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M2 Pro Mac Mini im Test: Vor diesem kleinen Apple-Monster muss die Konkurrenz sich fürchten

Klein, aber oho: Der Mac Mini mit M2 bleibt bei seinem schicken, schlanken Design
Klein, aber oho: Der Mac Mini mit M2 bleibt bei seinem schicken, schlanken Design
© Malte Mansholt / stern
Apples neuer Mac Mini ist klein, schick – und geradezu erschreckend schnell. Die größten Sorgen sollte den Konkurrenten aber etwas anderes machen.

Als der erste Mac Mini erschien, war er gleichzeitig Geniestreich und großer Kompromiss. Der kleine Kasten machte sich zwar gut auf dem Schreibtisch, zu viel Leistung durfte man aber nicht erwarten. Spätestens mit der Einführung der eigenen M-Chips hat sich das aber geändert. Jetzt kommen die neuen Modelle mit M2-Prozessoren in den Handel – und besonders der M2 Pro erweist sich im Test als wahres Leistungsmonster.

Doch der Reihe nach. Schaut man sich den neuen Mac Mini von außen an, hat sich quasi nichts getan. Das Gehäuse ist weiter schlank und schlicht. Das kantige Design macht auf dem aufgeräumten Schreibtisch viel her. Die einzige Neuerung gibt es auf der Rückseite – und auch dort nur beim teureren Modell mit M2-Pro-Prozessor. Der Edelvariante hat Apple noch zwei weitere Thunderbolt-4-Anschlüsse spendiert. Sonst ist der neue Mac Mini äußerlich nicht vom Vorgänger zu unterscheiden. 

Die wahre Revolution ist...

Die Neuerungen finden sich im Innern. Nachdem Apple mit dem letzten Modell den ersten Desktop-Rechner mit den eigenen M-Chips in den Handel brachte, legt der Konzern die Messlatte nun noch höher. Das Basismodell bekommt den M2-Prozessor, der im Sommer in Apples Notebooks Premiere feierte (hier finden Sie den Test des Macbook Air). Er bietet im Vergleich zum Vorgänger etwa 20 Prozent mehr Leistung.

Die spannendere Neuerung wurde allerdings schon erwähnt: Zum ersten Mal bietet Apple seinen Mac Mini auch mit der Option an, einen seiner deutlich potenteren Pro-Chips zu verbauen, den gerade erst vorgestellten M2 Pro. Und der verschafft dem kleinen Rechner einen wirklich beachtlichen Leistungsschub.

Eine echte Revolution ist auch der Preis. Während die Preise auf dem PC-Markt, und auch bei Apple, in den letzten Jahren eigentlich nur gestiegen sind, geht Apple beim Mac Mini in die andere Richtung – und senkt den Preis. In der Basiskonfiguration kostet der Mac Mini nur 699 Euro. Und liegt damit schon im UVP nur wenige Euro über dem Marktpreis des bereits über zwei Jahre alten Vorgängermodells.

Damit ist der Mac Mini in der kleinsten Ausstattung nicht nur der mit Abstand günstigste Mac. Er bietet auch im Vergleich zu PCs geradezu unverschämt viel Leistung fürs Geld. Der Mac Mini mit M2 Pro kostet mit 1549 Euro zwar mehr als das Doppelte. Im Vergleich zum nächstgünstigeren Rechner mit M2 Pro, dem ebenfalls gerade vorgestellten Macbook Pro, kostet er aber immer noch ganze 850 Euro weniger.

Im Vergleich zum Basismodell hat der Mac Mini mit M2 Pro zwei zusätzliche Thunderbold-Anschlüsse. Sonst gibt es optisch keinen Unterschied
Im Vergleich zum Basismodell hat der Mac Mini mit M2 Pro zwei zusätzliche Thunderbold-Anschlüsse. Sonst gibt es optisch keinen Unterschied
© Malte Mansholt / stern

Neuer Mac Mini ist seiner Zeit voraus

Schon das Basismodell des M2 dürfte allerdings den allermeisten Nutzern mehr Leistung bieten, als sie in den nächsten Jahren abrufen können. Für Surfen, Büroarbeit oder selbst für Fotobearbeitung und Videoschnitt ist der M2 für die meisten Ansprüche eher über- als unterdimensioniert. Für viele Nutzer:innen bedeutet das in erster Linie, dass der Rechner noch über Jahre Reserven für in Zukunft steigende Ressourcenansprüche hat. Nur wer mit hochkomplexen Arbeiten oder extrem aufwändigen Berechnungen regelmässig seinen Rechner an die Grenze bringt, profitiert bereits jetzt von der zusätzlichen Leistung. 

