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Love from Hell: Straight Edge in Sachen Liebe. Geht das?

Liebe tut nicht immer gut. Nach einer schmerzvollen Trennung ist eine Pause sinnvoll, ehe das nächste Abenteuer folgt. Aber wie schafft man es, für eine Weile Straight Edge zu sein – in einer Spaßgesellschaft, die praktisch nur aus Verführungen besteht

Love Detox ist gar nicht mal so leicht. Überall warten Versuchungen.

Love Detox ist gar nicht mal so leicht. Überall warten Versuchungen.

Getty Images

Wer gerade frisch verlassen, betrogen, gedemütigt, ersetzt wurde, dramatisiert seine Lage gerne mal und jammert: "Ich werde nie wieder lieben können! Mein Herz wurde gebrochen. Das ertrage ich nicht noch einmal." Aber so einfach ist das leider gar nicht – weil in dieser tollen Welt theoretisch hinter jeder Straßenecke neue aufregende Menschen lauern, die uns begeistern könnten. Da muss man dann erst mal widerstehen können.

Wer sich jetzt – mit (noch) gebrochenem Herzen – vorschnell in die nächste Affäre stürzt, dem ergeht es wie jemandem, der seinen Kater mit einem Konterbierchen betäubt, aus dem dann zwei oder drei werden, und der infolgedessen am nächsten Tag schon wieder verkatert ist. Vielleicht sogar noch schlimmer! Gesund ist das nicht.

Liebes-Detox als Medizin

In der Liebe läuft es ähnlich. Man kann sich über Enttäuschungen zwar mit Flirts hinwegtrösten, aber die Wunden klaffen trotzdem noch, sind nicht plötzlich verschwunden. Wer sich in diesem fragilen Zustand hauruckartig in die nächste Beziehung stürzt, verdrängt seinen Kummer lediglich. Er ist nicht weg, sondern wird eines Tages zurückkommen, wenn man es am wenigsten erwartet.

Deshalb ist es besser, seinen Herzschmerz erst mal vorsichtig heilen zu lassen, am besten auf einer ausgedehnten Kur – mit Liebes-Detox als Medizin.

Stichwort: Straight Edge (zu Dt.: "nüchterner Vorteil" oder "gerade Kante"). Schon mal gehört? Das ist eine Gegenkultur aus dem Bereich des Hardcore Punks, deren Grundsatz lautet: Don't fuck. Don’t drink. Don’t smoke.

Für die Mitglieder kommen u. a. One-Night-Stands nicht in Frage, weil sie Menschen nicht als Sexobjekte erniedrigen wollen. Mit Selbstdisziplin gegen die Zwänge und Verführungen der Spaßgesellschaft! Dazu könnte man mittlerweile auch fast schon die "Ware Liebe" stellen.

Unsere Städte sind zugepflastert mit Plakaten von Dating-Apps, Hochzeiten und Junggesellenabschiede werden heutzutage zu gigantischen, dekadenten Events aufgeblasen und Werbung, Medien, Hollywood vermitteln Singles, dass er für sie nur ein Ziel im Leben geben kann: ENDLICH den richtigen Partner finden und eine Familie gründen.

Aber die Liebe ist nun mal nicht immer nur der Ponyhof, als der sie uns verkauft wird. Liebe kann schwere Wunden hinterlassen, uns in Depressionen stürzen, unser ganzes Leben aus der Bahn werfen. In diesem Zustand rate ich: Don’t love.


Aber das ist gar nicht so einfach – sein Herz nicht gleich wieder an den nächstbesten Charmeur zu verlieren. Deshalb kommen hier mal 7 (nicht ganz ernst gemeinte) Tipps, die garantieren, dass du erst mal eine Weile allein bleibst:


1. Lass dir einen Damenbart wachsen. Oder kleb dir einen falschen Bart auf.

2. Vermeide es, deine Wohnung zu verlassen. Nutze Lieferdienste und Home Office.

3. Niste dich für eine Weile bei deinen Eltern ein. In deinem alten Kinderzimmer ist das W-Lan sehr schlecht. Ein Nachtleben existiert praktisch nicht. Dafür gibt es immer genug zu essen und du kannst in Ruhe fett werden.

4. Wirf dein Smartphone ins Klo. Wirklich.

5. Trage immer gut sichtbar ein paar Exemplare des "Wachtturms" mit dir herum. Wenn dir jemand zu nahe kommt, faselst du etwas von Jehovas Königreich.

6. Schieb einen Kinderwagen mit einer Babypuppe darin vor dir her, wenn du doch mal das Haus verlassen musst. Trage löchrige Klamotten und trainiere dir ein irres Lachen an.

7. Statt kitschiger Liebesfilme schaust du dir ab sofort nur noch Dokus über Krieg, Naturkatastrophen und einzelgängerische Eisbären an.

Zieh das Programm vier Wochen durch. Danach, das verspreche ich dir, bist du geheilt und wieder bereit für eine neue Liebe.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.