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Viral-Hit in den USA: "Ich wünschte, mein Lehrer wüsste, dass ..."

Mit einer schlichten Aufforderung hat eine amerikanische Grundschullehrerin ihren Drittklässlern erschütternde Geheimnisse entlockt. Die Einblicke in Kinderherzen finden online noch immer großes Mitgefühl – und Nachahmer in Schulen.

Handgeschriebene Schülerantwort

"Ich wünschte, mein Lehrer wüsste, dass ich keinen Freund zum Spielen habe": Unter #iwishmyteacherknew hat Kyle Schwartz die Reaktionen ihrer Schüler bei Twitter veröffentlicht. Nach mehr als anderthalb Jahren haben sie nichts von ihrer Brisanz verloren – und finden online noch immer Tausende Leser.

Eine amerikanische Grundschullehrerin aus Denver, Colorado, wollte von ihren Schülern aus der dritten Klasse erfahren, was sie ihr gerne mitteilen möchten. Dinge, die bislang nie zur Sprache gekommen waren und die den Kindern wichtig waren. Sie verteilte Zettel mit dem Satzanfang "Ich wünschte, mein Lehrer wüsste, dass ...", den die Kinder vervollständigen sollten. Was sie zurückbekam, war eine erstaunliche Bandbreite an Antworten. Von harmlosen "... ich aufs College gehen möchte" bis hin zu erschütternden Offenbarungen, die Lehrerin Kyle Schwartz wohl so erstaunt haben, dass sie sie bei Twitter veröffentlichte: Unter #iwishmyteacherknew startete sie im Frühling 2015 ein "Bildungsgespräch" (#edchat). 

Der weltweite virale Erfolge bewies, dass sie ein gutes Gespür für den Redebedarf ihrer Schützlinge bewiesen hatte. Kyle Schwartz hat die Antworten ihrer Zöglinge nun zusammengetragen und als Buch veröffentlicht


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Obwohl manche Reaktionen so traurig sind, dass sie fast nach einer Ausrede klingen, etwa "Ich habe zu Hause keine Stifte, um meine Hausaufgaben zu machen", handelt es sich tatsächlich um Geständnisse, die leider wahr sind: Armut und Verwahrlosung bilden bei den Antworten keine vereinzelten Ausnahmen. Doch es kamen nicht nur erschreckende Ergebnisse zurück. Viele waren auch witzig, wissbegierig oder liebevoll ("... ich liebe meine Familie"), alle jedoch sehr erhellend. Sie zeigten Kylie Schwartz, dass Lehrer und Erzieher die jeweiligen Umstände eines Kindes kennen müssen, um ihm eine offene, sichere und unterstützende Lernumgebung bieten zu können. Und, dass sie manchen Erziehungsfehler hätte vermeiden können, wenn sie mehr über die Kinder gewusst hätte.

Inspiriert durch Schwartz' Vorbild zogen andere Lehrer nach. Eine Vertrauensbasis zu ihren Schülern zu schaffen, die sich durch das Mitteilen von Herzensangelegenheiten ergibt, hatte sie überzeugt. Und auch die Eltern.

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bal
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