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Optische Täuschung: Dieses Bild enthält kein rotes Pixel – sehen Sie trotzdem Rot?

Vor zwei Jahren hat uns ein Kleid irritiert: Blau-schwarz oder weiß-gold war damals die Frage. Und nun tauchen diese Erdbeeren auf, die kein bisschen rot sind, aber so aussehen. WARUM?

Erdbeertörtchen in Grüntönen

Warum sehen diese Erdbeeren rot aus?

Damals, bei dem Kleid, waren wir entweder im einen oder im anderen Lager. Die einen sahen auf dem Foto ein blau-schwarzes Kleid, die anderen ein weiß-goldenes. Einigkeit gab es nicht. Und nun kommen diese Erbeeren auf den Schirm und alle sehen Rot. Und dabei enthält das Bild kein einziges rotes Pixel. Wie können unsere Augen sich so täuschen? Warum gaukelt uns unser Gehirn eine Farbe vor, die gar nicht zu sehen ist?

In Umlauf gebracht hat das Bild Akiyoshi Kitaoka, ein japanischer Psychologie-Professor, der an der Ritsumeikan-Universität in Kyoto arbeitet. Kitaoka ist ein Meister optischer Täuschungen, wie sein Twitter-Account und seine Website eindrucksvoll belegen. Aufgegriffen hat seinen Tweet der US-amerikanische Neurowissenschaftler Matthew Lieberman, der durch seine Aktivitäten in den sozialen Medien eine große Followerschaft besitzt, und dann gingen die Erdbeeren sofort viral.


Weil viele User nicht glauben konnten, dass in dem Bild kein einziger Rotton enthalten ist, hat sich einer von Liebermans Follower die Mühe gemacht, die rot wirkenden Pixel zu isolieren und und auf einem weißen Hintergrund abzubilden. Und siehe da: kein Rot, alles Grau.


Und genau das ist eines der entscheidenden Kriterien: die Umgebung, denn das Phänomen, mit dem wir es bei den Erdbeeren zu tun haben, nennt sich Farbkonstanz. Ein wenig wissenschaftlicher erklärt, bedeutet das die wahrgenommene Stabilität einer Objektfarbe unter verschiedenen Beleuchtungsumgebungen. Das Phänomen kann damit erklärt werden, dass das menschliche Gehirn die Informationen, die es aus der Wellenlängen-Zusammensetzung vom reflektierten Licht des Objekts und seiner Umgebung erhält, weiterverarbeitet.

Verstanden?

Unser Gehirn gaukelt uns also etwas vor, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wie Christian Morgenstern es vereinfacht nennen würde. 

Hinweis: Dieser Text war einer der meistgelesenen Artikel auf stern.de im Jahr 2017 – zum Jahresrückblick spielen wir die besten Artikel in loser Reihenfolge bis zum Ende des Jahres.

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