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STUDIENGEBÜHREN: Semesterbeiträge: bald überall die Norm?

In sechs Bundesländern müssen Studenten bereits zahlen - die Tage des gebührenfreien Studiums in Deutschland scheinen gezählt zu sein.

Studiengebühren sind in fast allen Bundesländern ein heiß umstrittenes Thema; in vielen Ländern sind sie seit Jahren Realität oder schon beschlossene Sache. In NRW könnten die Gebührenpläne, die auch innerhalb der rot- grünen Landesregierung noch sehr kontrovers diskutiert werden, frühestens zum Sommersemester 2003 Wirklichkeit werden.

Langzeitstudenten: 650 Euro Gebühr pro Semester

Geplant ist eine Rückmelde-Gebühr in Höhe von 50 Euro pro Semester. Langzeit-Studierende sowie Eingeschriebene im Zweit- oder im Seniorenstudium sollen sogar mit 650 Euro pro Semester zur Kasse gebeten werden. Als Langzeit-Student gilt, wer die Regelstudienzeit um mehr als vier Semester - bei Kurzstudiengängen drei Semester - überschreitet.

Grundsätzlich verschont werden sollen Bafög-Empfänger, Austausch- und Teilzeitstudenten, Beurlaubte, Doktoranden, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Mitglieder von Hochschul-Organen sowie Teilnehmer aus Förderprogrammen. Die Hochschulgebühren sollen in den Jahren 2003/2004 den Hochschuletat der Landesregierung sichern. 2005 sollen die Hälfte der Gebühren den Hochschulen zusätzlich und direkt zu Gute kommen, von 2006 an das komplette Gebühren-Aufkommen.

Studiengebühren bereits in sechs Bundesländern

Sechs Bundesländer haben einer aktuellen Auflistung der Düsseldorfer Staatskanzlei zufolge bereits Studien-Gebühren eingeführt. Baden-Württemberg erhebt 51 Euro Einschreibegebühr pro Semester sowie 511 Euro für Langzeit-Studierende. Seit der Einführung 1997 sei die Zahl der Langzeit-Studenten um 44 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sei die Zahl der Studienanfänger um 17 Prozent gestiegen.

Bayern erhebt 511 Euro Gebühren für ein Zweitstudium. In Berlin und Brandenburg werden die Studierenden pro Semester mit 51 Euro zur Kasse gebeten. Ebenso in Niedersachsen, wo Langzeit- und Zweitstudien zudem 551 Euro kosten. Sachsen erhebt eine Zweitstudiengebühr in Höhe von 307 Euro. Das Saarland plant Langzeitstudiengebühren in Höhe von 500 Euro vom Sommersemester 2003 an. In Rheinland-Pfalz ist ein Studienkontenmodell in Arbeit. Bei Erschöpfung des Zeitkontos des Studierenden sollen bis zu 511 Euro für jedes Semester »über den Durst« fällig werden.

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