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H. Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Opium statt Viagra - so funktioniert der indische Tantra-Sex

Indische Männer sind der Knaller. Du buchst einen Stadtrundgang – und bekommst stattdessen (ungefragt) einen Nachhilfekurs in Sachen Sex, Drogen und Potenzmittel.

Opium zur Sex-Verlängerung - darauf muss frau erst mal kommen ...

Opium zur Sex-Verlängerung - darauf muss frau erst mal kommen ...

Hoppala! Eben haben wir uns noch höflich zur Begrüßung die Hand gereicht und jetzt erzählt mir Sulek schon irgendwas von, äh, und Tantra! Wie konnte das nun wieder passieren? Typisch. 

Wir irren gemeinsam durch das Gassenlabyrinth der heiligen Stadt Varanasi und sind auf dem Weg zu einem berühmten Astrologen. (Das gehört hier so zum Lifestyle und deshalb ein ganz normaler Programmpunkt meines Stadtrundgangs.) Aber Sulek ist schneller!

Händchen-Lesen 

"Zeig mal deine Hand. Ich kann daraus lesen." Das kann hier irgendwie jeder. 

"Oh, du wirst zwei Ehemänner haben!" Komisch, bisher hatte ich noch nicht einen, bin aber gerade schwer verknallt. Bedeutet das etwa, dass es mit meinem neuen Freund nicht lange halten wird?! Ich hoffe, Sulek irrt sich ... 

"Keine Sorge, du hast ein sehr gutes Karma", behauptet mein schnurrbärtiger Guide, während wir uns an einer Kuh vorbeischlängeln. 

"Das ist sehr sexy!" Und kurz darauf: "Rauchst du gern Haschisch? Wenn du willst ..." Ich schüttle den Kopf. "Nee, vertrag ich nicht."

Land der Hasch-Schwaden

Tatsächlich liegt der Duft von indischem Ganja überall in der Luft. Süßlich, schwer, macht fast schon passiv high. Hinduistischen Shiva-Mönche und (ausländischen) Möchtegerns pfeifen sich das Zeug am Ganges in rauen Mengen rein. Stichwort: Bewusstseinserweiterung. Oder doch eher: Langeweile? 

"Wie ist das eigentlich mit ", will ich wissen. "Ständig will mir hier einer was andrehen. Das ist doch illegal und ganz schön heftiges Zeug, oder?"

Für den laaangen Sex

Sulek kichert. "No problem. Wenn‘s nur ein paar Gramm für den Eigenbedarf sind, wird dich keiner verhaften. Die Leute, die das Zeug aus dem Himalaya herbringen, tragen das volle Risiko."

So, so. "Rauchst du auch manchmal Opium?", frage ich. Sulek zuckt mit den Schultern und leuchtet mir mit einer Taschenlampe den Weg. "Selten. Wenn ich Sex haben will mit meiner Frau. Deshalb nehmen es die meisten normalen Leute in Indien. Man kann dann länger ... Das nennen wir Tantra. Very slowly, for maaaaaaany hours." 

Ich mache große Augen. "Ach, das ist für euch so eine Art ?" Sulek nickt. "Ja, genau. Sehr anregend. Macht auch nicht gleich süchtig. Und die normalen Leute rauchen es in ihrem Schlafzimmer, nicht auf der Straße." Tja, was für unsereins das Gläschen Wein ist ...  

"Was kostet der Spaß", will ich wissen. Sulek kratzt sich am Kopf. "Wieso, willst du welches kaufen?" Nee, nee, nur so aus Interesse. "Also ein Gramm kostet ca. 700 Rupien." Ungefähr 8 Euro. In Indien ist das viel Geld. 

"Ist ja nur für besondere Anlässe. Die Hochzeitsnacht zum Beispiel", erklärt mir Sulek und streicht sich grinsend über den Schnurrbart. "Oder, wenn du nach ein paar Jahren nicht mehr so doll verliebt bist in deine Frau, aber trotzdem abliefern musst." 

Wirklich clever, diese Inder. 


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