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Verkehr: Die Bahn rollt in die Einkaufsmeile

Rund 60 Prozent der Deutschen sind noch nie oder schon lange nicht mehr Bahn gefahren. Das will die Bahn natürlich ändern - und schuf nun (endlich) eine Möglichkeit, Tickets in den Innenstädten zu shoppen.

In Frankfurt öffnet der bundeseigene Konzern an diesem Samstag das erste "DB Mobility Center", einen Laden mit Tickets und anderen Angeboten vom Leihfahrrad bis zum Mietauto. Ansprechen soll der Test vor allem Großstädter, die ICE und Intercity bisher nur von außen kennen. Fahrgastvertreter begrüßen die Idee, fordern aber eine Ausdehnung auch auf kleinere Städte.

Raus aus den Bahnhöfen, ran an die Kunden

"Wer gar nicht daran denkt, Zug zu fahren, geht auch nicht zum Bahnhof", sagt Ralf Klein-Bölting, Marketing-Generalbevollmächtigter des Konzerns. Um Aufmerksamkeit zu wecken, komme die Bahn deshalb in die Nachbarschaft der Kunden in spe. Das Potenzial ist enorm: Zwar zählt der Fernverkehr jährlich 115 Millionen Reisende. Doch rund 60 Prozent der Deutschen sind noch nie oder schon lange nicht mehr in einen Zug gestiegen, wie Umfragen ergaben. Dabei buchen junge Leute und Ältere noch recht häufig. Doch bei den über 35-Jährigen machen besonders viele einen Bogen um Ticketschalter und Automaten.

Vor allem solche Nichtkunden will die Bahn künftig in "Mobility Centern" umwerben. "Man kann sich ganz in Ruhe informieren", sagt Jürgen Büchy, Vertriebschef des Personenverkehrs. Der Testladen in Frankfurt liegt an der Bergerstraße, einer Kneipen- und Einkaufsmeile etwas außerhalb der eigentlichen City. Und hinter dem Schaufenster gibt es Sitzecken, einen Kaffeeautomaten und Internet-Terminals, um Online-Buchungen auszuprobieren. Zu haben sind auch Urlaubsreisen auf der Schiene und Souvenirs von der Uhr bis zur Miniaturlokomotive.

Test mit Lidl voller Erfolg

Dass sich an ungewohnten Orten neue Kunden anlocken lassen, hat die Bahn im Frühjahr erlebt. Bei einer Werbeaktion beim Discounter Lidl gingen binnen Stunden mehr als eine Million Billigtickets weg - gut die Hälfte der Schnäppchenjäger wäre laut Befragungen sonst nicht Zug gefahren. Beim Trubel im Supermarkt zählte allein der Preis. Die neuen Läden sollen aber vor allem persönliche Beratung bieten. "Das ist überfällig und eine gute Sache", sagt Karl-Peter Naumann, Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn. Aber gebraucht würden Mobilitätszentren nicht nur in Metropolen, sondern auch auf dem Land.

Vor allem in kleineren Städten hatte die Bahn in den vergangenen Jahren zum Ärger vieler Kunden Ticketschalter mangels Rentabilität dichtgemacht. Verkauften Reisezentren vor fünf Jahren noch 54 Prozent aller Fahrscheine, sind es heute 37 Prozent. Im Gegenzug verdoppelte sich der Umsatz an Ticketautomaten auf 1,2 Milliarden Euro, Internet-Buchungen vervielfachten die Erlöse auf 450 Millionen Euro. Wie groß das Netz der "Mobility Center" einmal werden könnte, ist offen. Die französische Staatsbahn SNCF betreibt 250 ähnliche "Boutiquen". Das Kundenecho hier zu Lande will die Bahn aber vorerst behutsam testen und nur eine Hand voll Standorte eröffnen, darunter in Berlin.

Keine Konkurrenz zu Reisebüros

Den rund 3200 Reisebüros mit Bahnlizenz sollen die DB-Läden nicht in die Quere kommen, wie Vertriebschef Büchy versichert. "Wir suchen Standorte, wo es keine unmittelbare Konkurrenz gibt." Wenn das neue Konzept zusätzlich Kunden gewinne, profitierten alle Verkaufsstellen. Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verband will dennoch ein Auge auf die Entwicklung haben. Aus Sicht von Pro Bahn müssten in einem echten Mobilitätszentrum auch Tickets privater Bahnkonkurrenten zu haben sein.

Die Fahrt der eigenen Fernzüge verfolgt Bahnchef Hartmut Mehdorn derweil durchaus zufrieden. Die einstige Sorgensparte holt im Kampf mit den Billigfliegern weiter auf und zählte bis Ende September rund 700.000 Fahrgäste mehr als ein Jahr zuvor. Noch während Mehdorn am Donnerstag das neue Center in Frankfurt vorstellte, zogen jedoch an anderer Stelle Probleme auf. Die neue Koalition in Berlin diskutiert über massive Kürzungen der Bundeszuschüsse für den Nahverkehr. Das bedroht einen der wichtigsten Ertragsbringer der Bahn - und träfe damit am Ende womöglich auch die Pläne für einen Börsengang.

Sascha Meyer/DPA / DPA

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Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?