HOME

Stern Logo Vegan selbst versucht! - 60 Tage "Vegan for Youth"

Vegan selbst versucht!: Tag 59-60: "Ich bleibe Veganer"

Es ist vollbracht. Derik hat seine 60-Tage-Challenge erfolgreich beendet. Ihm geht es großartig. Deshalb hat er eine Entscheidung getroffen und hält es wie Franz Kafka.

Von Derik Meinköhn

60 Tage Selbstversuch: Wie Derik Meinköhn zum Veganer wurde

In den letzten 60 Tagen habe ich so viel über Ernährung gelernt wie nie zuvor. Ich fühle mich großartig. Ob es daran liegt, dass pflanzliche Nahrung so unglaublich viele Nährstoffe hat oder ob es das gute Gewissen ist – ich vermute beides. Für mich war die Challenge meistens einfach. Ich koche gerne, kenne mich einigermaßen mit Lebensmitteln aus und habe einen veganen Supermarkt um die Ecke.

Tiefpunkte waren die Lust auf eine gebratene marokkanische Wurst und mein immer wiederkehrender Appetit auf Fisch. Bei Freunden zum Essen eingeladen sein, bei denen vielleicht eine Beilage vegan ist, ist auch kein Spaß. Da kommt man sich am Tisch vor wie ein kleines, grünes Männchen.

"Vegan leben, lohnt sich"

Ich finde aber der Ausflug in die vegane Welt lohnt sich. Jeder sollte es einmal ausprobieren. Es müssen nicht 60 Tage sein. Vielleicht nur 30 oder nur eine Woche. Ein festgelegter Zeitraum hilft dabei, Ausreden zu vermeiden. Und ein gutes, veganes Kochbuch ist unerlässlich. Denn vegan kochen bedeutet nicht einfach nur Fleisch, Fisch, Milch und Eier wegzulassen, das würde eine herbe Enttäuschung werden. Man muss schon anders kochen und neu kombinieren.

Vegane Kochbücher machen Lust auf mehr

Mir gefielen "La Veganista", "Vegan for Fit" und "Vegan in Topform" bisher am besten. Ich gehe dabei danach, was mir am meisten Lust macht, gleich die Töpfe rauszuholen und zu kochen. Inzwischen gibt es so viele vegane Kochbücher, dass bestimmt jeder sein Exemplar findet. Was gar nicht funktioniert: Veganen Ersatzprodukte zu nehmen, die Fleisch imitieren. Vegane Wurst führt nur dazu, dass man die echte Wurst vermisst und das geht nach hinten los.

Klasse ist es übrigens, ein Kochbuch auf seinem Handy zu haben. Dann kann man auch nach der Arbeit spontan für ein bestimmtes Gericht einkaufen. Tun Sie etwas Gutes für sich und ihre Umwelt und legen Sie los.

60 Tage sind nun vorbei

Für mich sind die 60 Tage vegan nun zu Ende und viele haben mich gefragt, ob ich weitermachen will. Ich fühle mich besser als mit Fleisch. Die Bücher von Rich Roll und Brendan Brazier haben mir gezeigt, dass selbst Hochleistungssportler kein Fleisch benötigen. Was man mir jahrelang erzählt hat, ist nicht wahr. Im Gegenteil.

Viele Untersuchungen deuten darauf hin, dass Milch und Fleisch sogar ungesund für uns sind. Dass für Eier und Milch Tiere sterben, war mir vorher nicht klar. Aber es ist einleuchtend. Für Legehennen braucht man keine männlichen Küken und Milch geben nur die weiblichen Kühe. Das andere Geschlecht, das nicht produzieren kann, wird getötet.

"Mein ökologischer Fußabdruck hat sich verkleinert"

Die Tierzucht erzeugt mehr Treibhausgase als alle Verkehrsmittel der Welt zusammen. Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Schiffe - mein ökologischer Fußabdruck hat sich enorm verkleinert. Der "Tellerchen-Debatierclub" hat mir über Facebook geholfen viele Argumente und Ideen auszutauschen und sie haben Zitate von Prominenten für mein letztes Post der 60-Tage-Challenge gesammelt. Ich habe mir eins ausgesucht:

"Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr."

(Franz Kafka)

P.s. In zwei Wochen starte ich mit einem neuem Blog rund um vegane Themen auf stern.de.

Themen in diesem Artikel