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Online-Kriminalität: Abzocke im Internet

Unseriöse Geschäftemacher haben eine neue Betrugsmasche entdeckt: Ob Tests zur Intelligenz, Hausaufgabenhilfe oder attraktive Gewinnspiele - mit unzähligen Angeboten werden Internet-Surfer in Vertragsfallen gelockt.

Von Elke Schulze

Haben auch Sie vielleicht schon einen merkwürdigen Anruf bekommen, bei der eine Stimme vom Band behauptet, ein Nachbar hätte eine wichtige Nachricht hinterlegt? So beginnt nämlich eine neue Masche listiger Internet-Betrüger. Diese Nachricht könne dann auf der Internetseite www.nachbarschaftspost.com abgerufen werden. Dazu müsse nur ein bestimmter Zahlencode, den die Stimme dann nennt, dort eingegeben werden. "Wer nun gutgläubig den Code, seine Telefonnummer, Namen und E-Mail-Adresse eingibt, ist in die Falle getappt," erklärt Karin Goldbeck von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Denn wie immer lauert auch hier die Tücke im Kleingedruckten: Nach einer kostenlosen Testphase werden monatlich neun Euro fällig und es kommt ein Vertrag über zwei Jahre zustande. Die Kosten für die schnelle Neugier belaufen sich so auf 216 Euro. Dafür, dass man eigentlich nur eine Nachricht von einem Freund oder Nachbarn lesen wollte.

Drohung: Schufa-Eintrag

Wer auf den Trick hereinfällt, muss nicht unbedingt zahlen, auch wenn er die Geschäftsbedingungen durch Anklicken akzeptiert hat. Rechtsexpertin Goldbeck rät den Betroffenen, den Vertragsabschluss schriftlich zu widerrufen. Bei solchen unseriösen Angeboten käme durch die Art und Weise der Vertragsanbahnung überhaupt kein gültiger Vertrag zustande. Daher muss auch nicht gezahlt werden. Nicht selten drohen solche Anbieter dann mit einem Schufa-Eintrag, vor dem sich viele Verbraucher fürchten. Und so zahlen sie lieber. Oder sie überweisen das geforderte Geld, um sich den ganzen Ärger, der mit Briefwechseln verbunden ist, zu ersparen. Karin Goldbeck ermutigt: "Nicht einschüchtern lassen!"

Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich mit drängenden Fragen zur Berufswahl herumtragen, verspricht "www.berufs-wahl.de" im Internet zum Beispiel einen wissenschaftlichen Berufs- und Karrieretest. Doch statt wegweisender Informationen rund um Ausbildung und Jobwahl wartet auf Informationshungrige hier beim Eintrag ins Kontaktformular ein kostenpflichtiger Berufstest für 59 Euro. Hintergrund: Die offizielle Plattform der Bundesagentur für Arbeit zur Studien- und Berufswahl firmiert unter "www.berufswahl.de". Wer versehentlich oder unwissend bei der Berufswahl-Suche den Bindestrich eingibt, landet nicht wie erwartet beim unentgeltlichen Angebot der Arbeitsagentur, sondern in den Fängen eines kommerziellen Berufs- und Karrieretests.

Wer wird Millionär?

Seit einiger Zeit häufen sich bei den Verbraucherzentralen landesweit Beschwerden Betroffener, die auf die Internetseite www.millionenquiz.de hereingefallen sind. Sie hatten am Internetquiz teilgenommen, in der Hoffnung, eine Million Euro zu gewinnen. Aber statt eines Gewinns flatterten den Teilnehmern saftige Rechnungen zwischen 300 und 500 Euro der Firma ad2internet GmbH ins Haus, denn das Angebot war nicht kostenlos wie viele irrtümlich meinten.

Nach Aufrufen der Internetseite werden die Teilnehmer mit fünf leichten Fragen gelockt. Beantwortet ein Spieler diese richtig, hat er damit die erste Gewinnstufe von einem Euro erfolgreich gemeistert und sich für die Finalrunde qualifiziert. Mit der Chance auf die Million kann er sich nun registrieren lassen. Tut er das, akzeptiert er die genannten Teilnahmebedingungen. Nun beginnt das Problem, denn pro Spiel wird ein Spielbetrag von 10 Euro fällig. Mittlerweile wurde bekannt, dass die Firma die Annahme des Einschreibens verweigert. Sie setzt sogar noch einen Stempel auf das Schreiben mit folgendem Text: Annahme verweigert!

Gefährlich Ahnenforschung

Mehr oder weniger nach derselben Masche funktionieren auch die Angebote der Seiten www.genealogie.de oder von www.dein-fuehrerschein.com. Viele Internetnutzer halten die attraktiv beworbenen Seiten für ein kostenloses Angebot. Erst bei genauem Studium des Kleingedruckten (AGB) entpuppen sie sich als Vertragsfalle. Das erkennen die meisten Surfer aber erst, wenn die Rechnung kommt.

Problem: Obwohl gegen viele dieser Anbieter bereits Strafanzeigen gestellt wurden, laufen die meisten Internetangebote weiter. Denn es handelt sich häufig um Anbieter, die ihren Firmensitz im Ausland haben und denen nach deutschem Recht daher nur schwer beizukommen ist. Es nutzt nichts: Wer sich vor solchen unliebsamen Abos schützen möchte, sollte sich besser das Kleingedruckte durchlesen. Dabei wird meist schon klar, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt oder nicht.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.