bochum Blick über den Tellerrand


Ruhr-Universität setzt auf die Zusammenarbeit der einzelnen Fakultäten

Ruhr-Universität setzt auf die Zusammenarbeit der einzelnen Fakultäten

Fächerübergreifende Zusammenarbeit, Identifikation und Öffnung für eine breitere Öffentlichkeit - diese drei Ziele verfolgt die Ruhr-Universität Bochum (RUB), um künftig neue Wege in der Bildungspolitik beschreiten zu können. Zu diesem Zweck startet das noch junge Projekt »studium generale« in diesem Wintersemester in eine neue Phase. Jeden Donnerstag lädt die RUB zu verschiedenen Veranstaltungen und Ringvorlesungen ein, die sich explizit an die Öffentlichkeit richten.

Offiziell eröffnet wurde das »studium generale« am 19. Oktober vom Bochumer Rektor Prof. Dr. Dietmar Petzina. Anschließend sprach Prof. Dr. Christian Link von der Evangelisch-Theologischen Fakultät zum Thema »Der Mensch als Bild Gottes«. Besonders positiv ist zu vermerken, dass sich die Eröffnungsveranstaltung eines regen Besuches sowohl zahlreicher Studenten als auch interessierter Bürger erfreute: »Sollte sich dieses Interesse über das komplette Wintersemester bestätigen, wird das «studium generale» in den nächsten Jahren sicherlich weiter ausgebaut werden«, war aus Kreisen des Bochumer Rektorates zu vernehmen.

Inhaltlich verbindet das Projekt eine Reihe von Themen verschiedener Wissenschaftsbereiche. An der Ringvorlesung »Menschenbild - Menschenbilder« beteiligen sich alleine sieben Fakultäten der RUB. Das Thema ist so umfassend, dass es vom Menschen als Ebenbild Gottes über die Kriminalität in unserer Gesellschaft bis hin zu moderner Genomforschung reicht.

Mit den »Vorlesungen zur Wissenschaftsgeschichte« präsentieren einzelne Fächer ihren gegenwärtigen Forschungsstand und erinnern in weiteren Vortragsreihen an bedeutsame Wissenschaftler der RUB, die in den letzten Jahren verstorben sind.

Die »Vorlesungsreihe Grundwissen« schließlich soll Kenntnisse über Theologie, Philosophie und die Antike als Basis zu einem angemessenen Verständnis neuer Literatur und der Kunstgeschichte in Europa vermitteln. Darüber hinaus wird es noch weitere Sonderveranstaltungen und Ringvorlesungen geben. Das Programm wurde in einer Broschüre zusammengestellt, die an den zentralen Stellen der RUB erhältlich ist. Da bereits mehrere Fa-kultäten neue Veranstaltungen angemeldet haben, wird das »studium generale« im Wintersemester 2001/02 mit Sicherheit fortgeführt werden.

Interdisziplinarität verstärken und Identifikation fördern

Mithilfe solcher Projekte erhofft die Ruhr-Universität, interne Synergieeffekte erzielen zu können. Die enge Zusammenarbeit unter den Fakultäten soll dazu führen, Grenzen zwischen den einzelnen Fächern aufzubrechen und den Studenten somit die Möglichkeit gewähren, ein breiteres Wissensspektrum zu erlangen. Damit soll der Forderung von Politik und Wirtschaft Rechnung getragen werden, Allrounder auszubilden, die mit einem hohen Maß an Flexibilität in das Berufsleben eintreten und in der Lage sind, sich möglichst schnell auf neue Sachver-halte und veränderte Bedingungen einzustellen. Deshalb versucht das Institut neben dem spezifischen Fachwis-sen auch Kenntnisse aus anderen wissenschaftlichen Bereichen zu vermitteln.

Diese Interdisziplinarität spiegelt sich bereits in verschiedenen Studiengängen wider. Der Abschluss als Magister beispielsweise, ein in Bochum weit verbreiteter Studienabschluss, kann nur durch die Kombination aus einem Hauptfach und zwei Nebenfächern erlangt werden. Darüber hinaus verlangen viele Studienordnungen die Bele-gung von Veranstaltungen anderer Fakultäten. Wie wichtig ein solcher Blick über den Tellerrand sein kann, belegen Aussagen aus der Wirtschaft, dass häufig nicht ein spezifisches Fachwissen sondern das Zusammenspiel von wissenschaftlichem Denken und Arbeiten über Erfolg und Misserfolg im späteren Beruf entscheiden. Diese Effekte können aber nur dann erzielt werden, wenn die Fakultäten untereinander stärker zusammenarbeiten. Daher kommen Projekten wie dem »studium generale« noch eine weitere wichtige Bedeutung zu: Sie sollen die Identifikation als Gesamtuniversität fördern und die Bereitschaft forcieren, Beziehungen zwischen den einzelnen Fächern weiter auszubauen. (sh)


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