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Krebs bei Kindern: Der Tod dieses Jungen soll nicht umsonst gewesen sein

Der sechsjährige Michael Mosier starb in diesem Jahr an einem seltenen Gehirntumor. Seine Mutter setzt sich nun mit bewegenden Worten für betroffene Familien ein und erinnert zum Schulstart an jene Kinder, die gegen mehr als schlechte Noten kämpfen.

Michael mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester

Michael mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester. Durch die Krankheit nahm er stark an Gewicht zu und war auf einen Rollstuhl angewiesen.

"Eine Woche vor der Diagnose holte der Bus unseren Sohn zu seinem ersten Vorschultag ab. Er trug voller Stolz seinen neuen Rucksack, darin seine neue Lunchbox, in der ich einen Zettel für ihn versteckt hatte. Später saß er mit seiner kleinen Schwester auf der Treppe vor unserem Haus und lächelte für sein Einschulungsfoto in die Kamera. Noch eine Woche davor hatte er seinen sechsten Geburtstag gefeiert und war mit seinen Freunden auf dem Trampolin herumgesprungen. Jetzt kämpfte er um sein Leben." Diese bewegenden Zeilen schreibt Jenny Mosier in einem Artikel über das Leben und die Krankheit ihres Sohnes, den die "Huffington Post" veröffentlicht hat. Pünktlich zum Schulanfang in den USA will sie auf die versteckten Leiden von an Krebs erkrankten Kindern und ihren Familien aufmerksam machen.

Michael Mosier erkrankte mit sechs Jahren an DIPG, einem aggressiven Hirntumor, der meist bei Kindern zwischen vier und elf Jahren auftritt. Die Überlebenschancen sind mit nur zehn Prozent sehr gering, nach der Diagnose leben die meisten Kinder nur noch ein dreiviertel Jahr. Michael schaffte achteinhalb Monate.

Kämpfen bis zur letzten Sekunde

"Der Schulanfang ist einer der Meilensteine, den Familien zusammen feiern. Es ist ein neuer Anfang, an dem wir darüber nachdenken, wie schnell unsere Kinder groß werden. Unser glücklicher Start in die Vorschule verwandelte sich in das Ende des Lebens, wie wir es kannten." Jenny Mosier schildert, wie schnell die Krankheit den Körper ihres Sohnes dahinraffte. Doch der Wille des kleinen Jungen blieb ungebrochen - noch drei Tage vor seinem Tod wollte er seine Lehrerin überreden, mit ihm zu Hause zu lernen und das, obwohl er schon nicht mehr richtig sprechen oder das Bett verlassen konnte.

Michael versuchte, gegen den Tumor zu kämpfen - denn auch wenn der Kampf gegen den Krebs in seinem Kopf von Anfang an nur eine sehr geringe Erfolgsaussicht hatte, setzte der kleine Junge sich andere Ziele: Er wollte helfen, DIPG zu bekämpfen. Mithilfe verschiedener Aktionen und großer Aufmerksamkeit für seine Geschichte in den Medien und den sozialen Netzwerken, schaffte er es, noch vor seinem Tod 119.000 US-Dollar zu sammeln, die der Krebsforschung bei Kindern zugutekommen. Seine Familie setzt diese Arbeit nun mit einer eigenen Stiftung fort und will DIPG bekannter machen, da die Forschung in diesem Bereich dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist.

"Eltern, deren Kinder an Krebs erkrankt sind, erwarten von dir nicht, dass du ihre Erlebnisse genau nachvollziehen kannst", schreibt Michaels Mutter. "Vielmehr brauchen diese Familien das Gefühl, dass du für sie da bist. Lass sie nicht unsichtbar bleiben." 

 Ein lebhafter Sechsjähriger: Michael kurz vor der Diagnose.

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