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Großbritannien droht Bierkrise: Das Bier könnte knapp werden – Was der Mangel an Kohlendioxid damit zu tun hat

In Großbritannien gibt es einen Kohlendioxid-Engpass. Der könnte nicht nur eine Bier-, sondern auch eine Fleischkrise verursachen. Was dahinter steckt.

Ein volles Bierglas

Kohlendioxid-Engpass? Das könnte große Auswirkungen auf die Bier- und Fleischversorgung haben

Getty Images

In Großbritannien mangelt es an Kohlendioxid. Das ist fatal, denn das CO2 ist vor allem für den Sprudeleffekt in Getränken wichtig. Beispielweise beim Bier. Und nicht nur da: Das flüssige CO2 wird auch für Lebensmittel-Verpackungen und beim Schlachten von Schweinen und Hühnern verwendet. Gibt es zu wenig Kohlendioxid, kann das negative Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion haben.

Genau das ist gerade in Großbritannien der Fall. Wie die Zeitung "The Daily Telegraph" am Samstag berichtete, sind in einigen Supermärkten bestimmte Waren schon nicht mehr zu bekommen. Es wird davor gewarnt, das bestimmte Lebensmittel binnen Tagen leer sein könnten. Im Juni haben bereits skandinavische Länder und auch Deutschland zu spüren bekommen, was ein Mangel an Kohlendioxid bedeuten kann.

Wieso wird das Bier knapp?

Aber warum gibt es den Mangel eigentlich? Flüssiges CO2 fällt als Nebenprodukt der Ammoniak-Erzeugung für Düngemittel an. Das wird normalerweise zwischen August und März produziert. Im Sommer laufen viele Anlagen nicht. Laut Fachblatt "Gasworld" lassen einige Hersteller die Anlagen länger zu als üblich, weil die Preise so niedrig sind.

Das Timing ist denkbar schlecht. Das Wetter ist gut und es läuft die Fußball-WM. Das bedeutet, der Durst nach Bier ist groß und sogar gestiegen. Auch zum Grillen bei schönem Wetter wird jede Menge Bier verdrückt. Mehrere Zulieferer und auch Verpackungshersteller aber mussten ihre Produktion bereits drosseln oder sogar stoppen. Das berichtet der "Daily Telegraph". Firmenchefs forderten die Politiker bereits dazu auf, Druck auf die CO2-Hersteller auszuüben, damit die die Anlagen schleunigst wieder in Betrieb nehmen.

In Großbritannien konnten wegen der Kohlendioxid-Knappheit zwischenzeitlich nicht mehr alle Biere und Cider-Sorten angeboten werden. Die "Daily Mail" berichtete, dass es auch bei Softgetränken Engpässe gebe. Davon sei auch der Discounter Lidl betroffen. Betroffen vom CO2-Mangel ist unter anderem Lidl.
"Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten zusammen, um die Auswirkungen auf das Warenangebot möglichst gering zu halten", sagte eine Sprecherin des Discounters auf Anfrage der "DPA". 

Eine Flasche Bier liegt in einer Schüssel mit Eiswürfeln.
dsw mit DPA