Die fällt je nach Chip allerdings recht unterschiedlich aus. Der M2 brachte im Macbook Air etwa 20 Prozent mehr Leistung, im Mac Mini ist ein ähnlicher Zuwachs zu erwarten. Der getestete Mac Mini mit M2 Pro dagegen legt erheblich stärker zu. Schon in Testprogrammen wie Cinebench oder Geekbench zeigt sich der Unterschied deutlich.

Apple bietet mit Studio Display, der Magic Mouse, dem Magic Trackpad und der Apple Tastatur viel passendes Accessoire an. Allerdings funktionieren auch problemlos Produkte von Drittanbietern
Apple bietet mit Studio Display, der Magic Mouse, dem Magic Trackpad und der Apple Tastatur viel passendes Accessoire an. Allerdings funktionieren auch problemlos Produkte von Drittanbietern
© Apple / PR

Zwar fällt der Zuwachs bei Tests einzelner Rechenkerne im Vergleich zum gewaltigen Sprung der letzten Generation eher moderat aus, ein einzelner Kern ist nur knapp 8 bis 13 Prozent schneller. Lässt man aber alle Kerne gleichzeitig losrattern, ändert sich das Bild schlagartig: Zwischen 50 und 60 Prozent schneller als der alte Mac Mini kann der neue Chip in seiner vollen Leistung rechnen. Und das bei minimalem Lärm. Selbst nach stundenlanger Höchstlast ist vom verbauten Lüfter kaum ein Flüstern zu hören. Im Normalbetrieb schaltet er sich gar nicht erst ein.

Grafik-stark

Die Erklärung für den gigantischen Sprung liegt in der Architektur des Chips. Während sich das Basis-Modell des M2 bei der Zahl der Rechenkerne nicht vom M1 unterscheidet, sieht das beim M2 Pro anders aus. Zum einen hat der M2 Pro zwei weitere CPU-Kerne, nämlich zehn statt acht. Zum anderen bringt er doppelt so viele Grafikkerne mit, statt acht sind es 16 GPU-Kerne. Wer noch mehr braucht, kann für 350 Euro Aufpreis auch auf 12 CPU- und 19 GPU-Kerne upgraden. 

Das Plus macht sich vor allem in grafikintensiven Anwendungen wie Videotools oder Spielen bemerkbar. Selbst in aufwendigen Games schafft der M2 Pro eine sehr flüßige Darstellung. Nur im Vergleich zu Highend-Grafikkarten muss man mit merklichen Unterschieden rechnen. Die Karten kosten aber auch alleine oft so viel wie der gesamte Mac Mini.

Schade: Weil Apples selbstentwickelte Chips bisher nicht die Installation von Windows unterstützen und der Mac nach wie vor von Spieleentwicklern kaum unterstützt wird, ist die Auswahl an Games deutlich kleiner als für klassische PCs. Als echte Gaming-Maschine ist der Mac Mini deshalb leider nicht zu empfehlen. Zwar lassen sich viele Spiele über Emulationslösungen wie Rosetta oder Parallels zum Laufen bekommen. Die volle Leistung lässt sich so aber nicht abrufen. Für das Zocken nebenbei ist der Mac Mini aber allemal gerüstet.

Einer der größten Vorteile des Pro-Modells gegenüber dem einfach M2 sind die Möglichkeiten bei den Monitoren. Der M2 Mac Mini kann höchstens zwei Monitore ansteuern, beim Modell mit M2 Pro sind es drei. Und: Die bessere Grafikleistung ermöglicht es dem kleinen Rechner, ein Display mit 8K-Auflösung anzusteuern.

Moderne Anschlüsse, aber...

Gut: Mit dem M2 Mini rüstet Apple seine Rechner auch auf viele neue Standards um. So unterstützen die Geräte nun Bluetooth 5.3 sowie den modernen Wlan-Standard Wifi 6E. Bei der Ethernet-Verbindung setzt der Konzern standardmässig auf eine Gigabit-Verbindung, als Option wird aber auch eine 10-GB-Port angeboten.

