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Haushalt: Rauchfreie Grills im Test – nur das teuerste Gerät taugt etwas

Mit Kohle grillen, ohne die Nachbarn einzunebeln. Das versprechen uns raucharme Grills. Sie wurden vom Verbrauchermagazin "Markt" getestet. Ein Gerät überzeugte, die anderen waren nur rausgeschmissenes Geld.

Der Grill von Lotus ist nicht billig, konnte die Tester aber überzeugen

Der Grill von Lotus ist nicht billig, konnte die Tester aber überzeugen

Hersteller

Wer gern und häufig grillt, bekommt schnell Ärger mit den Nachbarn. Die sind meist nicht begeistert, wenn die fettigen Schwaden bei ihnen durch die Fenster und die Balkontüren ziehen. Grillgestank ohne Gaumenfreuden macht niemand Spaß. Das Problem kann man lösen, wenn man auf Holzkohle verzichtet und auf einen Gas- oder Elektrogrill umsteigt. Das Problem ist allerdings: Nur Holzkohle garantiert den typischen und leckeren -Geschmack. 

Die Rettung sind raucharme Grills – sie versprechen wenig Rauch und vollen Geschmack. Kann das überhaupt funktionieren?

 "Markt", das Verbrauchermagazin des WDR, hat drei typische Geräte einem Alltagstest unterworfen – das Ergebnis war durchaus positiv. Es ist möglich mit Holzkohle und sehr geringer Rauchentwicklung zu grillen – aber das schafft nicht jeder Grill.

Die getesteten Grills sind für den Balkon konzipiert. Sie sind nicht größer als ein Reiskocher und werden direkt auf dem Tisch aufgestellt. Das ermöglicht ein besonderes Ess- und Grillvergnügen, wenn sie denn funktionieren. Auf ihnen kann man für zwei bis vier Personen Essen zubereiten.

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Im Test waren drei Geräte zwischen 39 Euro und 110 Euro. Nur der teure Lotus-Grill für 110 Euro konnte letztlich überzeugen. Er arbeitet mit einem batteriebetriebenen Ventilator, der bläst die Luft durch einen kleinen Korb mit der Kohle. Der Profikoch im Testteam ist überrascht, wie wenig Kohle der Grill benötigt. Die Grill-WG, die den Praxistest auf ihrem Balkon durchführt, staunt, dass das Gerät keine vier Minuten benötigen soll.  Bange Frage der Grill-Freunde: " Wird der Grill auch heiß, mit so wenig Kohle?"

In der Mitte gibt es keinen Rost, so wird verhindert, das in die Kohle tropft. Die Hitze stimmt auch, die Wurst wird braun, es entwickelt sich kaum Rauch. Die Temperatur verteilt sich gut auf dem Rost. Die Tester sind ziemlich angetan, denn Kapazität stimmt ebenfalls: "Vier Leute, kriegst du gut damit hin."  Und dazu gibt es den begehrten "Rauchcharakter im Geschmack".

Zweimal Schrott

Die beiden anderen Grills sehen ähnlich aus, sind aber nicht zu empfehlen. Der Grill von Kingstone für 39,90 Euro ist sogar gefährlich. Er qualmt richtig stark, die Nachbarn wären mit Sicherheit nicht zufrieden mit ihm. Zudem verteilt sich die Hitze nicht gut. Das größte Problem: Aus dem Grill schlagen nach kurzer Zeit Fett-Flammen nach oben. Auf einem engen Balkon ist das gefährlich und überhaupt nicht mehr gemütlich.

Also nicht zu empfehlen. Das dritte Gerät stammt von Bruzzler und soll stattliche 90 Euro kosten. Das Ergebnis ist nicht ganz desaströs wie bei dem Gerät von Kingston. Doch beim Bruzzler verbiegt sich der Grillrost beim ersten Einsatz durch die Hitze. Bei einem Gerät für 90 Euro ist das nicht akzeptabel. Die Temperatur auf dem Rost überzeugt ebenfalls nicht. Also nicht zu empfehlen.

Überzeugen konnte nur der Grill von Lotus. Auf den ersten Blick wirken die Geräte durchaus vergleichbar. Ohne Test hätte man kaum vermutet, dass es solche Qualitätsunterschiede im Konzept und in der Verarbeitung gibt.

In nur zwanzig Minuten auf die perfekte Temperatur - dieses High-Tech-Gerät ist der klügste Grill der Welt
Kra
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