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Rundfunkgebühren: Was tun, wenn der GEZ-Fahnder klingelt?

Auf zahlungsunwillige TV-Benutzer ist eine eigene Truppe angesetzt, die die Gebühren eintreibt. stern.de sagt, was zu tun ist, wenn die Gebühren-Fahnder schon vor der Tür stehen.

Das Wichtigste zuerst: Die GEZ betreibt keine Peilwagen, die TV-Geräte von Schwarzsehern orten können. Statt dessen kauft sie Adressen von darauf spezialisierten Anbietern und gleicht diese mit den eigenen Adressdateien ab. Wer also bei Gewinnspielen zusätzliche Fragen zum TV-Konsum etc angibt, könnte so ins Visier der GEZ gelangen. In einigen Bundesländern geben auch die Einwohnermeldeämter Adressen neu eingezogener Bürger an die GEZ weiter. Wer dabei herausgefischt wird, gilt als potenzieller Schwarzseher und wird angeschrieben.

Erst nach den Briefen kommen die Fahnder

Glaubt die GEZ einen "Gebühren-Flüchtling" entdeckt zu haben, erhält dieser normalerweise erst einmal in gewissen Abständen ein Schreiben, in dem er zur Zahlung aufgefordert wird. Erst wenn der Gebühren-Hinterzieher diese Briefe ignoriert, rückt einer der rund 1800 Fahnder an. Diese so genannten "Rundfunkgebührenbeauftragte" arbeiten - ganz wie bei Drückerkolonnen - auf Provisionsbasis und sind deshalb ähnlich hartnäckig.

Auf der Jagd nach der eigenen Provision sind die Fahnder deshalb auch nicht sonderlich zimperlich in der Wahl ihrer Mittel: Am harmlosesten ist dabei noch, wenn die Fahnder an der Wohnungstür lauschen, ob aus der Wohnung ein Radio- oder TV-Gerät plärrt. Ebenso Fahnder-erprobt: Abends Fenster nach dem bläulichen Schimmer einers laufenden Fernsehers absuchen. Zu den übleren Tricks gehört schon, sich als Vertreter für Zeitungsabos auszugeben. Wer eine TV-Zeitschrift abonniert, der GEZ aber immer versicherte, kein TV-Gerät zu besitzen, gerät dann in arge Beweisnot. Denn wenn der Fahnder so ein nicht angemeldetes Gerät entdeckt, ist dessen Besitzer zu Auskunft verpflichtet.

Darf nicht die Wohnung betreten

Allerdings endet die Macht der Fahnder an der Eingangstür zur Wohnung: Fahnder dürfen wegen der "Unverletzlichkeit der Wohnung" diese nicht gegen den Willen des Eigentümers/Mieters betreten. Pech also, wenn sich der nette Mann mit den Zeitschriftenabos im Wohnzimmer plötzlich als GEZ-Fahnder outet. Denn eine Nachzahlung kann ganz schön teuer werden: es können nachträglich Gebühren für vier Jahre fällig werden. Einziger Ausweg: Die Notlüge, den Fernseher oder das Radio erst vor wenigen Wochen am Flohmarkt gekauft zu haben. Dann nämlich muss die GEZ das Gegenteil beweisen.

spi
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