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Studie: Ein einziges Wort kann zeigen, wie glücklich und erfolgreich die Beziehung ist

Woran erkennt man glückliche Beziehungen? Auch an der Art und Weise, wie Partner über die Beziehung sprechen, fanden Forscher heraus. Dabei kann schon ein Wort ausreichen.

Glückliche Beziehung

Glückliche Beziehung: Sprache kann einen Einfluss auf das Zusammengehörigkeitsgefühl haben.

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Jeder kennt wohl diese Paare, die sich nur noch im Plural äußern: "Nein, wir essen keine Milchprodukte mehr", "Uns gefällt die Ausstellung sehr gut", "Uns ist kalt". Der nervige "Pärchen-Plural" scheint die freie Willensäußerung von Partnern zu negieren, auf einfache Fragen gibt es nur noch Antworten mit einem Echo. Sehr ätzend - aber schön für die Beziehung, fanden Forscher nun heraus. Denn das Wörtchen "wir" statt "ich" verrät eine Menge über den Zustand der Beziehung.

"Ich denke, das Wort 'Wir' ist ein Zeichen dafür, dass die Beziehung ernsthafter wird" , sagt die Beziehungstherapeutin Aimee Hartstein. "Es braucht Zeit, um vom 'Ich' zum 'Wir' zu werden, aber es ist definitiv ein Zeichen dafür, dass das Paar zusammen eine neue Einheit bildet. Ich denke, es ist für beide Parteien sehr beruhigend, dass wir uns von Einzelgängern zu Teamspielern wandeln und anfangen, Entscheidungen als Einheit zu treffen. Es ist ein kleiner symbolischer Schritt, um zu zeigen, dass die Beziehung ernsthafter wird.“

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Das "Wir" in der Partnerschaft

Diese Einschätzung belegen auch Untersuchungen. Wird das Wort "Wir" genutzt, waren die Beziehungen glücklicher und funktionierten besser, so eine Studie der Universität von Kalifornien, die im "Journal of Social and Personal Relationship" veröffentlicht wurde. Für die Untersuchungen wurden die Ergebnisse aus bereits 30 mit insgesamt 5000 Teilnehmern durchgeführten Studien zusammengefasst und neu ausgewertet. Beziehungsergebnisse, Beziehungsverhalten, psychische und körperliche Gesundheit und Gesundheitsverhalten wurden dabei untersucht. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Verwendungen von "Wir" die Partner glücklich machten. Dabei machte das "Wir" den Partner glücklicher, wenn er es von seinem Gegenüber hörte statt es selbst zu sagen. Aber egal, ob nun selbst gesprochen oder gehört: Es gab eindeutig positive Verbindungen zwischen der Nutzung des "Wir" und dem Zustand der Beziehung.

Das "Wir" sei vor allem in Zeiten von Stress und Konflikten in Beziehungen wichtig, da dadurch ein unterbewusstes Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt wird. Sprache könne einen großen Unterschied dabei machen, so die Forscher.

Nutzen nun glücklichere Paare das "Wir", weil sie so glücklich sind - oder wurde das "Wir" in Beziehungen eingesetzt, um ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln? Wohl beides, so die Antwort der Forscher. Demnach scheint es denkbar, dass sich Beziehungen durch den bewussten Einsatz von Sprache festigen lassen. Allerdings, so räumen die Experten ein, müsse dies noch erforscht werden.

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kg
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