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Latte Macchiato mit Hafermilch? Warum das keine gute Idee ist

Seit es Cafés gibt, erfinden die Baristas Jahr für Jahr neue Kaffeekreationen. Erst war es der Cold Brew, dann der Espresso Tonic und jetzt besinnen sich die Coffeeshops wieder auf Altbewährtes. Leider. Der "neue" Latte Macchiato ist Geschmackssache. 

Latte Macchiato mit Hafermilch

Dieser Latte Macchiato wurde nicht mit Kuhmilch, sonder mit Hafermilch zubereitet.

In der Café-Szene ist es keine Seltenheit, dass man Kaffeekreationen immer wieder neu erfindet. Der Espresso Tonic beispielsweise ist so eine Innovation – vor allem in den Großstädten hat sich die Kaffeekreation fest in der Getränkekarte verankert: Tonic Water auf Eis mit Espresso. So simpel es klingt, so einfach ist er in der Herstellung. 

Dass es und auch Cappuccino nicht nur mit Kuhmilch gibt, ist auch nichts Neues. Milchersatzprodukte haben sich schon seit einiger Zeit eingeschlichen. Laktoseunverträglichkeiten häufen sich, daher greift der Verbraucher gern auf Soja- oder Mandelmilch zurück. Der neueste Trend in Sachen Milchersatz ist aber Hafermilch.

 In ausgewählten Cafés kann man seinen Latte Macchiato oder Cappuccino mit Hafermilch zubereiten, die ist vegan und laktosefrei – und soll sogar nahrhafter als Soja- und Reismilch sein. Das perfekte Frühstück also? Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht allemal: Hafer ist reich an Ballaststoffen und Mineralstoffen. Durch die Verarbeitung gehen diese Stoffe aber verloren. Hafermilch hat keinen besonders hohen Nährstoffgehalt, außer die enthaltenen Glukanen, eine spezielle Zuckerart, die die Verdauung anregen soll. Allein für Zöliakie-Patienten ist die Getreidemilch nicht geeignet - Hafer enthält Gluten.

Dennoch: Hafermilch enthält nur ein Prozent Fett, doch ist der Milchersatz ein echter Energielieferant. Auf 100 Milliliter kommen 42 Kilokalorien. Nur zum Vergleich: 100 Milliliter Cola enthält ebenfalls 42 Kilokalorien. Hafermilch ist daher eine echte Kalorienfalle - und eignet sich weniger als Durstlöscher.


Geschmacklich nicht überzeugend

Dazu kommt der Geschmack: Wer Haferflocken schon mal etwas länger in hat liegen lassen, kennt das spezifische Aroma. Kippt man in die Schüssel mit eingeweichten Haferflocken noch einen Schuss Espresso rein, weiß man in etwa wie der Latte Macchiato auf Hafermilchbasis schmeckt. Hinzukommt, dass man beim Latte Macchiato mit Hafermilch die gewisse Süße vermisst, die Kuhmilch mit sich bringt. Man müsste den "neuen" Latte Macchiato also im Idealfall noch süßen, das bedeutet im Umkehrschluss: noch mehr Kalorien.

Für diejenigen, die Kuhmilch meiden wollen oder müssen, ist Hafermilch zwar eine Alternative, geschmacklich sollte man sich dennoch besser an einen oder Americano halten. 


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