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Religionsunterricht: Im Schneidersitz innere Ruhe finden

Berlin meditiert: Erstmals in Deutschland wird ab Beginn des Schuljahrs in zwei Schulen buddistischer Religionsunterricht stattfinden. Wie viele Schüler auf der Suche nach innerer Ruhe sind ist noch ungewiß.

Das Schuljahr 2003/2004 beginnt in Berlin mit einer Premiere. Erstmals in Deutschland wird an zwei Schulen buddhistischer Religionsunterricht erteilt. Schon vor dem Start am kommenden Montag hat Buddhismus-Lehrerin Renate Noack deshalb in Politik und Öffentlichkeit viel Beachtung gefunden. Sogar der Dalai Lama hat der Berliner Pionierin für ihren Unterricht an einer Grundschule im Bezirk Wilmersdorf-Charlottenburg sowie an einer Oberschule in Mitte alles Gute gewünscht.

Starker Wunsch aus buddistischer Bevölkerung

Nach Angaben der Buddhistischen Gesellschaft leben in Berlin bis zu 5000 Buddhisten. Aus deren Kreis und von vielen nach der Wende aus beruflichen Gründen zugezogenen Asiaten kam immer stärker der Wunsch nach buddhistischem Unterricht für ihre Kinder. Der Senat, die Schulverwaltung und die betroffenen Rektoren "sind uns bisher in allen Fragen sehr freundlich entgegengekommen", sagt die 54-Jährige.

Schulsprecher Thomas John verweist darauf, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind. Das Berliner Schulgesetz gibt jeder Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft das Recht, Unterricht anzubieten. Islam-Unterricht wird bereits seit einiger Zeit gegeben.

Friedfertigkeit und innere Ruhe für Schüler

"Friedfertigkeit, ein reicheres Gefühlsleben, Stille, innere Ruhe, Achtsamkeit und Lebenshilfe in einer immer komplizierteren Welt" will die frühere Gymnasiallehrerin vermitteln. Die gebürtige Kölnerin war bis 1982 Christin, lehrte Philosophie, bevor sie von einem japanischen Zen-Meister in die buddhistische Lehre eingeführt wurde.

Ihren Unterricht plant sie als Mischung zwischen Historie und Moderne. "Viele Kinder erleben die Welt heute als hektisches Geflimmer." Die Reize der Großstadt seien nur nach außen gerichtet. Bei all den zuckenden Video-Clips würden die Jugendlichen "von ihrem inneren Computer so gut wie nichts mehr mitbekommen". Buddhistischer Unterricht könnte mit seinen Meditationspraktiken, mit besonderer Intensität der Atmung helfen, "persönliche Mitte und Identität zu finden", sagt Noack.

Verbunden wird dies mit biografischen Inhalten zum Begründer der buddhistischen Lehre, auch mit Ausflügen zu buddhistischen Stätten in Berlin. Der 1924 erbaute und damit älteste buddhistische Tempel West-Europas steht im Berliner Stadtteil Frohnau.

Langer Atem eingerechnet

Den Dialog mit anderen Weltreligionen will die Buddhismus-Lehrerin suchen. Ein persönlicher Anfang ist gemacht: An einer Schule teilt sie sich den Unterrichtsraum mit der Lehrerin für evangelischen Religionsunterricht. Vergleiche mit anderen Religionen gehören zum Lehrplan, Politik steht dabei eher am Rande.

Noch kann Renate Noack nicht sagen, wie viele Schüler ihrer Begrüßung am kommenden Montag - wie im Buddhismus üblich - im Schneidersitz lauschen werden. Bis Ende des Jahres rechnet sie mit einer Aufbauphase und auch mit Fluktuation. Die Teilnahme am Unterricht ist freiwillig, jeder kann sich jederzeit wieder abmelden. "Wir brauchen einen langen Atem", sagt Noack.

Hans-Rüdiger Bein / DPA

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