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Lidl-Kreditkarte: Das teure Spiel mit dem Rabatt

Rabatt auf alle Tankrechnungen durch eine Kreditkarte - In Zeiten steigender Spritpreise klingt so ein Angebot verlockend. Doch Verbraucherschützer warnen vor der Karte, die die Discounterkette Lidl anbietet.

Die Discounterkette Lidl bietet nicht mehr nur günstige Lebensmittel an, sondern seit Mittwoch auch eine Kreditkarte: die Super Mastercard der CC-Bank. Doch anders als bei den Lebensmitteln ist die Kreditkarte nur auf den ersten Blick günstig. Das Hauptversprechen, mit dem Lidl für die Karte wirbt, ist ein Rabatt von fünf Prozent an allen Tankstellen, an denen Mastercard als Kreditkarte akzeptiert wird. Der Rabatt wird auf Tankrechnungen bis zu 2000 Euro im Jahr gewährt, die maximale Ersparnis beträgt jährlich also 100 Euro Spritkosten.

Diesen Maximalbetrag schöpfen allerdings nur Vielfahrer aus: 30.000 Kilometer müssen Autofahrer zurücklegen, um bei einem Verbrauch von sechs Litern auf 100 Kilometern und einem Spritpreis von 1,10 Euro je Liter Diesel den Rabatt auszuschöpfen. Bei 10 Litern Verbrauch und 1,25 Euro je Liter sind es immerhin noch 16.000 Kilometer. Wer weniger fährt, dessen Rabatt liegt unter 100 Euro pro Jahr.

Kreditkarte mit Darlehensfunktion

Ansonsten scheint es sich bei der Super Mastercard um eine ganz gewöhnliche Kreditkarte zu handeln. Allerdings warnt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vor einem entscheidenden Unterschied zu anderen Kreditkarten: Die Super Mastercard der CC-Bank ist eine Kreditkarte mit Darlehensfunktion. "Schon Kreditkarten an sich verlocken die Kunden zu mehr Konsum und verleiten zu weniger Kontrolle," sagt Kristina Mladenovic von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Ein Phänomen, das bei Lidls Super Mastercard besonders ins Gewicht fällt. Bei den in Deutschland überwiegend eingesetzten Kreditkarten ohne Darlehensfunktion bucht das Kreditkartenunternehmen nach Rechnungserstellung den gesamten fälligen Betrag vom Girokonto ab. Als Kunde muss man sich also nicht selbst um den Ausgleich des Kreditkartenkontos bemühen. Dies ist bei der Super Mastercard der CC-Bank hingegen anders: der Rechnungsbetrag muss innerhalb von acht Tagen überwiesen werden. Überweist der Kunde den fälligen Betrag nicht rechtzeitig, gerät er automatisch in die Darlehensfunktion – egal, ob die Überweisung wochenlang oder nur einen Tag zu spät eingereicht wird.

Bis zu 21,83 Prozent Zinsaufschlag

"Genau darauf könnte die Bank spekulieren, denn Gewinne macht sie durch Kreditgeschäfte," sagt Mladenovic. Ein lohnendes Geschäft - dank der Darlehensfunktion. Denn mit dieser Funtion bucht die CC-Bank nur 5 Prozent der mit der Karte bezahlten Beträge vom Girokonto des Kreditkarteninhabers ab, mindestens aber 25 Euro. Die restlichen 95 Prozent der Schuld bleiben als Kreditsumme stehen, für die man derzeit 12,98 Prozent Zinsen zahlen muss. Ein Zinssatz, der in etwa bei Überziehung des Dispositionskredits fällig wird. Wer zusätzlich noch die Restschuldversicherung abschließt, zahlt pro Jahr enorme 21,83 Prozent Zinsen, errechnete die Stiftung Warentest. Damit aber nicht genug: Der Zinssatz von 13 Prozent wird auch für jeden Betrag fällig, der zwischen der Abbuchung und dem nächsten Rechnungsdatum mit der Kreditkarte bezahlt wird.

"Gerade Menschen, die ihre Ausgaben und Kontenstände nicht ständig im Blick haben, kommen so leicht in die Situation, dass sie sowohl ihr Giro- als auch ihr Kreditkartenkonto überziehen", sagt die Verbraucherschützerin. Im schlimmsten Fall geraten diese Menschen in eine Schuldenspirale. Ein ziemlich hohes Risiko für maximal 100 Euro Tankersparnis im Jahr.

Thomas Krause
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.