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Billig-Lebensmittel: Das sagen die Leser

Die purzelnden Preise in deutschen Discountern sollten die Verbraucher freuen - eigentlich. Doch Geld ist nicht alles, und so sehen die stern.de-Leser das Thema kritisch und diskutieren kontrovers über Preise, Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Lebensstil.

Der Test "Wo Sie am billigsten einkaufen" hat bei den stern.de-Lesern zu einer kontroversen Diskussion über Handel, Hintergründe und Verantwortung geführt. Preissenkungen, so die Meinung vieler User, müssen an irgendeiner Stelle ihren Ursprung haben. Regelt der Markt den Preis oder gehen die günstigen Angebote zu Lasten der Angestellten? Das sagen die stern.de-Leser.

Auf den Schultern der Angestellten?

StefanAugsburg erklärt sich den Zusammenhang so: "Die Preisdrückerei geht zulasten der Betriebe, die die Waren herstellen (und hintenrum zulasten deren Angestellter bzw. Arbeiter) und zulasten der Angestellten der Discounter, die eh schon nicht allzu viel Geld für ihre Frondienste erhalten." RomanTicker sieht es anders: "Diese scheinheilige Verurteilung der Käufer ist widersprüchlich. Denn wenn die Leute nicht bei den Discountern kaufen, dann werden einige Mitarbeiter entlassen. Sind sie dann besser dran?" Und GordonBleu fragt sich, wer denn garantieren kann, "dass die 30%, die Lebensmittel bei Rewe teurer sind als bei Lidl, tatsächlich den Mitarbeitern zugute kommen und nicht einfach 30% mehr in die Bilanz des Unternehmens spülen?"

Kritik an Berichterstattung

Im Kreuzfeuer der Kritik steht unter anderem die Berichterstattung von stern.de. Shiro.Ookami weist die Redaktion darauf hin, dass es weitere Fragen zu beantworten gibt: "Ihre Frage hätte stattdessen lauten sollen 'Wer hat die beste Qualität?' oder 'Wer sichert die meisten Arbeitsplätze?' Jedoch spornen Sie im krassen Gegensatz zum gesunden Menschenverstand die Bevölkerung weiter zur Geiz-ist-geil-Mentalität an und sind sich der Konsequenzen nicht im Geringsten bewusst." "Ich verstehe irgendwie die Vorwürfe dem Stern gegenüber nicht so richtig", hält Michael2305 dagegen und erläutert, dass manchen Menschen nichts anderes übrig bleibt: "Ich bin Student und kaufe nur in Discountern ein, weil ich einfach nicht mehr Geld habe. Und ja, ich ziehe es vor auch mal chemisch behandelten Salat zu essen und dafür mit meinen Freunden abends ein Bierchen mehr zu trinken."

Konkurrenz ist normal

Ein völlig normales Verhalten des Marktes interpretiert hingegen vlcd: "Preiskrieg gibt es in allen Branchen, das ist wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft. Und dabei gibt es nun mal Gewinner und Verlierer." Zu den Verlierern zählt sich Milchbauer Hussi387 der von 55 Cent Verkaufspreis pro Liter Milch "mit 27 Cent pro Liter kaum genug zum Überleben" bekommt und ergänzt: "Die Discounter verdienen sich die goldene Nase und wir bekommen fast nicht genug um unsern Betrieb am Laufen zu halten. Zudem wird durch dieses immer billiger Kaufverhalten gerade die Massentierhaltung immer weiter gefördert."

tobix würde zwar gern dazu beitragen, dass es Bauern und Kühen dauerhaft besser geht, doch "wenn ich statt beim Discounter 55 Cent woanders 70-90 Cent hinlege - ändert das etwas? Ist das eine andere Milch? Vielleicht ja, wahrscheinlich aber steckt sich das der Markenhersteller in die Tasche (und in die Werbung)." Und ergänzt später: "Markenware bedeutet nicht automatisch eine faire Behandlung von Mitarbeitern, eine ökologische Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung."

Aufregung ist unnormal

Dass sinkende Preise Kritik bei den Usern auslösen, kann cybertanne nicht verstehen: "Alle regen sich auf, wenn Strom- oder Gasversorger angesichts mangelnden Wettbewerbs ständig die Preise erhöhen und der Kunde machtlos zusehen muss. Funktioniert der Wettbewerb, wie im Einzelhandel, dann wird über sinkende Preise gejammert. Normal ist das nicht!"

Den goldenen Mittelweg hat hier_ist_micha für sich gefunden: "Beim Discounter kaufe ich häufig nur Obst und Gemüse, die sind dort laut Greenpeace inzwischen sehr gut auf Schadstoffe getestet. Und gerne auch mal Sachen, wo es kaum Qualitätsunterschiede gibt, wie Toilettenpapier und Küchenrollen. Sobald es aber um Geschmack und Qualität geht, sind mir Markenprodukte doch viel lieber. Nutella schmeckt mir halt besser als die Eigenmarken von Aldi & Konsorten. Und die müssen nicht viel teurer sein, wenn man sie im Sonderangebot einkauft."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.