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Echo-Dot-Problem Nach Mobbing: Familie ändert den Namen ihrer Tochter Alexa wegen des Amazon-Lautsprechers

Der Alexa genannte Amazon-Lautsprecher leuchtet in verschiedenen Farben
Der Lautsprecher von Amazon reagiert, wenn man ihn mit "Alexa" anspricht
© Britta Pedersen / DPA
Eine Marke kapert einen Frauenvornamen und löst aus, dass Frauen mit diesem Namen gemobbt werden. Tausende Alexas auf der ganzen Welt müssen sich Befehle wie "Alexa, mach das Licht aus!" anhören – und wehren sich.

Eltern in Ländern wie Großbritannien, den USA oder Deutschland wehren sich gegen Amazon ob der Vereinnahmung des Namens Alexa. Alexa ist der Name des Sprachassistenten von Amazon, der beispielsweise als kegelartiger Lautsprecher namens "Echo Dot" in vielen Wohnungen steht. Spricht man ihn mit "Alexa" an, reagiert er und antwortet auf Fragen oder führt Befehle aus. In Deutschland gehörte der Name noch 2002 zu den beliebtesten Mädchennamen, so das Portal "Beliebte Vornamen", doch seit der Einführung des Sprachassistenten im Jahr 2014 sinkt die Beliebtheit des Namens rapide, gehört mittlerweile nicht einmal mehr zu den Top 1000. Das hat Gründe, denn viele Personen mit dem Namen Alexa werden mit ihrem Namen gemobbt.

"Sie wollte sich anderen nicht mehr vorstellen wegen all der Witze"

Viele Personen mit diesem Namen müssen sich fortlaufend Witze anhören, beispielsweise, indem sie wie der Lautsprecher angesprochen werden. Die BBC sprach darüber mit einer Mutter, deren Tochter von anderen Kindern und sogar Erwachsenen richtiggehend beschimpft wird: "Sie wollte sich anderen nicht mal mehr vorstellen, weil sie so viele negative Reaktionen und Witze zu hören bekam. Sie war und ist immer noch ein Kind und trotzdem finden es Erwachsene okay, Witze über sie zu machen. Das ist niederschmetternd. Die Schule war auch nicht hilfreich und meinte nur, sie müsse belastbarer werden."

Die BBC berichtet, dass es die Tochter sogar so stark belastet hätte, dass sie sich letztendlich dafür entschieden, ihren Namen zu ändern und sie auf eine andere Schule zu schicken: "Die Ungerechtigkeit wird sie und uns nie verlassen. Amazon muss das Standard-Weckwort auf seinen Geräten ändern. Es gab eindeutig nicht genug ethische Forschung zur Nutzung von Alexa." Dabei gibt es auch andere Namen, auf die der Lautsprecher reagiert: "Echo", "Amazon" oder schlicht "Computer". Diese werden allerdings kaum beworben.

Amazon spricht sich gegen Mobbing aus und bedauert die Vorfälle

Betroffene sprachen sich deshalb bei Amazon dafür aus, den Namen des Sprachassistenten vollständig zu einem "nicht menschlichen" Namen zu ändern. Amazon reagierte darauf mit einer bestürzten Stellungnahme: "Wir haben unseren Sprachassistenten so entwickelt, dass er Eigenschaften widerspiegelt, die wir an Menschen schätzen – intelligent, rücksichtsvoll, einfühlsam und integrativ zu sein. Wir sind traurig über die Erfahrungen, die Sie geteilt haben, und möchten sehr deutlich sein: Mobbing jeglicher Art ist inakzeptabel, und wir verurteilen es auf das Schärfste."

Andere Personen wiederum weigern sich, trotz vergleichbarer Erfahrungen ihren Namen abzulegen. Eine Alexa aus Hamburg fordert bei BBC: "Kämpft für euren Namen. Es sollte Amazon sein, die sich zurückziehen, nicht wir."

Quellen:  BBC / Beliebte Vornamen

mkb

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