Auch bei der Übertragung von Daten von der Festplatte in den Arbeitsspeicher legt der M2 Pro einen ordentlichen Zahn zu. Mit 200 Gigabyte die Sekunde ist die Datenschnittstelle doppelt so schnell wie beim Einsteiger-Modell. Selbst riesige Dateien lassen sich so quasi verzögerungsfrei öffnen und bearbeiten. Apropos Arbeitsspeicher: Der lässt sich nun ebenfalls verdoppeln, wenn das gewünscht ist: In der Maximal-Konfiguration bietet der Mac Mini nun bis zu 32 GB RAM.

Der üppige Arbeitsspeicher ist allerdings auch eine große Schwäche des Designs: Wie auch andere Rechner mit Apples M-Chips lässt sich der Mac Mini nicht nachträglich an gestiegene Ansprüche anpassen. Im Klartext heißt das: Braucht man in Zukunft dringend mehr Leistung oder Arbeitsspeicher, muss man sich einen neuen Rechner kaufen. Beide Faktoren sollten deshalb schon beim Kauf genau bedacht werden. Für gewöhnliche Büroarbeiten reichen den meisten Käufern allerdings die Basiskonfigurationen vollkommen aus. 

Einzige Ausnahme der Erweiterbarkeit ist die Festplatte. Die ist mit 256 GB für das Basismodell und 512 GB für das mit M2 Pro nämlich nicht gerade riesig. Die Limitierung lässt sich für die meisten Nutzer aber mit dem Kauf einer schnellen externen SSD-Festplatte umgehen.

Damit kann man ordentlich Geld sparen: Eine externe SSD, die nahezu genauso schnell angebunden ist wie der interne Speicher, ist oft schon für 150 Euro für 1 Terabyte zu bekommen. Bei Apple zahlt man für dieses Upgrade fast 500 Euro. Nur wer wirklich jedes Quäntchen Extra-Geschwindigkeit braucht oder möglichst wenig Peripherie-Geräte auf dem Schreibtisch haben möchte, wird um die Apple-Option nicht herum kommen.

Im Vergleich zu früheren Rechnern hat sich Apple übrigens um die verstärkte Nutzung recycelter Materialien bemüht. Viele Rohstoffe, wie das Aluminium des Gehäuses, die für die verbauten Magneten genutzten seltenen Erden oder die Zinnverlötung des Mainboards, stammen vollständig aus wiederaufbereiteten Rohstoffen, versichert Apple.

Fazit: Wolf im Alupelz

Der neue Mac Mini setzt die Konkurrenten mächtig unter Druck – und das auch schon als Einsteigermodell.  Das verdankt er vor allem der Kombination aus seinem gesunkenen Preis und dem neuen M2-Chip. Der fällt zwar im Vergleich zum M1 nicht so revolutionär aus, bietet aber immer noch einen deutlichen Leistungssprung. Zusammen mit dem neuen Preispunkt ist der aktuelle Mac Mini damit schon in der Basiskonfiguration als Paket kaum zu schlagen.

Das Modell mit M2 Pro ist dagegen schon fast eine Klasse für sich. Die Kombination aus Gehäusegröße, Leistung und Preis findet sich auf dem Markt sonst schlicht nicht. Dass der Rechner sich dabei vom Geräuschpegel kaum bemerkbar ist, macht ihn bislang einmalig.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Anders als klassische Desktop-Rechner lässt sich der Mac Mini nicht mehr erweitern, die Upgrades lässt sich Apple gut bezahlen. Während die meisten Standardprogramme zwar für Mac erhältlich sind, sorgt mangelnde Unterstützung von Windows dafür, dass sich viele Spezialprogramme und Spiele nur über Emulationslösungen nutzen lassen – und dann nicht die volle Leistung abrufen können. Hier wären zusätzliche Anreize für Entwickler durch Apple wünschenswert. Für manche potenzielle Käufer bleibt daher weiter Windows-PCs die bessere Wahl.

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Für die meisten Alltagsanwendungen ist allerdings kaum ein besserer Schreibtisch-Rechner zu diesem Preis zu bekommen. Der Mac Mini ist ab dem 24. Januar im Handel und kostet ab 699 Euro für den M2 und ab 1549 Euro für den M2 Pro.

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