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TV-Kritik

"Kitchen Impossible": Mälzer ist schlagbar? Von wegen!

Der sympathische Zwei-Sterne-Koch Johannes King klopft große Sprüche. Er könne TV-Koch Tim Mälzer locker schlagen. Da hat er nicht mit dem Crêpe gerechnet.

Tim Mälzers Kitchen Impossible

Zwei-Sternekoch Johannes King kocht gegen TV-Koch Tim Mälzer

Eigentlich ist das Format "Kitchen Impossible" so gut konzipiert, dass es nicht nur von den Protagonisten lebt. In der vorherigen Woche lieferten sich Roland Trettl und Peter Maria Schnurr ein nettes Duell. Mehr als nett war es aber dann auch nicht, vor allem wenn man sich die Episode vom Sonntag angeguckt hat: In der trat   gegen Johannes King an.

Der sympathische Johannes King ist der "King", so nennt er sich selbst. Für Mälzer ist er ein echter Koch, durch und durch. King führt sein Restaurant Söl'ring Hof auf Sylt und ist mit zwei Sternen ausgezeichnet. Er begeistert mit seiner energischen Art, seiner Knollnase und eher dreckigen Lache. Und er will Mälzer "in die Pfanne hauen".


Kochniveau "Megapark"

Er schickt den auf die Färöer Inseln, die stehen für unberührte Natur und moderne nordische Küche. Frickelige Sterneküche taugt Mälzer gar nicht, ein Grund vermutlich, warum King ihn ins "Vorzeigerestaurant der Nordic Cuisine" schickt: ins Edelrestaurant Koks von Poul Andrias Ziska. Der orientiert sich an den jahrtausendealten kulinarischen Traditionen. Überhaupt nicht sein Ding. Sein Ding aber ist die Landschaft und der Segelturn im gelben Friesennerz im Europäischen Nordmeer, wie ein Wikinger auf Beutejagd. Bildgewaltig - wie man es von Kitchen Impossible gewohnt ist - wird diese kulinarische Geschichte erzählt. 

Mälzer weiß aber bereits jetzt von sich: "Ich bin nicht fähig, das nachzukochen". Er liebe diese Küche, aber der TV-Koch ist kein Sternekoch, er ist eher auf dem Niveau "Megapark", er kann die Massen begeistern und laut sein, aber filigrane Hochküche ist eine Nummer zu groß für ihn.

Welch' schöne Flecken wir auf der Erde haben, zeigt Kitchen Impossible ein aufs andere Mal. Unbeschreiblich sind die Landschaftsaufnahmen auf den Färöer Inseln. Und auch die Porträts der Köche. Mälzer beschreibt Ziska als den "nettesten Koch, der je bei Kitchen Impossible mitgemacht hat". Den Geschmack trifft Mälzer zwar nicht, aber er schlägt sich wacker, er war auf der richtigen Spur. 


Montenegro ist nicht gut zu King

Johannes King hat es nicht leicht bei Mälzer, aber King gibt sich siegessicher: "Mälzer ist schlagbar". In muss er das Familiengericht "Kacamak und Lamm unter dem Sac", also auf offenem Feuer, nachkochen. Als er die Box öffnet, weiß er noch nicht, dass das Fleisch in einem speziellen Gerät gegart wurde, und das ihm die gesamte Familie der Originalköchin beim Kochen genau auf die Finger gucken wird. Überzeugen kann der Zwei-Sterne-Koch nicht. Die Kartoffeln waren noch roh, das Fleisch trocken. Die Familie ist enttäuscht und King von sich selber auch.

Crêpe Suzette? Kein Problem für Mälzer

Mälzer beschwerte sich in den vorangegangen Folgen immer wieder aufs Neue, dass man ihn vor Aufgaben stellt, die unlösbar sind. Seine zweite Challenge darf er aber nicht monieren. Crêpe Suzette in Frankreich? Das ist doch genau die emotionale Aufgabe, der sich Mälzer gern stellt. Eine Neuerung: Mälzer erhält eine Stoppuhr und muss in 2,5 Stunden sowohl verköstigen, einkaufen und das Gericht nachkochen. Kein Problem für Mälzer. Er schafft die ihm gestellte Aufgabe mit Bravur, er habe die Seele Frankreichs gesehen. Mit sieben Punkten ist es das bislang beste Ergebnis dieser Staffel.

Als Mälzer Johannes King die Aufgabe USA zuteilt, macht sich King eher Gedanken um den Flug als um das, was er vor Ort kochen muss. Was ein Fehler ist. "Cioppino", ein kalifornischer Fischeintopf mit Nudeln, den King in einer offenen Küche in San Francisco nachkochen muss, kostet ihn den Sieg. Die Jury ist kritisch. Sie findet Kings Gericht nicht schlecht, es ist aber dem Originalgericht nicht sehr ähnlich.

Mälzer hat wieder bewiesen, dass ihn Sterneköche unterschätzen. Für King war "Kitchen Impossible" aber eine grandiose Erfahrung, er werde davon sehr viel mitnehmen. Auch wenn er nicht gewonnen hat. Das Dabeisein zählt.