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USA Fisher-Price verkauft Homeoffice-Set für Kinder – Eltern sind zwiegespalten

Mit dem "My Home Office"-Set von Fisher-Price können Kinder das Arbeiten von zu Hause nachahmen. 
Mit dem "My Home Office"-Set von Fisher-Price können Kinder das Arbeiten von zu Hause nachahmen. 
© Fisher-Price
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird Arbeitnehmern dazu geraten, aus dem Homeoffice zu arbeiten. Der Spielzeughersteller Fisher-Price hat auf die Wende im Arbeitsmarkt reagiert und ein Homeoffice-Set für Kinder auf den Markt gebracht. Eltern reagieren auf Twitter mit gemischten Gefühlen.

Das Arbeiten von zu Hause ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zum Alltag geworden. Nicht selten stellt auch Kinderspielzeug Alltagssituationen in Miniaturform dar. Früher gab es den Krämerladen und die Kinderküche, heute können Kinder Homeoffice spielen.

Der US-amerikanische Spielzeughersteller Fisher-Price hat nun ein Homeoffice-Set herausgebracht. Darin enthalten sind ein Laptop, ein Headset, ein Smartphone, zwei Präsentationen und ein "Coffee to go"-Becher. Drew Harwell, Tech-Reporter der "Washington Post", twitterte mehrere Bilder von "My Home Office" – und spaltete damit die Eltern-Community.

Harwell bezeichnet das Spielzeug als "trostlos"

In seinem Tweet bezeichnet der Journalist das Spielzeug als "trostlos" und zitiert die Worte aus der Werbung von Fisher-Price: "Hol' dir schnell einen Latte zum Mitnehmen, der Bericht ist heute Morgen fällig. Ab drei Jahren und älter." Unter seinem Posting klinken sich Eltern ein – und die sind durchaus geteilter Meinung.

"Das hat mich buchstäblich zum Weinen gebracht. Ich bin am Boden zerstört, wenn ich an die Kinder denke", schreibt einer der Follower. Andere meinen, das Spielzeug sei der Inbegriff des puren Kapitalismus und machen sich über die zukünftige Generation lustig: "Mit dem Homeoffice-Set ist ihr Vorschulkind sein eigener Boss am heimischen Arbeitsplatz, des lokalen Coffee-Shops oder sogar des Mondes." Wichtige Business-Talks ließen sich mit dem hölzernen Smartphone samt Headset führen und das Lieblingsgetränk jeglicher Art aus dem Becher trinken.

Manche Eltern sehen das Spielzeug positiv

Es gibt aber auch positive Kommentare unter Harwells Posting, die an "My Home Office" nichts Verwerfliches finden können. "Ich stimme zu, es ist trostlos. Aber auch meine 22 Monate alte Tochter läuft im Haus umher, 'schlürft Kaffee' und ihr neues Lieblingsspielzeug ist eines meiner alten Netbooks. Sie sitzt auf der Couch und 'arbeitet von zu Hause' neben mir." Die Userin glaubt, das Spielzeug werde ein großer Hit.

Ein weiterer Nutzer schreibt, dass er mit einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen sei und es schön findet, dass arbeitende Eltern so normalisiert würden. "Die 'Little Miss Homemaker'-Küchensets sind für mich viel trauriger", lautet sein Fazit. Damit spielt er auf ein Set von Küchenutensilien aus den 1950er-Jahren an.

Tatsächlich wirken Spielzeugküchen, Staubsauger und Waschmaschinen angesichts des progressiveren Frauenbildes heute verstaubt. Eine Mutter schreibt, Kinder liebten es eben, genau die Sachen nachzuahmen, die ihre Eltern tun. Insofern mache auch ein Homeoffice, wie es viele Kinder seit Monaten mit ihren Eltern erleben, durchaus Sinn. Das scheint auch Fisher-Price erkannt zu haben, denn im Zuge der "Mini-Me"-Serie brachte der Spielzeughersteller nicht nur das "My Home Office"-Set, sondern auch das "Biceps Gift"-Set mit Spielzeughanteln und das "Cutest Chef"-Set für kleine Hobbyköche heraus. 

Quellen: Twitter, Fisher-Price

yak

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