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Roter Cocktail: Die ganze Welt trinkt gerade Negroni - das steckt dahinter

Der Negroni ist einer der ältesten Cocktail-Klassiker, benannt ist er nach einem italienischen Lebemann mit einem Hang zu starken Drinks. Diese Woche wird der Negroni auf der ganzen Welt zelebriert. Dahinter steckt eine Aktion mit ernstem Hintergrund.

Jede Zeit hat ihr Getränk. In den Achtzigern nippte man mit geföhnter Dauerwelle am Kir Royal, in den Neunzigern feierte man mit einem grellen Cosmopolitan in der Hand. Heute dominiert der Gin & Tonic die Tresen und Strandbars der Republik. Drinks kommen und gehen, doch Klassiker überstehen jede Mode. Einer davon steht in dieser Woche besonders hoch im Kurs: der Negroni.

Mehr als 5000 Restaurants und Bars auf der ganzen Welt zelebrieren den Drink während der Negroni Week. Sie wird seit 2013 von und dem "Imbibe"-Magazin veranstaltet und findet in diesem Jahr vom 4. bis zum 10. Juni statt. Dabei wird nicht nur der gehobenen Trinkkultur gehuldigt, es geht vor allem um den guten Zweck: Von jedem verkauften Negroni wird eine gewisse Summe an wohltätige Organisationen gespendet.

Charity und Cocktails, diese Kombination funktioniert: Bislang kamen 1,5 Millionen Dollar zusammen, die unter anderem an die Tafel oder den Bundesverband Kinderhospiz gespendet wurden. In Deutschland nehmen etwa das Schumann's in München, das Stagger Lee in Berlin oder das Rotkehlchen in Münster an der Negroni Week teil. In diesem Jahr sind fast 1000 deutsche Bars dabei, so viel wie noch nie zuvor. Alle teilnehmenden Bars findet man hier.

Camillo Negroni - Lebemann mit Hang zu starken Drinks

Erfunden wurde der Negroni im Jahr 1919. Benannt ist er nach dem Grafen und Lebemann Camillo Negroni, der Anfang des 20. Jahrhunderts aus Amerika nach Florenz zurückkehrte. Dort bestellte er im Caffè Casoni (heute Caffè Giacosa) den damals angesagten Americano, einen Aperitif-Cocktail bestehend aus Campari, Wermut und Sodawasser. Weil Camillo Negroni an diesem Tag aber Lust nach etwas Stärkerem verspürte, ließ er - inspiriert von seiner letzten Reise nach London - das Sodawasser vom Barkeeper durch ersetzen. Eine Cocktail-Legende war geboren.

Ein klassischer Negroni besteht zu jeweils gleichen Teilen aus Gin, roten Wermut, Campari, und einer Orangenzeste. Das war's. Schlichter geht es kaum. Man benötigt keine handgefertigten Infusionen oder Sirups, auf die sonst viele Top-Bars schwören. Die Süße liefert der Wermut, genügend Power der Gin, die Bitterkeit der Campari.

Während Gin und Wermut nach Belieben ausgetauscht werden können, kommt man am Campari nicht vorbei, da sind sich viele Experten einig. Jacques Bezuidenhout, Cocktail-Berater für die Kimpton Hotelgruppe, sagte vor einigen Jahren dem "Mixology"-Magazin: "Campari ist und bleibt das Herzstück des Cocktails. Er verleiht ihm seine Farbe, seine leuchtend bittere Note."

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Klassiker im neuen Gewand

Einige Barkeeper verleihen dem Negroni moderne Twists: Sie machen den Drink mit Sloe Gin (Schlehen-Basis) gefälliger, andere runden den Geschmack mit frischem Karottensaft oder Himbeeressig ab. Wer es nicht so stark mag, ist mit einem Negroni Sbagliato gut beraten, was auf italienisch "fehlerhaft" heißt. Entstanden ist er tatsächlich durch ein Missgeschick in einer Mailänder Bar, statt Gin wurde versehentlich Schaumwein eingeschenkt.

Im nächsten Jahr feiert der Negroni seinen 100. Geburtstag. Allen Neuinterpretationen zum Trotz würde Graf Camillo vermutlich zum Klassiker greifen. Denn wie sagte schon Coco Chanel: Mode vergeht, Stil jedoch bleibt.

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In Deutschland wird Gin Basil Smash getrunken. Erfunden wurde der aromatische Cocktail übrigens in Hamburg von Barkeeper Jörg Meyer, Besitzer der Bar Le Lion. Das satte Grün des Basilikums verleiht dem Cocktail eine wunderbare Farbe; und der Gin, mit seinem intensiven Wacholderaroma und Spuren von Zitrone oder Gurke harmoniert hervorragend mit der grasigen Frische des Basilikums und der Säure der Zitrone. Er ist und bleibt ein Trend-Cocktail.

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