HOME

MÜNSTER: Zur Wahl!

Münster im politischen Umbruch

Münster im politischen Umbruch

Wenn plötzlich Bananen wie Karnevallsbonbons durch den Hörsaal fliegen und es überall an den Unigebäuden Glühwein umsonst gibt, ist irgendwas faul. Oder es sind Wahlen. Vor Weihnachten ist in Münster meistens mit letzterem zu rechnen. Zwei Interessensvertretungen der Studierenden müssen jedes Jahr neu gewählt werden: die Fachschaften und das Studierendenparlament. In diesem Jahr steht auch die Wahl der ausländischen Studierendenvertretung an.

Warum wählen?

Was machen diese Listen, die man wählen kann, eigentlich in den 51 Wochen, in denen sie einen nicht mit Infomüll nerven? Sie sind wie Parteien, vertreten eine bestimmte Meinung und haben mehr oder weniger konkrete Vorstellungen wie das Leben der Studenten erleichtert oder interessanter gestaltet werden kann. Sie bestimmen Mitglieder, die für ein Jahr vom Studium freigestellt werden, für den AstA (Allgemeiner Studierendenausschuss). Der AstA tritt für die Themen Studiengebühren, Bafög, Wohnen, Arbeit, Mensa und kulturelle und politische Belange der Studenten ein.

Dann gibt es noch die Fachschaften, die zum Semesterstart Vorlesungsverzeichnisse verkaufen und bei Partys den Kartenvorverkauf organisieren.

Die Mitte, die rechts ist

»Es gibt nur eine Mitte«, lautet der Wahlspruch der RCDS. Nur ist die Mitte in diesem Fall wohl etwas rechter. Was wollten die noch mal machen? Vergessen! Auf jeden Fall waren das die mit den Bananen.

Eine andere Partei ködert mit dem »Semesterticket bis Enschede«. In Enschede, ein Ort in Holland, kann man Sachen kaufen, die es in Deutschland nicht oder nicht offiziell gibt.

Überall hängen Fotos von jungen teilweise freundlich schauenden, manchmal aber auch sehr grimmig wirkenden jungen Politikern. »Wanted«, könnte man darüber schreiben.

Kaum gedruckte Programme

Das Interesse an Wahlen ist so gering wie noch nie. Am ersten Wahltag kamen gerade einmal die Hälfte der Studierenden, die letztes Jahr am ersten Wahltag den Weg zur Urne fanden. Die Stände von den einzelnen Listen sind zwar zahlreich vorhanden, aber sie werden eher zum Ausbeuten von Werbegeschenken genutzt. »Was wir wollen steht alles im Internet«, heißt es bei den Parteivertretern. Dort nachzuschauen ist vielen aber zu aufwendig. Ein gedrucktes Programm bieten die »Listen« leider selten. (ck)

Wissenscommunity