VG-Wort Pixel

Rezepte zum Nachkochen Artischocken: Sag es mit Blumen

Artischocke
Gegarte Artischocken werden am allerfeinsten mit einer pikanten Vinaigrette gegessen
© Foto: Wolfgang Schardt, Styling: Maria Grossmann; Foodstyling: Roland Geiselmann
Artischocken sind essbare Blütenknospen. Bei uns sind sie leider zu selten auf dem Tisch, dabei sind sie Anlass für die besten Gespräche.

Artischocken schocken. Sie schrecken diejenigen, die nie über den Tellerrand der Pizzeria geschaut haben. Kundigen dagegen bedeuten sie wertvolle Zeit und langsamen Genuss, sie sind ein Fest für die, die sich aufs erkundende und langsame Entblättern verstehen, derweil man sich auf die Kunst des Gesprächs verstehen sollte.

Artischocken-Blätter mit Dipp

  • 1 Artischocke (pro Esser)

  • Saft und Scheiben einer Zitrone

  • Salz

  • Eventuell: Court Bouillon (ein Gemüsefond aus Möhren, Petersilienwurzel, Porree, Schalotten, Salz, Petersilien- und Thymianzweigen, Lorbeer, Wacholder und angedrückten Pfefferkörnern)

Zubereitung

Die Artischocke beim Schopf fassen, mit der Linken auf die Tischkante pressen, mit der Rechten den handtellerlang abstehenden Stiel packen und ihm am Ansatz zum Blütenkörper das Genick brechen – dazu gibt man Druck auf den Stiel, bis er ansatzweise und hörbar bricht, wobei sich im Bruch Fasern zeigen, die entfernt werden müssen. Dafür die Artischocke auf ihrer Äquatorlinie um ein Drittel weiter drehen, bis zum erneuten Bruch weiter Druck ausüben; so fortfahren, bis der Stiel ganz gelöst ist und  sich die meisten der zähen Pflanzensehnen mit dem Stiel aus dem Blütenkörper ziehen lassen. Den Halsansatz der Artischocke nun mit dem scharfen, schweren Messer glatt abschneiden und die Artischocke in eine Schale mit Zitronenwasser legen.
Einen großen Topf mit Salzwasser, besser noch mit Court Bouillon  aufkochen, die Artischocken hineingeben und 30 Minuten sanft kochen. Um das Verfärben der Artischocke zu vermeiden, bindet man der Blüte eine Scheibe Zitrone um den Halsansatz; eventuell auch die Blattspitzen abschneiden, dadurch gart die Artischocke schneller. Sie ist gar, wenn sich die unteren Blätter leicht vom Körper lösen. Die Artischocken einzeln auf tiefen Tellern servieren.
Der Esser löst die Blütenblätter am Boden beginnend, taucht das Blatt in einen Dipp und zuzelt den weichen Blattanteil mit den Schneidezähnen ab. Die Blätter werden im Verlauf des Verzehrs zunehmend klein und kleiner und wechseln vom bescheiden Graugrünen ins reizvoll Violette. Unter den letzten dünnen Blättchen liegen nicht essbare Blütenfasern, das Heu muss weg. Mit dem Messer fährt man am Ansatz über den Beckenboden, hebt das Heu ab und gibt es zu den abgegessenen Blättern auf einen Extrateller für die Abfälle. Nun das sogenannte Artischockenherz mit Messer und Gabel dritteln, vierteln oder achteln, in die Vinaigrette tunken und essen.
Tipp: Dazu passt eine Vinaigrette oder eine Béarnaise. Der Esser löst die Blütenblätter und beginnt dabei am Boden, taucht das Blatt in einen Dipp und zuzelt den weichen Blattanteil mit den Schneidezähnen ab.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker