HOME

LEIPZIG: Über den Wipfeln muss das Forschen lohnenswert sein

Universität und Umweltforschungszentrum untersuchen Flora und Fauna in Baumkronen

Universität und Umweltforschungszentrum untersuchen Flora und Fauna in Baumkronen

Die orange Gondel schaukelt am Arm des grünen Baukranes. Zwischen der Krone einer alten, knorrigen Eiche und dem Blätterdach eines Ahornbaum geht es sanft hin und her. Doch schön ist es trotzdem: Einen weiten Blick hat man über den Leipziger Nordwesten und den herrlichen Auwald.

Und was macht mittendrin der grüne Baukran? Als touristische Attraktion ist er nicht gedacht, vielmehr als wissenschaftliches Hilfsmittel. Denn die Universität Leipzig will gemeinsam mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH (UFZ) die Flora und Fauna im Kronenbereich dieses Stadtwaldes unter die Lupe nehmen. Rund 5.900 Hektar misst das Landschaftsschutzgebiet Leipziger Auwald, davon sind 1.974 Hektar Waldfläche. Weitere Wälder und Auenlandschaften schließen sich an, sogar bis nach Sachsen-Anhalt hinein. Untersucht werden aber nur 1,5 Hektar bis in 40 Meter Höhe.

Ausflug mit der Gondel

Die »luftige« Idee stammt von Prof. Dr. Wilfried Morawetz vom Institut für Botanik. Er hat 1995 ein ähnliches Projekt im Regenwald im Süden Venezuelas etabliert. »Es gibt nicht viele Projekte dieser Art. Vergleichbar wären Forschungen in Basel oder im Norden Japans«, klärt Peter Horchler auf. Der Diplombiologe kümmert sich unter anderem um die Koordination der wissenschaftlichen Projekte. Seit der Errichtung des Kranes im März hat er schon viele Wissenschaftler und Journalisten in der Gondel mitgenommen.

Rein wissenschaftlich ist allerdings noch nicht viel passiert. »Wir haben die Fördergelder für die ersten drei Jahre beantragt und hoffen nun, dass wir im Frühjahr 2002 richtig beginnen können«, sagt Horchler. Wenn das Geld erst einmal da ist, geht es rund auf dem Kran. Dann geben sich die Wissenschaftler der verschiedenen Fachbereiche praktisch die Kransteuerung in die Hand. 22 einzelne Projekte in den Bereichen Meteorologie, Botanik, Zoologie, Ökologie und Forstwissenschaften sind geplant. Interessant ist vor allem die vertikale Perspektive, die in die Untersuchungen einbezogen werden kann. Denn gerade über das Leben in den Kronenbereichen wissen die Forscher nicht viel.

»Die Entdeckung neuer Arten ist eher unwahrscheinlich. Solche, die im Unterwuchs selten angetroffen werden, erwarten wir aber schon«, sagt Peter Horchler. Einige Forscher interessieren sich für Luftalgen, die ähnlich wie Pollen umherfliegen. Andere suchen nach Flechten, Moosen, Käfern, Spinnen oder Wanzen. Insektenfallen sind aufgestellt, erste Proben genommen.

Prestigegewinn für die Universität

Was aber nutzt all der Aufwand dem Nichtbiologen, dem Milben, Springschwänze und Luftalgen ziemlich egal sind? Mitunter eine ganze Menge: »Wir untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Wald und Stadtklima und welchen Wert der Wald als Kohlenstoff-Speicher hat«, erklärt Biologe Horchler. In Zeiten von Bonner Klimagipfel und Kyoto-Protokoll ist dies nicht unwichtig. Schließlich wollen sich Kanada und Japan ihre Wälder als Pluspunkte anrechnen lassen. Auch die Forstwirtschaft kann aus den Untersuchungen ihren Nutzen ziehen - besonders, wenn es um neue Erkenntnisse über Fraßschädlinge oder Standortbedingungen der Baumarten geht.

Für die Universität ist das Projekt nicht nur ein willkommener Prestigegewinn, sondern bietet auch Betätigungsmöglichkeiten für die Studenten. Im Idealfall für zehn Jahre. »Diplomanden und Doktoranden sind willkommen«, sagt Peter Horchler. Eines müssen sie dann aber sein: schwindelfrei. Denn: »Einer der Wissenschaftler erklärte nach dem Kranausflug, dass er in Zukunft seinen Doktoranden schicken werde«, sagt Peter Horchler mit einem Augenzwinkern. (ahei)

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.