HOME
TV-Kritik

Kitchen Impossible: Mälzers Schwäche ist seine größte Stärke: Wie er ohne Plan zum Ziel kommt

Tim Mälzer ist bekannt dafür, dass er Sterneküche respektiert, aber nicht gern nachmacht. In der dritten Folge von "Kitchen Impossible" muss er aber genau das. Und überzeugt mit seinem Talent in der Analyse.

Kitchen Impossible Tim Mälzer

Sterneküche kann Tim Mälzer nicht. Kann er doch.

Schon zu Beginn der dritten Folge von "Kitchen Impossible" holt Tim Mälzer in alter Manier gegen seinen Kontrahenten aus. Er bezeichnet Lukas Mraz als sein Sozialprojekt, den er von der Straße geholt hat, um ihm eine Aufgabe zu geben. Eigentlich soll "Kitchen Impossible" ein liebevoller Wettbewerb sein. In dieser Folge aber dreht Mälzer wieder zur Höchstform auf: Schon lange war die Sprache nicht mehr so unter der Gürtellinie.

Mraz ist der Punk unter den Köchen. Er ist 27 Jahre alt, sein Vater hat ein Zwei-Sterne-Restaurant in Wien, in dem er nun mitmischt. Mälzer sagt, Mraz sei eines der größten Kochtalente, das Europa hat. Für Mälzer ist der junge Wiener eine der größten Herausforderungen seit langem. Weil er dem TV-Koch doch ziemlich ähnlich sei.

Italienischer Leberkäse und ein essbarer Joint

Mälzer schickt Mraz ins italienische Piane di Montegiorgio. Dort muss er die Hauptzutat selbst fangen: ein Huhn, um danach eine Art italienischen Leberkäse zu kochen. 

Der TV-Koch Mälzer wird dagegen in den Niederlanden mit einem ganz besonderen Gericht konfrontiert: einem Joint, der allerdings gegessen und nicht geraucht wird. Zum Leid von Mälzer, denn er muss im niederländischen Zwolle zum Drei-Sterne-Koch Jonnie Boer ins De Librjie, der ist vor allem für seine künstlerische Art bekannt. Bis ein Gericht auf der Karte landet, wird es monatelang entwickelt. Filigrane Küche, die Mälzer nicht gern kocht. Auch wenn er sie überaus schätzt, findet er sie zu dekadent, zu kleinteilig.

Mälzers Schwäche ist seine größte Stärke. Er hat keinen Plan. Also versucht er es mit Assoziationsketten, um dem Ergebnis so nah wie möglich zu kommen. Dass ist vor allem umso erstaunlicher, weil Mälzer von sich selbst sagt, er schmecke viele Zutaten nicht. In der Analyse eines Gerichts aber ist er brillant - und überzeugt auf seine Art auch in der Sterneküche

Mälzer schickt seinen Kontrahenten in die einst gefährlichste Stadt der Welt

In der zweiten Runde schickt Mälzer den Wiener Spitzenkoch in die einst gefährlichste Stadt der Welt, berüchtigt für Drogenkartelle und hohe Kriminalität: Medellin in Kolumbien. Die Überraschung: In der Küche befinden sich nur Frauen. Die kochen nicht nach Rezept, sondern rein nach Herz: frittierter Fisch, Kokosreis mit Rosinen, Muscheln in Kokosmilch, Riesenkalmar mit passierten Tomaten und Gewürzen. Obwohl Mraz die Küche nicht kennt, schlägt er sich wacker und gewinnt nicht nur die Herzen der Kolumbianer, sondern auch mehr Punkte als Mälzer am Ende erhält.

 Tim Mälzer muss hingegen in Kopenhagen das Trendgericht schlechthin kochen: Ramen. Eine japanische Nudelsuppe, die eine Kunst für sich ist. Das Problem: mit Ramen kennt sich der TV-Koch gar nicht aus. Er wurschtelt sich dennoch zum Ergebnis. Punktemäßig kann er sich nicht gegen den Wiener Jungkoch durchsetzen. Aber er beweist mal wieder, dass er mit seinem Ehrgeiz für pures Entertainment sorgt.