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Uni-Absolventen Praktika bis zur Rente


Nach harten Jahren an der Hochschule sieht die berufliche Perspektive für Uni-Absolventen momentan nicht rosig aus. Praktika bis zur Rente können aber nicht die Alternative sein.

Damit Praktika nicht zur Sackgasse werden, sollten Hochschulabsolventen ihre eigene Jobstrategie immer wieder kritisch hinterfragen. "Nur wer sich ständig vergewissert, ob der eingeschlagene Weg wirklich zum Ziel führt, ist davor gefeit, dass er sich dauerhaft unter Wert verkauft", betont Karriereexperte Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie angesichts der neuesten Arbeitsmarktzahlen. Demnach waren Ende September rund 67.000 Uni-Absolventen arbeitslos gemeldet. Und nach Informationen des Büro für Berufsstrategie nutzen immer mehr Unternehmen die schwierige Arbeitsmarktsituation aus und beschäftigen hoch qualifizierte Hochschulabgänger als unterbezahlte Praktikanten.

Festanstellung nicht aus den Augen verlieren

Der Karriereexperte warnt die jungen Akademiker davor, sich wahllos von einem Praktikum zum nächsten zu hangeln: "Praktika sind für Absolventen zwar sinnvoll, um erste Berufserfahrungen zu sammeln. Aber es wäre fatal, wenn man vor lauter Praktika die angepeilte Festanstellung aus den Augen verliert." Hesse rät Absolventen deshalb, schon bei der Suche nach einem Praktikumsplatz auf einen engen Bezug zum angestrebten Job zu achten. Bereits im Vorstellungsgespräch sollte man sich danach erkundigen, wie die Chancen auf Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis stehen und ob in der Vergangenheit Praktikanten eingestellt worden sind. Auf diese Weise mache man nicht nur den eigenen Erwartungshorizont deutlich, sondern könne auch vielversprechende Aussagen in der Praktikumsanzeige auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen.

Praktikum bei schlechten Arbeitsbedingungen abbrechen

Auch während des Praktikums sollte man sich vergewissern, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. "Lassen Sie sich nicht als Kopierkraft missbrauchen, sondern arbeiten Sie darauf hin, dass Sie selbst Verantwortung übernehmen - zum Beispiel für ein ganz bestimmtes Projekt", betont Hesse. Gleichzeitig gibt er zu bedenken: "Lassen Sie sich aber auch nicht zu viel aufbürden. Denn es kommt immer häufiger vor, dass Stellen eingespart werden, die dann mit kostengünstigen Praktikanten besetzt werden." Wenn die Arbeitsbedingungen zu schlecht seien und getroffene Vereinbarungen gebrochen würden, solle man das Praktikum lieber abbrechen, meint Hesse.

Blinder Aktionismus und diffuse Ängste sind schlechte Ratgeber

Angesichts der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt entwickelt es sich für immer mehr Unternehmen zu einem lukrativen Geschäft, Akademiker als Praktikanten einzustellen. Denn die Absolventen sind nicht nur hoch qualifiziert, sondern auch besonders günstig: Die meisten verdienen nur zwischen 400 und 600 Euro im Monat - und dies oft bei 40 Stunden pro Woche und mehr. Aber eine Alternative sehen viele Uni-Absolventen momentan nicht: Zum einen fehlt ihnen für eine Festanstellung oft die Berufserfahrung. Zum anderen plagt sie die Angst vor Lücken im Lebenslauf. Blinder Aktionismus und diffuse Ängste sind jedoch denkbar schlechte Ratgeber. Nur eine nüchterne Bestandsaufnahme und die richtige Strategie helfen wirklich weiter.

Das Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader bietet bundesweit Beratungen und Seminare zu den Themen Beruf und Karriere an - sowohl für Unternehmen als auch Einzelklienten. Für die Qualität und Aktualität des Know-hows sprechen die langjährige Beratungspraxis sowie die millionenfache Auflage der Ratgeber des Autorenteams Hesse/Schrader. Auch Hochschulabsolventen können vom Angebot profitieren, indem sie gemeinsam mit den Beratern eine individuelle Strategie für den erfolgreichen Berufseinstieg erarbeiten.


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