VG-Wort Pixel

Nostalgie Koala-Kekse und saure Schnüre: Diese Snacks haben uns die Kindheit versüßt

Ahoj-Brause und Koala-Kekse
Da läuft uns sofort das Wasser im Mund zusammen!
© DPA/Kuchenmeister
In den 80ern und 90ern waren unsere Eltern noch etwas entspannter, was gelegentliche Leckereien für die Kinder anging. Das hieß: Wir naschten jede Menge Zucker, Farbstoffe und künstliche Aromen ... aber lecker war's! Wir haben einige unserer liebsten Snacks von früher zusammengetragen.

Was heute Müttern und Vätern den Angstschweiß auf die Stirn treiben würde (teilweise wohl nicht zu Unrecht), war bei uns damals extrem beliebt: Süßigkeiten in schrillen Farben, unheimlich süß oder schreiend sauer, ganz bestimmt nicht gesund – aber für uns als Kinder einfach köstlich. Wir haben uns einmal an unsere liebsten Naschereien von damals erinnert. Vollständig ist diese Liste aber sicher nicht!

1. Koala-Kekse

Profis erinnern sich: Werbeanzeigen für die Koala-Kekse fanden sich regelmäßig in jeder "Micky Maus"-Ausgabe, und auch in sonstigen Magazinen der 80er und 90er. "Wendy", "Bussibär", Sie wissen schon. Und als Kind konnte man kaum fassen, dass es so etwas Cooles gab: Schokokekse, die aussahen wie süße Teddys. Nur selten bekam man dann tatsächlich mal eine ganze Packung mitgebracht, und musste festellen: Die Bärchen waren okay, die erste Handvoll lecker, die zweite hat dann schon ordentlich gestopft – aber irgendwie hatte man sich das doch irgendwie noch fantastischer vorgestellt. Egal, bis man das nächste Mal in den Genuss kam, hatte man das schon wieder vergessen und hat sich erneut gefreut.

2. Leckmuscheln und süße Lippenstifte

Das Gute an Zuckermasse: Man kann ihr so ziemlich jede Form geben. Aus irgendeinem Grund kam irgendwann jemand auf die Idee, sie in eine kleine Plastikmuschel zu gießen und sich Milliarden Kinder über viele Jahre einen Muskelkater in die Zunge lecken zu lassen. Leckmuscheln gab es in rot, grün, gelb und vermutlich auch Dutzenden anderen Farben, die am Ende alle gleich schmeckten. Während der ersten zehn Minuten waren sie eine großartige Sache, aber wir glauben nicht, dass jemand wirklich jemals eine komplett geleert hat.

Aus irgendeinem Grund schaffbarer, aber vermutlich bei Mädchen angesagter als bei Jungs, waren die süßen Lippenstifte – also harte, rote Zuckermasse in einer Mini-Lippenstifthülse. Heute mag man hinterfragen, ob es eine gute Idee war, kleine Mädchen mit diesen Dingern auf ihre Rolle zu prägen, aber als Kind hinterfragt man natürlich absolut nichts, was mit Süßigkeiten zu tun hat. Deshalb wollen wir hier gar nicht erst mit Kaugummi-Zigaretten anfangen...

3. Ketten und Armbanduhren aus Zuckerperlen

Besonders für Mädchen war es natürlich immer ein Highlight, wenn die Tante bei ihrem Besuch den Zuckerschmuck als Geschenk mitbrachte. Man hing sich alles sofort um, wie es die Erwachsenen mit ihrem Goldschmuck taten – und biss ab und zu mal ein paar der Zuckerperlen ab. Aber nachdem das Teil dann ein paar Tage herumgetragen wurde oder herumgelegen hat, ist einem selbst als Kind irgendwann die Lust vergangen, weiter dran herumzunagen.

4. Center Shock-Kaugummis

Uhhh. Die fantastisch-fiesen Center Shock-Kaugummis waren immer eine Art Mutprobe. Jeder schaute einen an und beim ersten Draufbeißen durfte ja keine Miene verzogen werden. Das war allerdings nicht so einfach, denn die Dinger waren ultraaaa sauer, so dass sich jeder Nerv im Gesicht sofort heftig zusammenzog. Ein Glück, dass der Geschmack nach circa fünf Minuten schon wieder nachließ. Größter Spaß: Die Dinger einem Erwachsenen, bevorzugt einem Lehrer, scheinheilig als normales Kaugummi anbieten.

5. Milka Lila Pause

Wir sind nicht bereit, in diesem Punkt zu streiten – NEIN, auch nicht MIT MILKA. Die "Lila Pause" war der beste Schokoriegel der Welt. Keine zähe Karamellpampe, keine unnötigen Nüsse, dafür ordentlich Schokolade und immer eine leckere Füllung. Die Leckerste war natürlich Erdbeer. Die Riegel wurden damals, wohl aus den oben genannten Gründen, vor allem für eine weibliche Zielgruppe beworben – dabei dürften sie nicht großartig weniger Kalorien als ein Snickers gehabt haben. Aber leckerer waren sie! Wichtig bloß: Sie mussten einigermaßen kühl gelagert werden, nach ein paar Minuten zuviel in der Sommersonne wurde das sonst ein schmieriger Spaß. Irgendwann gab's sie nicht mehr, dann vor ein paar Jahren kurzzeitig doch wieder, dann wieder nicht, und heutzutage sieht man gelegentlich eine Zombie-Version der "Lila Pause" traurig im Regal vor einer Supermarktkasse liegen. Da hat Milka mal ordentlich Potenzial verschenkt.

