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Umweltfreundliches Restaurant in Brighton: Menü ohne Müll

In England eröffnet ein Restaurant, in dem es keinen Müll gibt. Auch sonst soll es dort höchst umweltschonend zugehen - selbst die Klospülung leistet ihren Beitrag. Kritiker sind trotzdem skeptisch.

Douglas McMaster ist einer von den Guten. Er achtet darauf, sich gesund zu ernähren und dabei auch noch die Umwelt zu schonen. Damit aber nicht genug: Er eröffnet nun im englischen Brighton ein Restaurant, in dem kein Müll anfällt. Ab September können im Restaurant "Silo" seine Gäste mit einem Abendessen ihr schlechtes Gewissen erleichtern, falls sie sonst vielleicht nicht so ökologisch leben sollten.

"95 Prozent des typischen Mülls zu vermeiden ist überraschend einfach", sagte McMaster der britischen Zeitung Independent. Das Geheimnis sei, mit den Lebensmitteln im Ursprungszustand zu arbeiten. Das Mehl soll zum Beispiel direkt im Restaurant gemahlen werden. Er wird Joghurt und Essig selbst herstellen und Pilze selbst anpflanzen. "Ich will vollständig auf den Zwischenhändler verzichten und direkt zu den ursprünglichen Lieferanten gehen", sagt er in einem Interview.

Der Restaurantchef will nur mit lokalen Händlern und Landwirten zusammenarbeiten, die ebenso sorgsam mit den Produkten umgehen wie er. Sie liefern ausschließlich saisonales Obst und Gemüse - und alles natürlich in wiederverwendbaren Gefäßen.

Zwölf Jahre arbeitete McMaster auf der ganzen Welt - unter anderem in Australien - in Restaurants. Er war geschockt von der Lebensmittelverschwendung: "In einem Restaurant brauchten sie nur die Herzen der Salate, die übrigen Blätter warfen sie einfach weg." Deshalb kehrte er mit der Idee vom mülllosen Restaurant nach England zurück. "Die Lebensmittelindustrie ist traumatisiert", sagte McMaster. "Wir leben in einer Welt, in der wir das ganze Jahr über Avocados und Ananas erwarten, Lebensmittel, die die in unserer Gegend gar nicht vorkommen." Deshalb soll es bei ihm nur sechs verschiedene Gerichte pro Tag geben. Darunter eines mit Fleisch, eines mit Fisch und ein veganes Essen.

Sollte von den Lebensmitteln doch einmal etwas übrig bleiben, so verarbeitet McMaster sie einfach am nächsten Tag. Danach hilft auch bei ihm nur noch die Kompostmaschine, die er sich extra zugelegt hat. Sie kostete rund 27.000 Euro und soll die erste ihrer Art in England sein.

Der Trick mit dem "Wunderwasser"

Aber McMaster vermeidet nicht nur bei Lebensmitteln Müll. Als weiteren umweltschonenden Kniff will er in seinem Restaurant, das für 50 Gäste Platz bietet, auf energiefressende Wärmelampen verzichten und außerdem die Toilettenspülung mit dem Abwasser der Kaffeemaschine speisen. Solarzellen auf dem Dach wird es auch geben. Seifen- und Spülmittelverpackungen fallen in seinem Restaurant ebenfalls weg: Er nutzt stattdessen eine neue Form der Wasseraufbereitung. Es handelt sich dabei um Wasser, das mit einer Chlor-Sauerstoff-Verbindungen angereichert ist und so Bakterien und Viren abtötet. Dieses Wasser stelle er vor Ort selbst her.

Manchem Kritiker ist all das aber noch nicht genug: "Die Leute könnten kritisieren, dass wir noch Strom verbrauchen. Aber man muss ja alles im Rahmen halten - wir müssen das Essen noch sehen und kochen können."

kbl
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