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Stern Logo Vegan selbst versucht! - 60 Tage "Vegan for Youth"

Vegan selbst versucht!: Tag 27-28: Frische Brötchen und frische Gedanken

Derik kommt ins Grübeln: Der Konsumwahn, der Überfluss - wohin führt das alles? Außerdem sucht er im Netz nach Rezepten für einen veganen Burger und freut sich über die digitale Veganergemeinde.

Von Derik Meinköhn

Heute habe ich gewürztes Brot gebacken. Mit den kleinen Brötchen werde ich später noch Burger basteln, dafür muss ich mir aber noch ein paar Anregungen holen. Bald ist die Hälfte meiner 60 Tage um und ich fühle mich sehr gut. Frischer, wacher, irgendwie auch etwas konzentrierter. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich gerade so viel nachdenke, denn die extreme Lebensart führt schon dazu, dass man anfängt, über den Überfluss, der bei uns herrscht, zu philosophieren.

Es ist ja nicht nur die Fleischindustrie, die vollkommen überdreht ist. Braucht man ein dickes Auto? Einen Computer und ein Handy? Will ich immer mehr? Gibt es ein anders Lebensmodell als Wachstum? Wenn die aufsteigenden Länder das auch alle wollen, wo führt das hin? Vegan zu leben führt dazu, sich über mehr Gedanken zu machen, als über sein Essen. Der Bruch mit der Gewohnheit bewegt einiges in mir. Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Jetzt werde ich erstmal Rezepte lesen. Bei Atilla und online und dann was Leckeres basteln.

Zum Facebook-Junkie mutiert

Ich freue mich übrigens gerade sehr über die digitale Veganergemeinde und mutiere zum Facebook-Junkie. Ich habe mich bei noch ein paar anderen Gruppen auf Facebook angemeldet und bin jetzt ab und zu in der Gruppe "Ich packe auf mein veganes Tellerchen". "Was kann man denn als Veganer überhaupt essen?", diese Frage stellt sich dort nicht mehr. Dort bekommt man jede Menge Rezepte, Tipps und Ideen.

Meine schlechten Erfahrungen mit den Hardcore-Veganern haben sich nicht wiederholt, obwohl sich, wie überall im Internet, dort auch solche und solche tummeln. Das Klima in der Gruppe ist locker, sehr nett und freundlich. Was vor allem toll ist: Wegen ihrer Größe von mehr als 22.000 Mitgliedern ist die Gruppe unglaublich schnell. Da kann man Fragen stellen, wie: "In 10 Minuten kommen meine Gäste, mein Nachtisch ist zu flüssig. Was kann ich tun?" Zack, die Antwort kommt sofort. Nach einigem Stöbern findet man auch gute Internetseiten mit Rezepten, wie die sehr schönen Seiten Vegangusto.de oder Veganguerilla.de.

Wenn man es etwas theoretischer und aufregender haben möchte, geht man in den Tellerchen-Debatierclub, und kann stundenlange Grundsatzdiskussionen führen. Die sind immer auf der Suche nach der Grenze. Meine Frage, ob man eigentlich noch Mandeln essen dürfe, wenn die Bäume von Bienen aus der Massenhaltung bestäubt wurden, tauchte zum Beispiel dort auch auf. Oder: Darf man Handys von Herstellern benutzen, die Massenmenschhaltung à la Foxcon betreiben? Hört sich erst einmal schräg an. Wenn man aber länger darüber nachdenkt, merkt man, dass man bisher ziemlich unreflektiert mit solchen Sachen umgegangen ist. Mir macht es Spaß und es regt mein Hirn an.

Jetzt werde ich erst einmal eins von den Brötchen probieren.

Mhm, wie die duften…

Haben Sie Appetit bekommen? Das Rezept für das gewürzte Brot gibt es auf der nächsten Seite.

Gewürztes Brot

Das Rezept ist recht einfach.

Zutaten

  • 500 Gramm Dinkelmehl
  • 350 ml Wasser
  • 1 Päckchen Hefe oder Trockenhefe
  • 1 TL Agavendicksaft
  • 50 ml Olivenöl
  • 1 ½ TL Salz
  • 1 EL Rosmarin, gemörsert oder gehackt
  • 1 TL Kumin, gemahlen
  • 1 TL Koriandersamen, gemahlen
  • 1/4 TL Kurkuma

Zubereitung

Von dem Mehl eine Tasse beiseite stellen und den Rest in einer Schüssel mit Hefe, Agavendicksaft und dem Wasser verkneten. Den Teig mindestens zwei Stunden gehen lassen, besser ist es, ihn die Nacht über in den Kühlschrank zu stellen. Danach die restliche Tasse Mehl mit den Gewürzen und dem Salz vermischen und zusammen mit dem Öl in den Teig einkneten. Noch einmal mindestens eine Stunde gehen lassen und dann schön bemehlte Brötchen oder Brote daraus formen. Möglichst vorsichtig, damit die Luftblasen nicht aus dem Teig gequetscht werden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und noch mal kurz gehen lassen. Dann mit Umluft bei 200/220 Grad ca. 12 bis 20 Minuten backen. Das geht nach Optik und nicht nach Uhr.

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