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Stiftung Warentest zu Hackfleisch: Keime, Salmonellen, aber Bio-Produkte überzeugen

Rohes Fleisch ist nie frei von Keimen. Ob sie gesundheitsschädlich sind, hängt von Art und Anzahl ab. Stiftung Warentest hat gemischtes Hackfleisch getestet. Nur jedes Zweite schneidet gut ab.

Im Hackfleisch fanden die Prüfer Keime und Salmonellen. Aber Bio-Produkte aus Discounter überzeugen.

Im Hackfleisch fanden die Prüfer Keime und Salmonellen. Aber Bio-Produkte aus Discounter überzeugen.

Seit dem Jahr 2000 sterben Metzgerfachgeschäfte aus. Denn Discounter und Supermärkte durften von da an abgepacktes Fleisch - und auch Hackfleisch an der SB-Theke anbieten. Aber wissen wir eigentlich, was wir da essen? Stiftung Warentest untersucht im aktuellen Test abgepacktes gemischtes Hackfleisch, das mehrere Tage haltbar ist und gemischtes Hackfleisch, das tagesfrisch in den Supermarkttheken hergestellt wird, und am gleichen Tag zu verbrauchen ist. Insgesamt wurden 21 Mal gemischtes Hackfleisch getestet, davon fünf Mal tagesfrisches sowie 16 Mal abgepacktes, darunter finden sich auch sechs Bioprodukte.

Zehn der insgesamt 21 Produkte bekommen ein gutes Qualitätsurteil. Trotzdem wird davon abgeraten, rohes Hack zu verzehren, denn jedes zweite Produkt enthielt krankmachende Bakterien, darunter auch antibiotikaresistente Keime.

Biohackfleisch überzeugt

Sieger des tagesfrischen Hackfleischs ist Edeka, die Fleischqualität ist gut. Danach folgt abgepacktes Biohackfleisch Bio+, das Kaufland und Real anbietet. Beide Produkte enthalten sehr wenige Keime. Auch andere Bioprodukte überzeugen: Gut Bio von Aldi (Nord), Packlhof und auch Biotrend von Lidl. Sie überzeugen mit einem sehr guten, kräftigen Fleischgeschmack, Packlhof mit einer hohen Fleischqualität. Der Test zeigt, dass es sich lohnen kann, beim Discounter zu Bio-Produkten zu greifen. Die konventionellen von Aldi (Nord) und Lidl schneiden um ein vielfaches schlechter ab.

Aber auch hier ist anzumerken, dass Bio nicht immer automatisch besser ist. So zum Beispiel beim Biohackfleisch Königshofer von Dennree. Mit einem Preis von 14 Euro pro Kilogramm ist dieses Hack das teuerste - und darin entdeckten die Prüfer eine deutlich erhöhte Anzahl von potenziell krankmachenden E.coli Bakterien. Keime wurden auch im Hackfleisch von der Bedientheke bei Galeria Kaufhof gefunden.

Salmonellen in Produkt von Norma

In einem Hackfleischprodukt fanden die Prüfer Salmonellen vor, die schon in kleiner Anzahl krankmachen können und in Lebensmitteln eigentlich nichts zu suchen haben. Im Hackfleisch von Norma/Gut Bartenhof war dies aber genau der Fall. Das fatale daran: Verkauft werden dürfen die Produkte trotzdem, denn die Salmonellen sterben beim gründlichen Durchbraten ab. Aus diesem Grund steht höchstwahrscheinlich auf allen Fertigpackungen der Hinweis "Nicht zum Rohverzehr geeignet" oder "Nur durchgegart verzehren". Dieser Rat sollte beherzigt werden.

Noch eine kleine Anmerkung zum Schmunzeln: Alle Produkte wurden auch auf andere Fleischsorten getestet - wie Pferd, Esel und Känguru. Beruhigend zu wissen: Das Hackfleisch beinhaltet nur Schweine- und Rindfleisch.

Den kompletten Hackfleisch-Test gibt es gegen Gebühr auf www.test.de

dsw