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Bio-Wein vom Discounter: Schmeckt ein Wein für 2,49 Euro? Ein Sommelier verrät's

Die Bio-Branche boomt – auch im Weinanbau. Discounter und Supermärkte füllen daher schon längst die Regale mit Bio-Produkten. Aber wie gut ist eigentlich so ein Bio-Wein von Aldi, Lidl, Edeka und Co.? Wir haben den Test gemacht.

Was für ein Wein? La Mancha GutBio, 11.5 Prozent, trocken, weiß   Wo kann man ihn kaufen? Aldi Nord  Was kostet er? 2,59 Euro

Was für ein Wein? La Mancha GutBio, 11.5 Prozent, trocken, weiß 

Wo kann man ihn kaufen? Aldi Nord

Was kostet er? 2,59 Euro

Wer vor dem Weinregal im Supermarkt oder Discounter steht, hat die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Weine aus zahlreichen Weinbaugebieten dieser Welt - und das zu ganz unterschiedlichen Preisen. Teuer heißt nicht automatisch gut. Bio heißt nicht automatisch besser im Geschmack. Schon für wenige Euro findet sich ein solider Wein, den man guten Gewissens genießen kann.

Wir haben vier Weißweine und vier Rotweine aus dem Discounter und Supermarkt (Aldi, Lidl, Rewe, Edeka) mit Ed Richter, Sommelier und Weinlehrer aus Hamburg, getestet und ihn gefragt: Was taugen Bio-Weine aus dem Supermarkt eigentlich wirklich?

Günstig gleich grauenvoll?: Wie gut kann ein Wein für 1,99 Euro eigentlich sein?
Was? Blancbois Vin de France trocken, Frankreich, 2013, 11,5 % vol  Woher? Penny  Wie viel? 2,49 Euro für eine 1-Liter-Flasche

Was? Blancbois Vin de France trocken, Frankreich, 2013, 11,5 % vol

Woher? Penny

Wie viel? 2,49 Euro für eine 1-Liter-Flasche

Zehn Tipps für den Weinkauf im Discounter oder Supermarkt

1. Ein guter Wein muss nicht teuer sein - aber auch nicht allzu billig. Bei weniger als vier Euro pro Flasche darf man skeptisch sein und sich fragen, ob zu dem Preis anständiger Wein herstellbar ist.

2. Auszeichnungen auf der Flasche bieten Orientierung. Immerhin haben Fachleute diese Weine verkostet und für gut befunden.

3. Bei deutschen Weinen bietet auch die Amtliche Prüfnummer (AP-Nr, Etikett) eine Orientierung. Sie ist auf jedem Etikett eines Qualitätsweines zu finden und ein Garant dafür, dass der Wein sensorisch einwandfrei ist.

4. Achten Sie darauf, wie der Wein präsentiert wird: Wird er lieblos hingestellt, steht er womöglich unter permanenter, greller Beleuchtung? Sind die Flaschen angestaubt? Dann lieber stehen lassen.

5. Stehen lassen sollten Sie auch Weine aus den untersten Regalen, Fachleute nennen dies die "Bückzone". Hier stehen die billigsten Weine, oft zweifelhafter Herkunft, sowie Staubfänger und Ladenhüter.

6. Apropos Ladenhüter: Grundsätzlich sind Weine im Supermarkt für den sofortigen Genuss gedacht und nicht unbedingt lagerfähig. Vor allem Weiß- und Roséweine sollten jung und frisch sein, nicht älter als zwei Jahre (Rotweine vier Jahre). Achten Sie hier auf junge Jahrgänge - ältere sind nur bei hochwertigen Weinen sinnvoll. Die letzten beiden Ziffern der AP-Nr (siehe Punkt 3) geben das Jahr der Abfüllung an. Steht dort zum Beispiel "13" bei einem Weißwein, ist dieser schon drei Jahre alt. Lieber liegen lassen. Für Rotweine im Supermarkt gilt: Sie sollten nicht älter als vier Jahre sein.

7. Manchmal werden Restflaschen zu günstigen Preisen angeboten - hier unbedingt aufpassen! Manchmal sind zu alte Weißweine darunter (siehe Punkt 6) oder Rotweine, die in einer Reifephase stecken, in der sie untrinkbar sind.

8. Ein schön designtes Etikett sagt nichts über die Qualität des Weines aus. Lassen Sie sich nicht blenden.

9. Es gibt spezielle Weinführer, die sich darauf spezialisiert haben, Weine aus Supermärkten zu testen, auch Zeitungen bieten diesen Service hin und wieder an und stellen entsprechende Informationen ins Netz. Achten Sie darauf, von wann solche konkreten Tests und Bewertungen sind - veraltete Empfehlungen helfen Ihnen nicht weiter.

10. Auch wenn ein Sonderangebot oder Schnäppchen noch so verlockend erscheint: Bevor Sie eine ganze Kiste eines bestimmten Weines kaufen, sollten sie erst eine Flasche mit nach Hause nehmen und den Wein in Ruhe probieren. 

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