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Konsumklima: Verbraucher übertreffen Erwartungen

Die Kaufbereitschaft der Deutschen ist so hoch wie lange nicht mehr. Auch bei Unternehmen herrscht Optimismus. Experten fürchten jedoch, dass die Hochstimmung bald ein Ende haben könnte.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist einer Umfrage zufolge weiter gut wie lange nicht mehr. Auch in den kommenden Monaten dürfte ihre Zuversicht Experten zufolge steigen, sich aber 2007 wegen der höheren Mehrwertsteuer deutlich eintrüben. Das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte Konsumklima stieg für August um 0,6 auf 8,6 Zähler, wie die GfK am Donnerstag mitteilte. Der Anstieg beruhe allein auf der sehr stark gewachsenen Bereitschaft der Verbraucher, in nächster Zeit langlebige Produkte wie Autos oder Möbel zu kaufen.

Die Anschaffungsneigung habe im Juli den höchsten Stand der seit Anfang der 80er Jahre laufenden Umfrage erreicht. "Die Zahl überrascht mich. Nach der Euphorie der Fußball-WM habe ich eher mit einem Rückgang gerechnet", sagte SEB-Volkswirt Klaus Schrüfer. Allerdings ist die Zuversicht der Verbraucher der GfK zufolge nicht ganz ungetrübt: "Immer mehr Verbrauchern mangelt es an Vertrauen in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung", schrieben die Nürnberger Marktforscher. Die GfK befragt monatlich rund 2000 Menschen und errechnet daraus das Konsumklima für den folgenden Monat.

Experten bezweifeln dauerhaften Positivtrend

Der Indikator Anschaffungsneigung erreichte im Juli mit 57,5 Zählern den dritten Monat in Folge einen Rekord. "Die Anschaffungsneigung hat sich zwar erneut deutlich verbessert, aber die Frage bleibt, wie viel hiervon auf die vorgezogenen Käufe wegen der Mehrwertsteuererhöhung zurückgeht“, sagte Lothar Hessler von HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Das ist noch kein echtes Anzeichen, dass sich der private Konsum nachhaltig bessert." Andreas Rees von der HVB geht sogar davon aus, dass der private Konsum Ende 2006 wie eine Rakete steigen wird, um danach wie ein Stein zu fallen. "Die Gegenreaktion 2007 wartet schon auf uns."

GfK-Chef Klaus Wübbenhorst schätzt die zusätzliche Nachfrage in diesem Jahr wegen der bevorstehenden Steuererhöhung auf bis zu sechs Milliarden Euro: "Vor allem in den Branchen Textil, Bauwirtschaft und Unterhaltungselektronik wird in den nächsten Monaten verstärkt Geld ausgegeben", sagte er im Interview mit Reuters-TV. Die Erwartungen der Verbraucher für die Konjunkturentwicklung trübten sich ein, der Indikator verlor knapp fünf Punkte auf 15,6 Zähler. "Zusätzliche Belastungen wie der Ölpreis und Kosten durch die Gesundheitsreform können die Konjunkturentwicklung im nächsten Jahr gefährden", sagte Wübbenhorst.

Einkommensentwicklung entscheidend

Auch mit Blick auf ihre Einkommensentwicklung blieben die Deutschen skeptisch. Der entsprechende Teilindikator stieg im Juli um gut fünf Punkte auf einen Wert von minus 3,8 Zählern. Für den Pessimismus sind nach GfK-Ansicht vor allem die finanziellen Belastungen aus der bevorstehenden Steuererhöhung, der Gesundheitsreform sowie den gestiegenen Öl- und Benzinpreisen verantwortlich. "Entscheidend für den privaten Verbrauch ist nicht die Entwicklung der Stimmung, sondern des Einkommens. Da sehen wir in diesem Jahr kein Potenzial mehr", sagt Ralph Solveen von der Commerzbank.

Dennoch ist die Stimmung im deutschen Mittelstand so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter mehr als 20.000 Unternehmen beurteilen 32 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als gut, weitere 51 Prozent als befriedigend und nur 17 Prozent als schlecht. Bei Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten ist die Stimmung noch besser, erklärte der Chefvolkswirt der DIHK, Axel Nitschke, in Berlin.

Impulse kommen aus dem Ausland

Die gute Entwicklung sei vor allem Impulsen aus dem Ausland zu verdanken und nur in zweiter Linie der langsam anziehenden Inlandsnachfrage. "Das erklärt auch, warum die Kluft zwischen Mittelstand und Großunternehmen gegenüber unserer letzten Umfrage sogar noch tiefer geworden ist", sagte Nitschke. Für die "Großen" fielen auch die hohen Energiepreise und die anstehende Mehrwertsteuererhöhung weniger ins Gewicht, die im Mittelstand den Aufwärtstrend zunehmend bremsten.

Der DIHK befürwortet nach eigenen Angaben die vergangene Woche vom Kabinett beschlossene Mittelstandsinitiative von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Doch sollte die Bundesregierung dem Aufschwung im Mittelstand jetzt mit weit reichenden Reformen Kraft geben, hieß es. Der Arbeitsmarkt sei überreguliert, das Steuerrecht zu kompliziert und die Abgabenlast zu hoch.

Reuters/AP / AP / Reuters

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