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Koreanische Küche: "Ram-Don": Das steckt hinter dem Spezialgericht aus dem Oscar-Film "Parasite"

Der koreanische Film "Parasite" war der Überraschungs-Abräumer bei den diesjährigen Oscars. Und könnte zum Hype von "Ram-Don" führen, das Spezialgericht aus dem Film, das eigentlich anders heißt. 

Das Gericht "Ram-Don" heißt in der koreanischen Küche eigentlich Jjapgauri und ist eine Kombination aus zwei verschiedenen Instant-Nudeln. In den sozialen Netzwerken gibt es seit dem Erfolg des koreanischen Films "Parasite" immer mehr Rezepte dazu. Wie dieses hier vom Foodblog "Korean Bapsang"

Das Gericht "Ram-Don" heißt in der koreanischen Küche eigentlich Jjapgauri und ist eine Kombination aus zwei verschiedenen Instant-Nudeln. In den sozialen Netzwerken gibt es seit dem Erfolg des koreanischen Films "Parasite" immer mehr Rezepte dazu. Wie dieses hier vom Foodblog "Korean Bapsang"

Der Trend zeichnet sich bereits in den sozialen Netzwerken ab - immer mehr Rezepte von "Ram-Don" tauchen auf. Das koreanische Gericht könnte sich zum Trend entwickeln, da es so simpel in der Zubereitung ist wie Fertigsuppe aus der Tüte zu kochen.

Sechsmal war "Parasite" bei den Oscars nominiert, vier Trophäen konnte der Film gewinnen, darunter für die beste Regie, als bester fremdsprachiger Film und in der Königskategorie "Bester Film". Es ist das erste Mal in der Oscar-Geschichte, dass in dieser Sparte ein nicht-englischsprachiger Film gewonnen hat. "Parasite" zeigt die sozialen Misstände des Landes mithilfe der Ästhetik und Architektur und sogar mithilfe der Körpergerüche der einzelnen Charaktere. Aber keine Szene zeigt die wirtschaftlichen Unterschiede der reichen Familie Parks und der armen Familie Kim so gut wie ein Gericht aus Instant-Nudeln.

In der Szene ruft Frau Park ihre Haushälterin Frau Kim an und bittet sie, ihrem kleinen Sohn eine Schüssel "Ram-Don" mit Rindfleisch zuzubereiten. Frau Kim vermischt dafür zwei Tüten Instant-Nudeln und brät ein paar Stücke Fleisch dazu.

Das Gericht an sich ist nichts Untypisches in der koreanischen Küche. Aber wer sich damit auskennt, weiß, dass der Begriff "Ram-Don" so nicht existiert. Der Untertitelübersetzer hat ihn frei erfunden. Der eigentliche Name des Gerichts ist Jjapgauri. Der Übersetzer fand das Wort aber für das englischsprachige Publikum zu kompliziert. Vermutete aber, dass die meisten Zuschauer etwas mit "Ramen" und "Udon" anfangen könnten. Also kombinierte er die beiden Wörter und der Name "Ram-Don" entstand. 

Nudelgericht, das für den Klassenunterschied steht

Tatsächlich ist der Name gar nicht so abwegig: Das Gericht ist eine Mischung aus zwei Nudelprodukten des koreanischen Herstellers Nongshim, Chapagetti - chinesische Ramen-Nudeln - und Neoguri, japanische Udon-Nudeln in einer würzigen koreanischen Meeresfrüchte-Brühe. Die Fertignudeln gibt es auch mit Hühner- und Rindfleischaroma. 

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An sich ist Jjapaguri ein sehr preisgünstiges Essen. In "Parasite" sieht es aber etwas anders aus - hochwertiger. Das liegt daran, dass Frau Park darum bittet, die Instant-Nudeln mit hochwertigem Rindfleisch aufzupeppen. Sie verwendet im Gespräch das Wort "Hanu". Das steht im Koreanischen für Premium-Rindfleisch, ähnlich dem japanischen Wagyu, was doppelt so viel kostet wie aus Australien oder den USA importiertes Rindfleisch. Im Englischen wird das Fleisch mit "Sirloin", also Rindfleisch aus der Lende übersetzt. Das drückt die Wertigkeit aber nicht aus. Dass Frau Park "Hanu" in einem ungezwungenen Gericht wie Instantnudeln verwenden kann, zeigt wiederum, wie wohlhabend die Familie ist.

Sie haben Appetit auf das Gericht bekommen? Hier geht es zu einem Rezept.


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