HOME

MÜNSTER: Mobilität made in Münster

Student der Uni Münster gewinnt Forschungswettbewerb

Student der Uni Münster gewinnt Forschungswettbewerb

Für Menschen mit Behinderungen kann eine Bordsteinkante zu einer unüberwindbaren Hürde werden. Wie aber können diese Menschen solche Hindernisse umgehen?

Carsten Dewey, der an der Universität Münster Landschaftsökologie und Geoinformatik studiert, hatte eine ausgezeichnete Idee: Ein mobiler Navigationsdienst, der Rollstuhlfahrern Hindernisse einer Strecke aufzeigt.

»Bodycheck - Wie viel Körper braucht der Mensch?« - so lautete die Fragestellung des von der Körber-Stiftung zum dritten Mal ausgeschriebenen Forschungswettbewerbes. Ziel der privaten Stiftung: Durch die Realisierung innovativer Projekte gesellschaftliche Anstöße geben. Studierende aller Fachrichtungen aus dem In- und Ausland waren dazu aufgerufen, sich über pränatale Diagnostik bis zur möglichen Körperlosigkeit im virtuellen Raum Gedanken zu machen.

Dewey reichte seine Idee ein und überzeugte die über 100 Juroren der Körber-Stiftung. Er gewann einen der fünf mit jeweils 5.000 Euro dotierten ersten Preise.

Sein Vorschlag sind mobile Dienste, die Rollstuhlfahrern die individuelle Planung und Bewältigung einer Wegstrecke mit den Mitteln der Geoinformatik ermöglichen. »Die Grundlage ist die Beschreibung von Barrieren in einem Wegesystem«, erklärt Dewey. »Der Computer verarbeitet die Information und ermöglicht so die Einschätzung des Körpereinsatzes für eine bestimmte Strecke.« Hohe Bordsteinkanten oder schmale Wege werden somit zu kalkulierbaren Größen. Nach einer Start- und Zieleingabe wird der unter Berücksichtigung der vorhandenen Problempunkte kürzeste Weg ermittelt. Resultat ist somit eine Beschreibung der Strecke inklusive ihrer Hindernisse, auf die sich der Rollstuhlfahrer einstellen kann.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Mobile Dienste sind am Institut für Geoinformatik kein Fremdwort: Dewey arbeitet dort bereits im Projekt MoSS (Mobile Sensors and Service) an der Entwicklung intelligenter mobiler Systeme. Momentan wird überlegt, inwieweit der im Zuge des Wettbewerbes entstandene Prototyp weiterentwickelt und in bestehende Informationssysteme integriert werden kann.

Deweys Interesse an mobilen Navigationsdiensten ist mit dem Gewinn des Preises, der ihm am 25. Februar 2002 in Berlin übergeben wird, jedenfalls keineswegs erschöpft: »Einsatzmöglichkeiten gibt es viele. Man denke nur an Inlineskater, denen Kopfsteinpflaster Probleme bereitet.« (dg)

Wissenscommunity