6. Eiskonfekt

Wer jetzt an die Eis-Snacks denkt, die man unter anderem kurz vor einer Kinovorstellung kaufen kann – die sind nicht gemeint! Unser Eiskonfekt hat nichts mit Eiscreme zu tun, ist nicht gefroren, nicht mal unbedingt kalt. Stattdessen handelt es sich um kleine Blöcke besonders reichhaltiger Schokolade, die zu einem Großteil aus Kokosfett besteht und mit Menthol gemischt wurde. Das Mentholaroma und das im Mund schmelzende Kokosfett tricksen das Gehirn aus und erwecken den Anschein, etwas Kühles zu essen. Verrückt! Aber super. Bei uns wurde die Schachtel mit dem Eiskonfekt interessanterweise vor allem im Winter gezückt. Wir haben's geliebt – aber mehr als drei der reichhaltigen Stücke konnte man nicht essen, ohne mit Bauchschmerzen rechnen zu müssen.

7. Saure Schnüre

Es gab sie mit Cola-, Apfel- und Erdbeergeschmack und sie waren der Renner bei allen Kindern. Wir hoffen: Sie sind es immer noch. Jeder, der in der Pause beim Bäckerwagen auf dem Schulhof eine Tüte mit bunten Schnüren gekauft hatte, wurde mit der Frage "Gibst du mir eine?" im Klassenraum empfangen. Das Gute an der sauren Süßigkeit war, dass man sie genüsslich durch den Mund ziehen konnte, weil sie so lang und dünn waren. Andere Fruchtgummis ergaben oft einen langweiligen Geschmacksbrei und waren einfach nur sauer oder süß. Bei den Schnüren konnte man hingegen die Geschmacksrichtungen immer tatsächlich unterscheiden.   

8. Puffreis

Wenn wir heute an Puffreis denken, können wir dem Snack gar nicht mehr so viel abgewinnen. Die pastellfarbenen Knusperkugeln sind im Rückblick ziemlich langweilig und haben nicht einmal großartig nach irgendetwas geschmeckt. Also, außer süß. Als Kind nahm man das jedoch anders wahr: Da wurde einmal in die Tüte gegriffen, ab da war kein Ende mehr in Sicht, bis alles aufgegessen war. Vermutlich machte aber die Optik einen Großteil des Reizes aus.

9. Esspapier

Objektiv betrachtet muss man fragen: Gibt es eigentlich einen langweiligeren Snack? Eine kleine Platte aus Stärke und ein paar Zusatzstoffen, die man lieber nicht googeln möchte. Trotzdem fanden wir das als Kinder super. Esspapier gab es in gelb, rosa oder ganz klassisch als weiße Oblaten, die eigentlich fürs Keksebacken gedacht waren. Die bunten Esspapier-Platten waren ein beliebter Snack am Kiosk im Freibad, und wir hockten damit selig auf unseren Handtüchern und ließen das knusprige Papier im Mund langsam zu zäher Pampe werden, die am Gaumen kleben blieb. Irgendwie toll.

10. Ahoj-Brause

Sind wir mal ehrlich: Nur selten hat damit wirklich jemand Brause angerührt. Eigentlich hat man in die kleinen Tütchen doch nur den nassen Finger gesteckt und ihn danach abgelutscht und sich über eine prickelnde Zunge gefreut. Oder? Heute soll es ja junge Menschen geben, die mit dem bunten Prickelpulver Longdrinks mixen – wir haben es damals unschuldiger abgefeiert. Das Brausepulver gab es in den Geschmacksrichtungen Orange, Zitrone und Himbeere, aber Waldmeister war einfach die allerbeste. 

11. PEZ-Spender

Zugegeben, hier ging es eher um das Äußere als um die inneren Werte. Der PEZ-Spender war eine etwa handballenhohe Plastikfigur, deren Kopf man aufklappen konnte, wodurch man an die süßen Drops im Inneren kam. Fast ein bisschen martialisch, im Rückblick, besonders weil die Figuren häufig beliebte Cartoon-Charaktere wie Goofy oder Donald Duck darstellten. Die Drops waren okay, süß oder manchmal auch prickelnd sauer – aber eigentlich wollte man vor allem den coolen Spender sein Eigen nennen.

12. Double Dip

Mehr 90er geht vermutlich nicht: Diese angesagte Süßigkeit bestand aus drei Teilen, einem Lutscherstäbchen und Schleckpulver in den Geschmacksrichtungen Kirsche und Orange. Das Stäbchen konnte man in die verschieden Kammern dippen und danach ablecken. Vom Prinzip nicht ganz anders als die berühmt-berüchtigten "Lunchables" (bitte selber googeln), die hoffentlich niemals ein Elternteil wirklich seinem Kind mit in die Schule gegeben hat. Baukastensysteme können wir ausschließlich für Süßigkeiten gutheißen!

13. Frufoo

Was dieses Zeug angeht – da muss man wohl einmal der Werbeindustrie voller Hochachtung die Hand schütteln. Jedes Kind wollte den fancy Fruchtquark mit in die Schule nehmen. Dabei war er einfach nur das: Fruchtquark. Plus eine gefühlte Kaffeetasse voll Zucker. Angeblich auch ein paar Vitamine, aber da wollen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Der Clou: Der Becher war Ufo-förmig, also rund, und hatte in der Mitte eine Ausbuchtung, in der ein kleines Spielzeug versteckt war. Praktisch ein Ü-Ei aus Quark, also. Naja, also, wir wissen doch auch nicht. Aber wir wollten das Zeug!

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker