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Bildungsabbau: Studentenproteste in mehreren Städten

Zehntausende Studenten haben in mehreren deutschen Städten gegen Bildungs- und Sozialabbau demonstriert. Der Protest richtete sich auch gegen die Einführung von Studiengebühren.

Zehntausende Studenten haben am Samstag in mehreren deutschen Städten trotz Regen und Kälte gegen Bildungs- und Sozialabbau demonstriert. Der Protest richtete sich gegen Einsparungen der Länder bei den Hochschuletats, gegen überfüllte Hörsäle und die Einführung von Studiengebühren.

Allein in Berlin gingen nach Angaben der Polizei 15.000 Demonstranten auf die Straße. Es gab keine Zwischenfälle. Dem fantasievoll gestalteten Protestzug schlossen sich auch Schüler sowie Anhänger von Sozialverbänden und Gewerkschaften an. In Leipzig protestierten mehrere tausend Studenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern unter dem Motto "Ihr nehmt uns unsere Zukunft!". In Frankfurt/Main zählte die Polizei etwa 3000 Demonstranten. Auf Transparenten warnten sie: "Wer Bildung kürzt, wird Dummheit ernten."

Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) verteidigte im DeutschlandRadio Berlin seine Studiengebührenpläne. Er wünsche sich, dass der Student eine Art Kunde oder Aktionär an der Hochschule wird, der einzahlt, aber auch "eine Rendite erwarten darf und sie auch einzwingt". Der Minister: "Es geht nicht darum, das Problem zu lösen, wie man die Hochschule finanziert, sondern darum, dass wir ein anderes Verhältnis an den Hochschulen schaffen."

In Frankfurt sagte der Sprecher des "Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren" (ABS), Klemens Himpele, die öffentlichen Kassen seien nicht "wegen der Studierenden oder Arbeitslosen leer, sondern wegen einer verfehlten Unternehmens- und Einkommenssteuerpolitik der Bundesregierung".

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