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berlin: Bafög + X

Studenten und das liebe Geld

Studenten und das liebe Geld

Berlin Friedrichshain, später Abend im Semester. Ein maskierter Mann bahnt sich seinen Weg durch das nasskalte Grau. Vor einer Bankfiliale stoppt er. Die Kassiererin erschaudert beim Anblick des polierten Stahls, doch das Auge des Gesetzes ist wachsam...

Plötzlich wendet sich Sebastian vom Bildschirm ab. »In der Woche ist das immer das gleiche, bis halb elf renn sie dir die Bude ein und dann kommt keiner mehr.« Der 24 jährige tut das, was selbst ein Student nicht vermeiden kann, er arbeitet. »Dieser klassische Videothekenjob ist ok,« nickt Sebastian und grinst, »ich bin meist abends hier, da bleibt genug Zeit für die Neuheiten.«

Auch in Berlin mit noch bezahlbaren Mieten ist für viele die Arbeit neben dem Studium alltäglich.

Neben den Aushängen an den Universitäten verspricht der Blick in die Berliner Tageszeitungen Aussicht auf Erfolg. Gewarnt sei allerdings bei: »Wir suchen Dich für einen nicht alltäglichen Nebenjob,« oder vor Inseraten die fünfstellige Monatsgehälter versprechen. Diese Offerten sind generell mit den Uni-Pflichten und einer moralischen Grundeinstellung nicht zu vereinbaren.

Eine weitere Möglichkeit, eine Beschäftigung zu finden, bietet das Internet. Wer »Studentenjobs« in die Suchmaschine eingibt, findet etliche Datenbanken. Dabei sollte der Computerlaie nicht gleich verzweifeln, tapfer suchen und keine Angst, es werden nicht ausschließlich Screen-Designer und Multimedia-Programmierer gesucht.

In der Arbeitsvermittlung Heinzelmännchen hat der Berliner Student einen treuen Verbündeten im Kampf gegen den ausgeschöpften Dispositionskredit. Einziger Nachteil: Die meisten Angebote sind auf ein paar Tage beschränkt.

Nach erfolgreicher Jobsuche heißt es, die Arbeitszeiten dem Stundenplan anzugleichen. Leider zwingt die Arbeitswelt gelegentlich dazu, es umgekehrt zu machen. Die lange Studiendauer ist ein Beweis dafür. »Klar könnte ich schneller studieren, wenn ich nicht arbeiten müsste«, sagt Christiane und vergleicht konzentriert meine Unterschrift mit der auf der EC-Karte. »Bloß, wer zahlt dann Miete und Benzin?« »Außerdem, wenn ich nicht zu arbeiten bräuchte, wäre auch das Studentenleben schneller vorbei, vielleicht will ich das gar nicht«, sagt sie und grinst mich an.(AD)

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