Nun sind nur knapp 18 Monate vergangen. Trotzdem hat sich die Box nur im Detail verändert. Das Design ist dabei grundsätzlich gleich geblieben. Die etwa handflächengroße Box ist weiter sehr dezent, aber etwas kleiner und leichter geworden, fällt beim Auspacken auf. Bei einem Gerät, das vor allem in einem Regal oder auf der TV-Bank herumsteht, ist das aber eher zu vernachlässigen.

Die größte Stärke bleibt

Die größte Stärke des AppleTV bleibt ebenfalls unverändert. Die sehr übersichtliche, flüssig zu bedienende Oberfläche zeigt weiterhin nahezu alle Inhalte der verschiedenen Streaming-Anbieter nebeneinander an. Ob RTL+, Arte, Disney oder der eigene Dienst AppleTV+: In der Oberfläche werden einfach die zuletzt angesehenen Inhalte und spannende Neuheiten nebeneinander präsentiert. Erst beim Daraufklicken öffnet sich dann der entsprechende Dienst und spielt dann nahtlos den gewünschten Inhalt ab. Einzige Ausnahme bleibt leider Netflix: Hier muss man die App individuell aus der App-Ansicht starten.

Auch die gute Fernbedienung hat Apple nur in geringem Umfang verändert. Auf sechs Tasten reduziert lässt sie sich mit einer kleinen Touchfläche im Navigationsfeld angenehm bedienen, wichtige Buttons wie Start/Stop, eine Lautstärkewippe und ein Stummschaltknopf gibt es als eigene Tasten. Die einzige Neuerung: Geladen wird nun per USB-C statt über Apples eigenen Lightning-Anschluss. Da sich die passenden Kabeln in den meisten Haushalten finden lassen und auch das Laden nicht allzu häufig nötig ist, hält sich die Umstellung stark in Grenzen.

So schnell wie nie

Etwas größer fallen die Neuerungen im Innern aus. Hatte das letzte Modell noch den mittlerweile vier Jahre alten A12-Chip des iPhone XS verbaut, zieht Apple dieses Jahr erstmals mit einem aktuellen iPhone gleich: Der A15 des neuen AppleTV 4K befeuert auch das iPhone 14. Nur im iPhone 14 Pro werkelt ein noch schnellerer Prozessor.

Im Alltag ist das trotzdem eher weniger zu spüren. Zwar verspricht Apple bis zu 50 Prozent mehr Prozessor- und gar 30 Prozent mehr Grafikleistung, aber schon das Vorgängermodell war mit den vorhandenen Apps kaum an seine Grenzen zu bringen. Ressourcen-hungrige Programme wie Foto- oder Videobearbeitung gibt es für das AppleTV nicht. Spiele laufen wie erwartet butterweich über den Bildschirm. Das größte Plus des neuen Chips ist wohl seine Sparsamkeit: Laut Apple verbraucht der Chip bis zu 30 Prozent weniger Strom. Angesichts der Strompreise eine willkommene Neuerung.

Ob sich beim TV-Schauen selbst etwas ändert, hängt vom eigenen Fernseher ab. Wie schon die letzten beiden Modelle unterstützt das AppleTV 4K-Inhalte. Neu ist der Bildstandard HDR10+, der auf kompatiblen Fernsehern eine noch differenziertere Darstellung von Farb- und Helligkeitsunterschieden und eine höhere Maximalhelligkeit erlaubt. Den Konkurrenzstandard Dolbyvision unterstützte bereits das Modell aus dem letzten Jahr. Für Besitzer von HDR10+-fähigen Fernsehern ist das eine gute Nachricht.

Streaming und Whatsapp – wie sehr unsere Internet-Nutzung dem Klima schadet

Nur bei Apple

Von einigen Funktionen profitieren vor allem treue Apple-Fans. So ist das AppleTV weiter die einzige Möglichkeit, den Sport-Dienst Apple Fitness+ gekoppelt mit der Apple Watch auf dem Fernseher zu nutzen. Auch Apple Musik und die mit dem iPhone geschossenen Fotos lassen sich nahtlos zwischen iPhone und AppleTV austauschen und auf dem großen Schirm genießen.

Gut gelöst bleibt auch die einfache Verbindung mit Apples Kopfhörern. Werden mit dem Account verknüpfte Airpods in der Nähe erkannt, bietet das AppleTV an, sie mit einem Kopfdruck zu verbinden. Und gibt den Sound anschließend direkt über die Kopfhörer aus. Vor allem mit modernen Airpods wie den neuen Airpods Pro (hier bei uns im Test) ist das ein toller Effekt: Der Raumklang passt bei Kopfbewegungen den Sound an, es wirkt immer als würde er vom Fernseher kommen. 

Vollwertiges Smarthome kostet mehr

Schade: Der moderne Smarthome-Standard Thread wird nur noch vom teureren Modell unterstützt, auch einen Ethernetanschluss gibt es nur bei diesem. Der Aufpreis ist allerdings moderat: Für 20 Euro mehr bekommt man zudem noch die doppelte Speichermenge.

Der Preis ist ohnehin eine freudige Überraschung: Während nahezu alle neuen Apple-Geräte gerade deutlich teurer wurden, fällt das AppleTV 4K sogar im Preis. Für das "kleine" Modell mit 64 GB Speicher verlangt Apple nun 169 Euro, der Vorgänger begann bei 199 Euro, bei halb so viel Speicher. Mit Thread, Ethernet und 128 GB kostet das Modell mit Vollausstattung 189 Euro und damit immer noch weniger als das günstigste Vorgängermodell zum Verkaufsstart.

Affiliate Link
2022 Apple TV 4K Wi‑Fi + Ethernet mit 128 GB Speicher (3. Generation)
Jetzt shoppen
189,00 €

Fazit: Ein starkes Upgrade – aber immer noch teuer

Das neue AppleTV 4K ist klassische Produktpflege: Es ist optisch sehr ähnlich, erhält mit dem neuen, sparsamen Chip, der Unterstützung von HDR10+ und mehr Speicher willkommene Neuerungen. Dass dazu noch überraschend die Preise sinken, macht es zum attraktivsten AppleTV seit Jahren.

Trotzdem kann man es nicht uneingeschränkt empfehlen. Denn: Die meisten Funktionen des AppleTV bringen moderne Fernseher bereits mit, Streaming-Sticks der Konkurrenz wie der FireTV-Stick kosten einen Bruchteil des AppleTV 4K. Ob die zugegeben deutlich angenehmere Bedienung des AppleTVs den saftigen Aufpreis wert ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Mehr zum Thema

Newsticker