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"Der Vertretungslehrer" auf Vox: Tim Mälzer über seinen Tiefpunkt: "Ich bin froh über meinen Burnout"

Für die Vox-Show "Der Vertretungslehrer" ist der prominente Koch Tim Mälzer an einem Gymnasium als Lehrer unterwegs. Und spricht mit den Jugendlichen übers Scheitern - und seinen Absturz.

Tim Mälzer als Vertretungslehrer

Tim Mälzer als Vertretungslehrer

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Nein, Koch will wirklich keiner von den Gymnasiasten in Wedel bei Hamburg werden. Doch auf die Frage von Tim Mälzer, was sie denn beruflich so vorhaben, herrscht mitunter noch große Ratlosigkeit. Zahnärztin, Psychologin - und Architekt. "Das war einer meiner wenigen Berufswünsche früher", sagt Tim Mälzer zu der Schulklasse.

Der TV-Koch hat nicht seinen Job an den Nagel gehängt, sondern macht für die Vox-Sendung "Der Vertretungslehrer" den Aushilfepauker. Für das Thema Kochen können sich tatsächlich einige Schüler begeistern, auch wenn es kein Berufsziel von ihnen ist. Das wundert Mälzer doch sehr. "Als ich 17, 18 war, habe ich mich nicht fürs Kochen interessiert. Da habe ich mich dafür interessiert, wie ich an die Mädels rankomme", sagt Tim Mälzer. Klamotten, Ausgehen - also die normalen Teenagerthemen eben. 

Doch Mälzer will in dieser Schulstunde mit den Jugendlichen nicht übers Kochen sprechen, sondern übers erfolgreiches Scheitern. So fragt er sie, woran man denn meist scheitern würde? "Meistens an einem selber", antwortet ein Schüler. An den Fähigkeiten, an den Erwartungen, antworten zwei weitere Schüler. "Ich glaube, dass viele unter ihren Möglichkeiten bleiben. Weil sie zu viel Raum dem Negativen einräumen und sich selbst zu oft im Wege stehen und dabei ihr volles Potenzial nicht ausnutzen können”, sagt Mälzer. 

Tim Mälzer berichtet von seinem Burnout

Scheitern - oder zumindest nicht immer Erfolg haben - ist auch Tim Mälzer nicht fremd. Eine dieser Rückschläge war sein Burnout vor einigen Jahren. "Ich bin in diesen Burnout reingerutscht. Ich hatte einen Zusammenbruch, ich lag auf dem Boden und habe geweint", sagt Mälzer zu den Schülern. Sechs Wochen verblieb Mälzer in einer Klinik. Der Druck sei ihm zu viel geworden - und den kompensierte er mit Alkohol. Ein Tiefpunkt, aus dem er gelernt hat. "Ich bin sehr froh über meinen Burnout, weil ich in kurzer Zeit sehr viel über das Leben und über mich lernen durfte, was mir mein heutiges Leben sehr viel schöner, leichter und entspannter macht", berichtet Mälzer.

Nach der Klinik "bin ich wieder fit geworden, habe mit dem Saufen aufgehört", beichtet Mälzer den Jugendlichen. Und die honorieren seine Ehrlichkeit und finden es "stark", wie Mälzer sich zurückgekämpft hat. Offenbar hat der "Vertretungslehrer" Mälzer den Schülern eine wichtige Lektion mitgeben können. 

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