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Ursachen und Therapien: Das sind die häufigsten Allergien bei Hunden

Wenn es Hunden schlecht geht, denken wir nur selten an Allergien. Dabei liegt die Erkrankung in vielen Fällen nahe, leidet doch fast jeder fünfte Hund an einer Unverträglichkeit. Hier finden Sie die häufigsten Allergien und ihre Ursachen im Überblick.

Die häufigsten Allergien bei Hunden

Häufiges Jucken kann eines der Symptome sein, die Allergien bei Hunden verraten

Getty Images

Oft sind es juckende, wund gekratzte Hautpartien, die uns stutzig machen. Leidet unser Hund vielleicht an einer Allergie? Dass diese Vermutung häufig zutrifft, zeigt die Zahl der erkrankten Vierbeiner. Schätzungsweise jeder fünfte Hund leidet an einer Allergie. Welche Unverträglichkeiten am häufigsten vorkommen und welche Symptome sie verraten, erfahren Sie hier im Überblick. 

Allergien gegen Futtermittel

Auslöser: tierische und pflanzliche Eiweiße im Futter, häufige Auslöser sind Rind, Huhn und Getreide

Symptome: Hautentzündung (siehe Atopie), chronisch auftretende Ohrenentzündung (Otitis) oder Verdauungsprobleme, die durch entzündliche Prozesse in Magen und Darm verursacht werden

Diagnose: Damit Allergieauslöser identifiziert werden, acht bis zwölf Wochen strikte Diät füttern. Dabei darf der Hund nur Zutaten in den Napf bekommen, die neu für ihn sind (zum Beispiel Pferde-, Straußen- oder Kängurufleisch), dazu möglichst nur eine Kohlenhydratquelle, etwa Kartoffeln. Nach einer Schonfrist Proteine vorsichtig unter das Futter mischen, genau protokollieren, auf welche Zutat der Organismus reagiert. Weitere Diagnose: Bluttest

Therapie: Auslösende Proteine lebenslang meiden. Manche Futtermittelhersteller verwenden für ein spezielles Allergiefutter nur Eiweiße, die der Hundeorganismus noch nicht kennt. Hilfreich sind auch spezielle Hundenahrungssorten, bei denen die Aminosäuren so stark zerkleinert (hydrolysiert) wurden, dass die Immunabwehr sie nicht mehr erkennen kann. Vorteil: Auf diese Weise kann der Hund trotz Allergie weiterhin vollwertig ernährt werden. Wichtig: In vielen Diäten wird Lamm verwendet, das aber seit fast zwanzig Jahren häufig in herkömmlichen Futtersorten enthalten und deshalb für eine Ausschlussdiät eher ungeeignet ist.


Allergien gegen Flöhe

Auslöser: Flohspeichel, bestimmte Bestandteile erreichen die entsprechenden Zellen

Symptome: Juckreiz, Haarausfall, Hautverdickung, -rötung und -veränderungen ("Hot spots"), besonders an Rücken- und Schwanzansatz, Innenseiten der Oberschenkel bis in die Hinterbeine

Diagnose: Findet man Flohkot, hat man schon die Diagnose

Therapie: Flohbekämpfung bei Hund und Umgebung, besonders der Liegeflächen, zum Beispiel mit "Frontline" (Merial): wirkt gegen Flöhe und Zecken, oder "Advantage" (Bayer): speziell gegen Flöhe


Atopische Dermatitis

Auslöser: alle Partikel, die über die Atemwege oder die Haut aufgenommen werden können wie Pollen, Schimmelpilze (eher selten) und Hausstaubmilben

Symptome: typisches Bild: Hautentzündungen am Kopf, besonders an den Ohren, aber auch an Pfoten, in den Achseln, der Leistenregion oder Umgebung des Afters, entzündete Stellen auch an Rücken und Nacken möglich. Symptome treten oft im zweiten oder dritten Lebensjahr auf, gelegentlich früher

Diagnose: Eine Atopie entwickelt sich meist im zweiten oder dritten Lebensjahr. Tritt sie saisonal auf, ist wahrscheinlich Pollenflug der Auslöser. Der Tierarzt macht einen Blut- und Intrakutantest

Therapie: Alle drei Tage mit Spezialshampoo und kühlem Wasser Allergene von der Haut schwemmen, das mildert den Juckreiz! Gegen Jucken helfen auch kortisonhaltige Salben oder Tabletten. Alternativ: "Ciclosporin" mit deutlich weniger Nebenwirkungen auf die Nebenniere und weitere innere Organe als Kortison. Auch Antihistaminika, kombiniert mit Omega-3-Fettsäuren, können Kortisonmengen reduzieren. Langzeittherapie: Bei der Hyposensibilisierung werden Allergene hochverdünnt unter die Haut gespritzt und von der ersten, sehr geringen Dosierung von Mal zu Mal gesteigert. Dauer: zunächst ein Jahr, dann lebenslang, wenn sich eine Wirkung gezeigt hat. Ganz aufhören darf man nie, es besteht die Gefahr des Rückfalls, nach dem kein erneuter, wirklicher Erfolg möglich ist


Kontaktallergie

Auslöser: Gummi, etwa im Hundespielzeug, Teppichduftstoffe, Putzmittel, Metalle, zum Beispiel im Napf

Symptome: An typischen Kontaktstellen wie Bauch, Maul, im Halsbandbereich oder an den Pfoten zu finden und bei Nutzung ungeeigneter Pflegemittel (Shampoos) auch am ganzen Körper

Diagnose: Es ist schwierig, die Allergene zu identifizieren, da ein Epikutantest, bei dem die Stoffe auf die Haut geklebt werden (so bei Menschen durchgeführt), bei Hunden nicht realisierbar ist. Eine Möglichkeit der Diagnose wäre acht Wochen Kontaktverbot zum Verdachtsobjekt. Danach den Hund mit dem Gegenstand konfrontieren, die Reaktion genau beobachten

Therapie: Verbannung des Allergieauslösers aus dem Haushalt, zum Beispiel durch Wechsel von Metall- zu Keramiknäpfen


Überempfindlichkeit gegenüber Bakterien

Auslöser: zum Beispiel Hautbakterien (Staphylokokken)

Symptome: Hautentzündung und Pusteln wie bei der Atopie. Da hier eine Überempfindlichkeit vorliegt, handelt es sich allerdings nicht um eine echte Allergie

Diagnose: Wiederkehrende Hautinfektionen deuten möglicherweise auf eine Bakterien-Überreaktion hin

Therapie: Kortisonhaltige und antibiotische Salbe wirkt gegen Juckreiz und tötet Bakterien ab, zum Beispiel "Fuciderm" (Bayer). Medizinische Shampoos wie "Malacep" (CP-Pharma) wirken lokal gegen Infektionen mit Bakterien und Hefen


Allergien gegen Arzneimittel

Auslöser: Arzneimittel

Symptome: Nach der Impfung, Tablettengabe oder dem Auftragen von Spot-on und Salbe zeigt der Hund zeitnah Müdigkeit, Hautausschlag oder schlimmstenfalls Atemnot

Diagnose: Nur möglich, wenn der Zusammenhang zwischen Reaktion und Medikament deutlich ist

Therapie: Der Tierarzt wird andere Arzneimittel vorsichtig testen

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