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TV-Kritik

"Kitchen Impossible": Hat Tim Mälzer genug? "Das ist das Großkotzigste, was ich je bei 'Kitchen Impossible' erlebt habe"

Warum tut sich Tim Mälzer "Kitchen Impossible" eigentlich an? Weil er süchtig danach ist. Nicht anders ist es zu erklären, dass er sich sowohl in Holland als auch in Japan vorführen lässt.

Bereits bei seiner ersten Challenge kriegt TV-Koch Tim Mälzer ordentlich Muffensausen

Bereits bei seiner ersten Challenge kriegt TV-Koch Tim Mälzer ordentlich Muffensausen

Tim Mälzer behauptet von sich selbst, der "schlechteste bekannteste Koch des Landes" zu sein, auch deshalb möchte er seine Kochkollegen dem deutschen Fernsehpublikum vorstellen. Seine Kontrahenten sind "großartig". Wie beispielsweise der Münchner Sternekoch Tohru Nakamura. (Wobei er das wohl nach dem Duell nicht mehr ohne bitteren Beigeschmack sagen würde).

Tohru kocht Gerichte, die man weltweit vermutlich suchen muss, findet Tim Mälzer. Sein Handwerk kommt aus der klassischen französischen Küche, der Geschmack und die Aromenkombination aus der japanischen. Nakamura ist erst 33 Jahre alt und bereits mit zwei Michelin-Sternen dotiert. Er strebt nach dem dritten Stern. Mälzer sagt über ihn, dass er in der "Blüte seines kulinarischen Schaffens ist".

Aber Tim Mälzer wird in dieser Folge vom Sternekoch vorgeführt. In Holland muss er ein Gericht des weltbekannten niederländischen Kochs Sergio Herman nachkochen. Herman ist mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet und zählt zu den besten Köchen der Welt. Fast schon ungerecht, Mälzer ausgerechnet dort kochen zu lassen, da er sich selbst eher als "Frittenkoch" sieht.

Schwere Geschütze

Dennoch: In der Analyse ist Mälzer stark und eine weitere Stärke ist seine Kreativität. Zum Glück weckt die Aufgabe Mälzers Ehrgeiz. Und seine Dankbarkeit, eine Größe wie Sergio Hermann treffen zu dürfen. Auch wenn er es hasst, Sterneküche nachzukochen. Seine Nervosität aber kann Mälzer nicht verbergen. Die lässt er an den Küchengeräten von Sergio Herman aus und in gewohnt verbaler Manier.

"Ich habe noch nie einen Kontrahenten gehabt, der so schwere Geschütze auffährt", sagt Mälzer über Tohru Nakamuras Auswahl der Aufgaben. Am Ende liefert Mälzer ein Gericht ab, mit dem er als "Frittenkoch" zufrieden sein kann.

Tohru Nakamura bewundert an Mälzer, dass er mit dem Bauch kocht. Eine Stärke, vor der Nakamura Respekt hat. Das sollte er auch. Denn so einfach die ihm gestellten Aufgaben klingen, so schwer entpuppen sie sich dann doch für den Sternekoch: Pfälzer Saumagen und spanische Tortilla, zwei Regionalgerichte, die einem Sternekoch nicht schwer fallen dürften. Mit dem Original hat Tohrus Saumagen wenig zu tun. Eier und Kartoffeln zusammenrühren und fertig ist die Tortilla? Von wegen. Der Sternekoch hegt Zweifel in der Zubereitung und kommt auch ins Schwitzen, doch heimst er ein gutes Ergebnis ein.

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"Das wird Narben hinterlassen"

Sein blaues Wunder erlebt Tim Mälzer in Tokio, Japan. Tohru habe ihn vorgeführt, ihn provoziert. "Das wird Narben hinterlassen", Mälzer fühlt sich bis ins "Mark beleidigt" und "getroffen". Er muss sich der japanischen Hochküche stellen und ein Gericht nachkochen, in dem "eine ganze Kultur" steckt - und für das man normalerweise 30 Jahre braucht, um es in Perfektion zu erlernen. Davor hat Mälzer so viel Respekt, dass er die Challenge gar nicht erst antreten möchte. Nicht mal für "Kitchen Impossible". 

Er beißt sich natürlich trotzdem durch, denn er will den Originalkoch begeistern. Für Mälzer ist es das "Großkotzigste, was er jemals bei Kitchen Impossible" erlebt hat. Mälzer ist sauer, stinksauer. Das kriegt Tohru in der Aufzeichnung auch bitterböse zu spüren. Fast könnte man meinen, der Sternekoch habe ein schlechtes Gewissen. Zu Recht! Auch wenn die kulinarische Geschichte in Japan einfach nur großartig erzählt ist, und jedes Foodie-Herz höher schlagen lässt, die Aufgabe, die Mälzer erfüllen muss, ist unglaublich schwer. Was man ihm zugute heißen muss, Mälzer zieht es durch, ist aber von seiner Leistung enttäuscht. Tohru entschuldigt sich bei Mälzer, ehrlich und sogar ein wenig demütig. 

Zwar gewinnt Tohru Nakamura das Duell. Der moralische Sieger aber ist Tim Mälzer.


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