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Youtube-Kochtricks: Vorsicht bei Koch-Videos! Das Nachmachen kann lebensgefährlich sein – und ungenießbar

Mit Kochvideos, die eine einfache Zubereitung genialer Gerichte anpreisen, sammeln deren Produzenten Millionen Klicks ein. Doch wie sich beim Nachkochen herausstellt, wird in den Filmchen kräftig geschummelt. Oft handelt es sich um Clickbait mit "fake bakes".

Ein Koch schöpft Schokoladensauce aus einem Topf

Bei Youtube kursieren tausende Koch- und Back-Videos, die man besser nicht nachmachen sollte

Getty Images

Für sogenannte Life Hacks sind viele Menschen dankbar. Sie zeigen uns, wie wir unkompliziert und mit einfachsten Mitteln Probleme im Haushalt lösen. Kratzer auf Lackschuhen, dunkle Flecken auf weißen Wänden, eine stumpfe Schere? Alles kein Ärgernis mehr, wenn man weiß, was zu tun ist. Den größten Anteil an Life Hacks gibt es allerdings im Kochbereich. Die Tricks, die andere Generationen von ihrer Mutter gelernt haben, guckt man sich heute auf Youtube an. Millionen Aufrufe zeugen davon, wie groß der Bedarf ist. Allerdings bestätigen die Kommentare die Ergebnisse, die auch der britische Journalist Chris Fox beim Nachkochen erzielte: Die Tricks funktionieren rein gar nicht.

Die Firma First Media etwa betreibt den Youtube-Kanal "Blossom DIY" und darin die Rubrik "So Yummy" mit unzähligen Videos. Eines davon, der vermeintliche Koch-Hack "11 Unusual yet Delicious Ways to Cook Food!", also "Elf ungewöhnliche, aber köstliche Arten zu kochen", erreichte knapp 20 Millionen Aufrufe. Er verspricht den Usern, dass sie lernen würden, köstliche Gerichte auf unkonventionelle und allereinfachste Art zu kochen. Die fast 4000 Kommentare darunter spiegeln die Erfahrungen der Menschen wider, die sich die Mühe gemacht haben, die Tricks auszuprobieren. Die Reaktionen reichen von genervt bis extrem wütend.

Youtube-User sind verärgert – aber gucken weiter

"Meine Schwester hat sich an dem Brownie versucht und dabei fast die Mikrowelle in Brand gesetzt. Bitte unterstützt diesen Kanal nicht, er bewirbt gefährliches Verhalten", schreibt Madona Soliman. "Hört auf, Menchen mit falschen Kochmethoden anzulügen", bittet Um timo. "Das könnte bei naiven Leuten zu Lebensmittelvergiftungen führen." User Revathi Magesh kommentiert, wie es wohl trotz allem vielen Menschen geht: "Ich: Nichts davon funktioniert! Auch ich: Gucke weiterhin zu."

Die Betreiber solcher Kanäle verdienen viel Geld damit, Fehlinformationen zu verbreiten. Sie verkaufen Kochzubehör, platzieren Werbung und stören sich nicht daran, dass das Nachmachen ihrer Videos Menschen in Gefahr bringen kann. Zudem klauen sie Ideen von Profis, die viel Zeit in die Entwicklung eines raffinierten Gerichts gesteckt haben, wie die von Chris Fox beworbene Australierin Ann Reardon aus Erfahrung weiß. Die Ernährungswissenschaftlerin, Diätspezialistin und Konditorin bringt jeden Freitag auf ihrem Youtube-Kanal "How To Cook That" ("Wie man das kocht") ein neues Video heraus und ihre Fans schicken ihr einige Zeit später Links, unter denen der Copy-Cat-Diebstahl ihrer Ideen zu sehen ist. In ihrem jüngsten Video "Debunking Fake Cooking Videos 2020", also "Gefälschte Kochvideos 2020 enthüllt" berichtet sie davon.

Quellen: Chris Fox/Twitter, Ann Reardon/Youtube

bal
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