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Großbritannien Vegane Aktivisten schütten literweise Milch in Supermärkten aus – um gegen Tierhaltung zu protestieren

Veganer verschütten Milch
Vegane Aktivistinnen verschütten Milch in einem Supermarkt – die Aktion sorgt in Großbritannien für Aufregung
© Animal Rebellion / Twitter
Vegane Aktivist:innen haben in britischen Supermärkten Milch verschüttet, um gegen Tierhaltung und für eine pflanzenbasierte Ernährung zu protestieren. Die Aktion stößt jedoch auf wenig Verständnis.

Vegane Aktivist:innen haben in einigen Supermärkten in Großbritannien für helle Aufregung gesorgt. Die Mitglieder der Bewegung "Animal Rebellion" öffneten Milchpackungen in den Läden und verschütteten literweise Milch auf dem Boden. Die Aktion war ganz offensichtlich geplant: Die Aktivist:innen waren gleichzeitig in fünf Supermärkten in London sowie drei weiteren Geschäften im Rest des Landes am Werk.

Die Tierschutzbewegung wollte damit ihrer Forderung nach einer Umkehr zu rein pflanzlichen Produkten Nachdruck verleihen. Die Aktion sei "ein Akt des Protests gegen die Brutalität und Zerstörung der Milchindustrie" gewesen, erklärte "Animal Rebellion" auf Social Media. Die Aktivist:innen fordern von der britischen Regierung, Tierhaltung nicht weiter zu fördern.

Veganern wird Lebensmittelverschwendung vorgeworfen

Auch von Protesten durch Mitarbeiter:innen und Kund:innen in den Supermärkten ließen sie sich nicht aufhalten. Im Internet wird kontrovers über die Aktion diskutiert. Während einige drastische Maßnahmen für richtig halten, um auf die wahrgenommenen Missstände aufmerksam zu machen, sehen auch manche Veganer das Vorgehen kritisch.

Von "Vandalismus" und "Randale" ist die Rede. Die steigenden Preise für Lebensmittel verleihen der Protestaktion zudem einen Beigeschmack – darf man in einer solchen Situation leichtfertig Milch auf dem Fußboden verteilen?

Für das Argument der Lebensmittelverschwendung sind die Aktivist:innen allerdings nicht zugänglich. "Die Milch ist in der Sekunde verschwendet, in der sie nicht dem Kalb zugute kommt", behauptete ein Vertreter von "Animal Rebellion". Es sei in der Wissenschaft "weitestgehend akzeptiert", dass eine Umstellung auf ein rein pflanzenbasiertes Ernährungssystem notwendig sei.

Da die Regierung nicht zuhöre, habe sich die Bewegung zum Handeln entschlossen: "Denn wenn so viel auf dem Spiel steht, welche anderen Möglichkeiten haben wir?" Die Gruppe legt zudem wert darauf, dass es sich stets um friedlichen Protest handelt.

Auf viel Verständnis seitens der Politik und der Verbraucher:innen stößt die Aktion trotzdem nicht. Der Stadtrat der Labour-Partei in Edinburgh, Scott Arthur, twitterte: "Es muss eine ernsthafte Debatte über die Umweltauswirkungen der Lebensmittel, die wir essen, geführt werden, aber das ist es nicht. Danke an die Mitarbeiter, die dieses Chaos aufräumen mussten."

Quellen: Animal Rebellion auf Twitter / Scott Arthur auf Twitter

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