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H. Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Junger Rammler oder alter Hase - Wie alt ist der perfekte Liebhaber?

Na, Ladies, was favorisiert ihr im Bett – einen knackigen Twen (Stichwort: Ausdauer!) oder einen älteren, erfahrenen Ü40-Lover? Gibt es überhaupt DAS perfekte Alter für einen Liebhaber?

Alt oder jung? Am Ende ist es eine Geschmacksfrage.

Alt oder jung? Am Ende ist es eine Geschmacksfrage.

Als Teenager galt meine Bewunderung jenen Mädchen, die mit 13 bereits das hatten eine halbwegs frauliche Figur zu haben. Mit schönen großen Brüsten, feinen Gesichtszügen und Klamotten, die gut saßen. Dadurch erschienen sie nämlich automatisch auf dem Radar der heißen Boys aus den höheren Jahrgängen. Wer mit einem von ihnen zusammen war, hatte es bis ganz nach oben in der Schulhofhierarchie geschafft und durfte sich an den damit einhergehenden Privilegien erfreuen: Fortan wurde man mit dem Auto (!) abgeholt, auf die feuchtfröhlichen Partys der "Älteren" eingeladen" – und bestenfalls zeitnah von einem "erfahrenen" Lover (= Zehntklässler) ENTJUNGFERT. Statt von einem stümperhaften Gleichaltrigen.

Tja, damals bedeuteten drei Jahre Altersunterschied eben noch die Welt.  Heute ist das anders. Ich bin mittlerweile 31. Meine letzten Partner waren meist zehn Jahre älter als ich. Privilegien? Naja. Im Alltag habe ich davon kaum etwas bemerkt. Heute machen ja alle Kerle auf "Berufsjugendlicher". Nur im Bett, da spürt man einen Unterschied. Finde ich. Es ist intensiver. Man kann sich besser fallenlassen, fühlt sich gut aufgehoben,  muss nicht mehr viel erklären. Man hat einfach den Eindruck: Ein Großteil der Männer ab 40 haben die Gebrauchsanleitung "Frau" gelesen, verstanden und können sie auch umsetzen. Nicht alle, klar. Auch im fortgeschrittenen Alter gibt’s leider noch viele Ego-Rammler, die Frauen dazu bringen, Orgasmen vorzutäuschen. Um die Matratzenodyssee abzukürzen.

Manchmal wissen sie nicht, was sie tun

Und die Jüngeren? Madonna, bekanntlich ausgewiesene Expertin in Sachen blutjunge Lover, sagte einmal: "Sie wissen nicht, was sie tun, aber sie tun es die ganze Nacht." Ob das als Kompliment gemeint war? Das kommt sicherlich darauf an, worauf man steht: Einen, der die ganze Nacht kann? Oder einen, der es einmal pro Nacht tut – aber dafür gründlich. Eine Typfrage.

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Wenn die Puste ausgeht

"Ich hasse es, wenn mein Freund schon nach der ersten Runde einpennt", beschwerte sich erst kürzlich meine Freundin Kaja. "Da komme ich doch erst richtig in Fahrt." Sie ist Ende 20, er fast 50. Klar, wir Frauen können mühelos mehrmals hintereinander (zum Orgasmus kommen) – auf die unterschiedlichsten Arten. "Und die möchte ich auch alle auskosten", sagte Kaja. Deshalb will sie sich demnächst wieder einen etwas Jüngeren suchen. "Zur Not gebe ich ihm eben Anweisungen. Hauptsache, er hält schön lange durch."

Anders sieht das meine Bekannte Paula. "Ich mag richtig intensiven, emotional aufgeladenen Sex. Das geht am besten mit einem Mann, dem ich nichts mehr erklären muss. Die Zeiten, in denen ich aus Mitleid Orgasmen vorgetäuscht habe, liegen definitiv hinter mir."

Ich fasse zusammen: Guter Sex ist keine Frage des Alters – sondern des Einfühlungsvermögens. Entweder man hat es (und steigert es mit den Jahren immer weiter) oder man hat es nicht. Dann spielt es auch keine Rolle, ob man kurz vor dem Abi oder der Rente steht.


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