HOME

Jugend forscht: Nichts ist unmöglich

Beim 38. Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" zeigten Nachwuchstalente, dass man auch mit bescheidenen Mitteln Beachtliches leisten kann.

Florian Grüßing konnte einfach nicht glauben, was er da in der Zeitung las. Warum sollte es mehrere Tage dauern herauszufinden, ob man einen Straßenbelag recyclen kann? Schließlich war dazu bloß der Gehalt an gefährlichen "Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen" zu bestimmen. Das musste doch schneller gehen! Und für weniger als 100 Euro pro Test machbar sein.

"Aus Spaß und Neugier"

Der 16-Jährige ging in seinem Kellerlabor ans Werk. Und fand einen Weg, den schädlichen Stoffen via UV-Licht und Farbreaktion auf die Spur zu kommen, binnen einer halben Stunde und mit einem Materialpreis von 50 Cent pro Prüfung. Weil das Verfahren ganz einfach ist und keine gefährlichen Chemikalien dafür gebraucht werden, kann es sogar gleich auf der Deponie angewandt werden. Florian sagt, er habe sich nur "aus Spaß und Neugier" auf die Sache gestürzt. Aber das Ergebnis ist so beeindruckend, dass der Hannoveraner dafür am vergangenen Sonntag beim 38. Bundeswettbewerb "Jugend forscht" in Ludwigshafen mit dem ersten Preis in der Kategorie Chemie geehrt wurde.

Solarenergie statt Batterien

Wie Florian hatten sich in diesem Jahr viele der 8153 Teilnehmer um die Lösung ganz praktischer Probleme bemüht. So fand der 18-jährige Andreas Neuzner aus dem hessischen Hüttenberg die handelsüblichen MP3-Player zu teuer und ärgerte sich außerdem, dass er so viele Batterien brauchte, wenn er seine Lieblingssongs von Jimi Hendrix und Bruce Springsteen auch unterwegs hören wollte. Das Resultat des Frusts sind ein selbst gebauter Player mit digitalem Speichermedium und eingebauten Solarzellen, um den ihn nun viele Freunde beneiden - und der "Jugend forscht" - Bundessieg im Fachgebiet Technik.

Spezialcomputer für den autistischen Freund

Florian Dietrich und sein Freund Tobias Henkel aus der Nähe von Memmingen bekamen den Sonderpreis des Bundespräsidenten dafür, dass sie sich um die Verständigung mit Max kümmerten, einem autistischen 16-Jährigen, der an ihrer Schule Mathematik lernt. Max äußerte sich, wie viele Autisten, indem er auf Buchstaben auf einem Zettel deutete - und brauchte dabei stets jemanden, der seine Hand stützte. Die beiden Jungforscher bauten einen Computer um und versahen ihn mit eigener Software sowie einer Spezialmaus, sodass ihr Schulkamerad nun endlich allein schreiben kann.

Arbeitsalltag erleichtern

Um das Wohl der Waldarbeiter sorgte sich Ralf Basler (Bundessieger Arbeitswelt). Der 20-Jährige aus Baden-Württemberg hilft seinem Vater beim Bewirtschaften eines Waldstücks an der Grenze zur Schweiz und hat reichlich Erfahrung im Umgang mit der Motorsäge und den gut einen Meter langen Messgeräten, die man an die gefällten Bäume anlegt, um sie dann in gleich große Stücke zu zerlegen. Gerade das Hantieren mit diesen "Reißmetern", so weiß Ralf Basler, geht den Waldarbeitern gewaltig auf den Rücken - und ist nicht wirklich nötig. Der junge Mann montierte einen Laserpointer so an die Motorsäge, dass man die Zerlegestücke nicht mehr von Hand abmessen muss.

"Lernen beginnt zu spät"

Dass es manchmal allerdings einiger Beharrlichheit bedarf, um seine Talente schon in jungen Jahren ausleben zu dürfen, zeigt das Beispiel der Siegerin in der Kategorie Biologie. "In Deutschland beginnt das Lernen viel zu spät, sogar Sechsjährige haben noch einen Schnuller im Mund", klagt die 19-jährige Jana Ivanidze. Sie selbst lebte in diesem Alter noch in der Ukraine, hat dort mit zwei Jahren von der Mutter lesen gelernt, im Kindergarten Englisch, in der Grundschule Hebräisch. Seit zehn Jahren wohnt Jana Ivanidze in Bayern und spricht längst akzentfrei Deutsch. Mit ihrer Mutter, die bei Karstadt arbeitet, parliert sie noch immer auf Russisch, dazu beherrscht sie Französisch, Spanisch und Chinesisch.

Als Jana 14 war, reichten ihr Biologie-Fachbücher nicht mehr. "Also bin ich ins Institut für Molekularbiologie der Uni München gegangen und habe die erstbesten Leute nach einem Praktikumsplatz gefragt", erzählt sie. "Die haben mich total ausgelacht."

Mediziner bekommen die "cooleren Projekte"

Notgedrungen belegte Jana also erst einmal einen "langweiligen" Volkshochschulkurs. Erst nach etlichen Telefonaten mit dem Kursleiter hatte sie schließlich einen Praktikumsplatz am Zoologischen Institut der Uni, wo sie ein amerikanischer Professor "sofort als gleichwertig behandelt hat und mich seither unterstützt". In den vergangenen Monaten befasste sich die Münchnerin mit Schleimpilzen und schleuste in deren Zellen ein gentechnisch verändertes, leuchtendes Protein ein - eine Grundlagenarbeit zum besseren Verständnis des Stoffwechsels. Auf den "Jugend forscht"-Bundessieg folge nun ein Medizinstudium, sagt die 19-Jährige. Biochemie interessiert sie zwar auch - aber "als Mediziner kriegt man die cooleren Projekte".

Werner Hinzpeter / print

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.