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Superfood Sind Blaubeeren die neuen Avocados? Der Hype um die blaue Beere

Superfood: Sind Blaubeeren die neuen Avocados? Der Hype um die blaue Beere
Nie zuvor war der Hunger nach der Blaubeere, dem vermeintlich heimischen Superfood, so hoch wie heute. Schon längst deckt das Angebot in Deutschland nicht mehr die Nachfrage. Also wird die blaue Beere importiert. Was das für Länder wie Peru bedeutet, beleuchtet die Sendung "Atlas".

Sie ist überall: in Smoothies, in Bowls, im Salat. Seit Jahren explodiert die Nachfrage nach der Blaubeere. Kein Wunder, die kleine süße Beere ist ein gesunder Tausendsassa: Es ist mittlerweile belegt, dass die Blaubeere entzündungshemmend wirkt. In der blauen Frucht finden sich Antioxidantien, die den Körper vor freien Radikalen schützen. Zudem ist sie eine Vitaminbombe, jede Menge Vitamin C und Vitamin E finden sich in der Blaubeere. Sie gilt als heimisches Superfood. Gut, wenn sie auch wirklich aus der Heimat stammt, die Realität sieht aber anders aus, wie ein Videobeitrag in der Auslandssendung "Atlas" von "Funk" aufdeckt. Unser ungestillter Hunger nach der Blaubeere verändert vor allem ein Land: Peru.

Die Ware, die wir im Supermarkt kaufen, wird oft 10.000 Kilometer über den Atlantik geschifft. Man muss sich das so vorstellen: Mitten in der Wüste stehen Millionen Blaubeersträucher, alle in Plastiksäcken mit Humus gefüllt. Wie geht es den Menschen vor Ort und wer profitiert von dem Blaubeer-Boom? Blaubeeren sind in Peru ein echter Exportschlager. Die Menge, die exportiert wird, stieg in den letzten sechs Jahren um das 13-fache. In diesem Jahr will Peru 200.000 Tonnen Blaubeeren verschiffen. Experten gehen davon aus, dass der jährliche Anstieg bei mindestens 20 bis 30 Prozent bleiben wird.

Blaubeere: Wirtschaft boomt, Umwelt leidet

Peru reagiert damit auf die Nachfrage aus Europa. Die Beeren müssen fest und dick sein, sodass sie die lange Schifffahrt überstehen, zudem sollen sie im Kühlschrank noch lange halten. Die Deutschen essen heute sechsmal so viele Blaubeeren als noch vor zehn Jahren. Man geht davon aus, dass der Höhepunkt des Konsums noch nicht mal erreicht ist. Für Peru bedeutet das, dass die Wirtschaft boomt, die Umwelt aber darunter leidet. Wenn die Anbauflächen größer werden, hat das verheerende Folgen für die Natur, denn die Blaubeere braucht vor allem eins: Wasser. Die Weltgesundheitsorganisation, WHO, hat schon mehrfach den Wassernotstand ausgerufen. Der Grundwasserspiegel sinkt, die Böden versalzen. 

Blaubeer-Croissant-Auflauf

Der Superfood-Hype aus Deutschland, Europa und den USA hat Peru zum größten Blaubeer-Exporteur der Welt gemacht. Er kommt aber nicht ohne Preis. 


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