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TEIL 7: Städtereisen

Komme gerade zurück aus Polen. Dort war ich mit Frank, Philip und Anja unterwegs. Inzwischen hab ich mehr von Polen als von Tschechien gesehen...

Komme gerade zurück aus Polen. Dort war ich mit Frank, Philip und Anja (alle deutsche Erasmus-Studis) unterwegs. Inzwischen hab ich mehr von Polen als von Tschechien gesehen, aber um es im Philipschen Ton zu sagen: »Tschechien ist ja auch nur Kuschel-Osten«... Diese Polenreise also ging nach Krakau (Anfang November war ich in Warschau). Und nach Auschwitz, eine sehr bewegende Erfahrung. Ich finde, das Wort »maßlos« trifft es am besten. Alles ist dort einfach nicht mehr überschaubar, die Ausmaße des Geländes, die Vernichtungsmaschinerie, die Trauer. Das gilt vor allem für Auschwitz II (Birkenau, das Vernichtungslager), wo man nur auf ein riesiges Gelände starrt und Hunderte Meter von Stacheldrahtzäunen, alte Holzbaracken und Reihen von Backstein-Schornsteinen sieht: alles perfekt-akkurat angelegt. Irgendwie war es gerade das, was mich so bewegt hat. Krakau selbst war dann Nebenprogramm. Es ist weniger schick renoviert als Prag und hat supernette Cafés.

Eigentlich kann ich jetzt auch noch kurz von meinem ersten Städteausflug in Tschechien erzählen, oder? Kutná Hora ist ein arg verschlafenes Städtchen, 65 Kilometer von Prag entfernt. Dort gibt es nicht viel zu sehen - bis auf die gotische Barbarakirche und, tatataaa: ein Gebeinhaus. In einer Kapelle sind mehr als 40.000 Menschenknochen aufbewahrt, das Highlight ist ein Knochen-Kronleuchter. Komischerweise sieht das weder eklig noch erschreckend aus, sondern kunstvoll-schön. Das fanden übrigens auch drei Hells Angels, die offensichtlich grad auf Pilgerfahrt zu den »abgefahrensten« Plätzen in Tschechien waren.

Und was treibt die muk sonst so? Ich muss mich jetzt mal an meine Hausarbeit zum Thema »The Future of the Social Welfare State« setzen. Deswegen werde ich die nächsten Tage in der wunderschönen Nationalbibliothek verbringen.

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