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Kinderbetreuung: Bayern ist das Schlusslicht

Laut Bundesfamilienministerin Renate Schmidt belegt Bayern den letzten Platz wenn es um Kinderbetreuung und Ganztagsschulen geht.

Bayern ist nach Angaben von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt Schlusslicht unter allen Bundesländern bei den Ganztagsschulen und der Kinderbetreuung. Beim familienpolitischen Kongress der bayerischen SPD in Neusäß bei Augsburg sagte die Politikerin, von rund 5000 Schulen gebe es im flächengrößten Bundesland Bayern "magere 29 Ganztagsschulen".

Vier Milliarden Euro für Ganztagsschulen

Schmidt appellierte beim Besuch einer Augsburger Grundschule, an der eine Ganztagesklasse eingerichtet werden soll, an die bayerische Staatsregierung, das Angebot der Bundesregierung zur Einrichtung von Ganztagsschulen anzunehmen. "Es wäre im Interesse der Eltern und Kinder sehr bedauerlich, wenn Bayern auf das Geld vom Bund verzichten würde", sagte die Ministerin. Sie betonte, dem Bund gehe es nur darum, die ganztägige Schülerbetreuung zu initiieren, nicht zu finanzieren. Den Ländern stünden vier Milliarden Euro für die Einrichtung von Ganztagsschulen oder Ganztagesklassen zur Verfügung, nicht für den Betrieb.

Die Bundesfamilienministerin kritisierte auch, dass in Bayern nur für 1,4 Prozent der unter Dreijährigen eine wirkliche Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung stünde. Obwohl Bayern eines der wohlhabendsten Bundesländer sei, weise das Land gemeinsam mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die geringste Anzahl an Krippenplätzen aus. Schmidt verwies auf europäische Nachbarländer, in denen die Kinderbetreuung besser geregelt sei. "Überall dort, wo es genügend Tages-Betreuung gibt, ist die Geburtenrate deutlich höher als in Deutschland", sagte sie.

Bayerns SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im September, der Landtagsabgeordnete Franz Maget (SPD), erklärte vor dem Forum, die bayerische SPD werde die Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien zu einem Schwerpunkt im Landtagswahlkampf machen. In Bayern bestehe in diesem Bereich "großer Nachholbedarf". Familien würden mit ihren Problemen weitgehend allein gelassen. Die CSU-Staatsregierung mache eine "ideologisch verstaubte Familienpolitik von gestern".

DPA

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