muenchen Erfindung in petto?


Am besten mal nachfragen - bei der »Erfinderberaterin« an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Am besten mal nachfragen - bei der »Erfinderberaterin« an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Für die Geldvermehrung ist der Anlageberater zuständig. Für die Altersvorsorge der Versicherungsvertreter. Und für Erfindungen? Seit Beginn des Wintersemesters sind Wissenschaftler mit ihren Ideen bei insgesamt neun Erfinderberatern an den bayerischen Universitäten gut aufgehoben. Zum Beispiel bei Andrea Friedrich, 37 Jahre alt, promovierte Mikrobiologin: Seit sechs Wochen kümmert sie sich an der Münchner Universität hauptberuflich um den Weg von der Erfindung bis hin zum bundes- oder europaweiten Patent. Letzteres kostet gut und gerne 200.000 bis 250.000 Mark.

Kosten, die ab sofort die Fraunhofer-Patentgesellschaft in München übernimmt. Und zwar im Rahmen der Initiative Bayern Patent, die auch die neun Erfinderberater-Stellen finanziert. Mit dem Projekt wollen die Hochschulen in Bayern ihre Patentaktivitäten verstärken. Mit sieben Millionen Mark unterstützt der Freistaat das auf dreieinhalb Jahre befristete Projekt.

Bei Erfolg teilt man sich brüderlich den Erlös: Jeweils ein Viertel geht an die Patentgesellschaft, an die Uni, an den Lehrstuhl - und an den Erfinder selbst. Vor jeder »Erfindungsmeldung« fragt Andrea Friedrich also: Macht das Patent Sinn? Gibt es bereits ein ähnliches Patent? Wie stehen die Vermarktungschancen? »Als Faustregel gilt: Wenn ein Patent 250.000 Mark kostet, sollten am Ende schon mindestens zwei Millionen dabei herauskommen.«

Nach einem Engagement bei der Max-Planck-Gesellschaft wollte Andrea Friedrich sich nicht die normale wissenschaftliche Karriereleiter hinaufdienen. »Mir gefällt die Mischung der Arbeit als Erfinderberaterin. Ich kommuniziere viel, muss mich aber genauso gut um den juristischen Hintergrund kümmern.« In den ersten Wochen stand das Einarbeiten auf der Tagesordnung. Inzwischen arbeitet sie schon an drei, vier Patentfällen in den Bereichen Physik, Medizin und Software-Entwicklung. »Mehr darf ich aber nicht verraten.« (fn)


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